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Hochklassige Pianistin zu Gast der jüdischen Gemeinde Bad Pyrmont

Intermezzo im Quäkerhaus

BAD PYRMONT. Für Tamar Halperin, einer aus Israel stammenden Weltklassekünstlerin, die aktuell mit ihrer Familie in Wiesbaden ihre neue Heimat gefunden hat, dürfte die einstündige Kostprobe ihres Könnens eher ein Intermezzo auf dem Weg zur Hamburger Elbphilharmonie gewesen sein, wo sie nur einen Tag später gemeinsam mit ihrem Mann, dem Countertenor Andreas Scholl, ein gemeinsames Konzert geben sollte.

veröffentlicht am 23.10.2017 um 16:01 Uhr

Tamar Halperin am Flügel versunken in kurzweiligen Kompositionen. Foto: ti
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Autor

Klaus Titze Reporter
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Doch was für sie, die ohne ihren Mann nach Bad Pyrmont gereist kam, vielleicht nur ein kurzes Eintauchen in ihre eigene Musikwelt war, stellte sich für die fasziniert und versunken Lauschenden im Vortragsraum des Quäkerhauses als besonderer musikalischer Kunstgenuss dar. Tamar Halperin bot nicht ein zusammenhängendes, großes Musikstück an, sondern fügte kurze musikalische Werke verschiedener Komponisten zu drei Mosaiken zusammen.

„Bach ist mein Lieblingskomponist und schon als kleines Kind war ich in seine Werke regelrecht vernarrt“, offenbarte die Künstlerin ihrem Publikum. Nachgefragt ergänzte sie ihre Erzählung mit ihrer Kindheitserinnerung, dass ihre Eltern im Grunde nicht so Musik besessen gewesen seien. Allerdings habe in ihrem Kinderzimmer ein Klavier gestanden und dann habe sie bereits als kleines Mädchen spontan angefangen, darauf zu spielen. „Das hat sich dann auch während meines Studiums nicht verändert, denn wenn auch Klassik gefordert war, wanderten meine Finger immer auch wieder improvisierend über die Tasten, sodass mancher Dozent mich verzweifelt anschaute und meinte, es werde nichts mit mir“, lachte sie über sich selbst.

Dass doch etwas aus ihr geworden ist, zeigen diverse Alben, die von ihrer Vielseitigkeit von Barockmusikstücken bis zum Jazz Zeugnis ablegen. Wie hervorragend jüdische Volkslieder von Alexander Argov mit Bachschen Miniaturkompositionen zusammen passen können oder ein Menuett mit beinahe hämmerndem Tastenanschlag eine Art Baugerüst als Interpretation erhält, waren weitere Varianten des musikalischen Nachmittags, bevor sich die Künstlerin mit einer fetzig jazzigen Zugabe bei lang anhaltendem Applaus verabschiedete.

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