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12 Anträge in Pyrmont im Jahr 2018

Interesse an Kleinem Waffenschein lässt nach

BAD PYRMONT. Nach einem vorübergehenden Anstieg ist die Zahl der Anträge auf einen „Kleinen Waffenschein“ in Bad Pyrmont wieder auf relativ niedrigem Niveau. Die Genehmigung berechtigt zum verdeckten Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Den Höchststand an Anträgen hatte es im Jahr 2016 gegeben.

veröffentlicht am 21.01.2019 um 13:02 Uhr
aktualisiert am 21.01.2019 um 15:10 Uhr

Für das Führen von Schreckschusswaffen ist ein Kleiner Waffenschein erforderlich. Foto: Oliver Killig/dpa
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Die Antragsteller sind nicht verpflichtet, eine Begründung abzugeben, und wir sind auch nicht berechtigt, danach zu fragen“, erklärt Sabine Jösten, Fachbereichsleiterin für Ordnung und Soziales der Stadt Bad Pyrmont. Doch mit dem Zuzug zahlreicher Flüchtlinge nach Deutschland und auch nach Bad Pyrmont sei ein Zusammenhang offensichtlich. „Es ist wohl das subjektive Sicherheitsgefühl, was bei den meisten Antragstellern eine Rolle spielt“, glaubt Jösten. Die Anreise der Flüchtlinge habe objektiv gesehen jedenfalls keinen Anlass gegeben, sich zu bewaffnen und dafür eine Gebühr von 50 Euro zu bezahlen, findet sie.

Im Jahr 2015 hatten den Unterlagen der Stadt nach sieben Pyrmonter einen Kleinen Waffenschein betragt. Im Jahr darauf stieg die Zahl auf 43, um in den beiden Folgejahren auf 24 und schließlich auf 12 zurückzugehen. Die Antragsteller brauchen lauten Jösten weder ein Bedürfnis noch Sachkunde nachweisen, ebenso wenig wie eine Haftpflichtversicherung. „Sie werden aber durch Anfragen beim Bundeszentralregister und der Polizei auf ihre Zuverlässigkeit beziehungsweise auf mögliche Straftaten überprüft“, so die Fachbereichsleiterin. Wer wegen einer Straftat verurteilt ist, bekommt keinen Waffenschein, und auch gesundheitliche Einschränkungen des Antragstellers – im Übrigen überwiegend Männer aller Altersklassen – können Gründe für eine Ablehnung sein. Mitunter komme es vor, dass Interessen ihr Ansinnen aufgeben, wenn sie sich diese Voraussetzungen haben erläutern lassen. Geregelt ist das im bundesweit geltenden Waffengesetz. Wer dagegen verstößt, dem drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.

Die Voraussetzungen für die Vergabe eines Kleinen Waffenschein sieht die Fachbereichsleiterin durchaus kritisch, weil damit der Gesetzgeber die ansonsten geltende Systematik im Waffengesetz durchbrochen habe. „Das wird den Antragstellern zu leicht gemacht“, meint sie. Grund: Wer eine scharfe Waffe erwerben möchte, der benötigt dafür eine Waffenbesitzkarte. Wer so eine Waffe dann auch führen, sie also tragen will, der muss einen Waffenschein beantragen. Diese Trennung gibt es für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen nicht.



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