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Lippert hat andere Auffassung als Kollwitz

„In zwei bis drei Jahren ist der Wolf hier“

Bad Pyrmont. Die Rückkehr der Wölfe macht Schlagzeilen – und vielen Menschen Angst. In zwei bis drei Jahren werden die Beutegreifer nach Einschätzung von Dieter Lippert im Weserbergland angekommen sein. „Bei einer Vermehrungsrate von 30 Prozent ist das nur eine Frage der Zeit“, stellte der Leiter des Pyrmonter Hegerings jetzt anlässlich der Jahreshauptversammlung seines Vereins fest. „Das werden Einzeltiere auf Nahrungssuche sein, die hierherkommen oder auch nur durchziehen. Rudel verbleiben eher in ihren Stammbereichen“, so Lippert.

veröffentlicht am 11.03.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 21.12.2016 um 10:14 Uhr

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Lippert, ein erklärter Befürworter der Rückkehr des Wolfes, vertritt damit eine andere Auffassung als die Umwelt-staatssekretärin Almut Kollwitz (Grüne), die davon ausgeht, dass der Wolf spätestens Ende dieses Jahres in ganz Niedersachsen anzutreffen sein werde, wie sie kürzlich erklärt hatte. „Meines Wissens dürften derzeit in Niedersachsen ungefähr 300 Wölfe leben, meistenteils in Rudeln“, sagte Lippert. Als absolut vorteilhaft habe sich die Entscheidung erwiesen, die Jägerschaft in Niedersachsen mit dem Wolfsmonitoring zu beauftragen. „Wir sind diejenigen, die sich in den Revieren aufhalten und die Spuren, die auf eine Anwesenheit des Wolfs schließen lassen, wahrnehmen und registrieren,“ machte er deutlich. Lippert sagte voraus, dass sich schon in der nahen Zukunft zeigen werde, wie weit die Gesellschaft dem derzeitigen Schutzgedanken des Wolfes folgen werde.

Waschbär und Marderhund werden in naher Zukunft nach seiner Einschätzung mehr Probleme als Wölfe bereiten, weil sie zu wenig bejagt würden. Auch sei zu erwarten, dass sich in den heimischen Wäldern der Luchs als weiterer Jäger einfinden werde. Hingegen sei bei den Dachsen ein deutlicher Rückgang festzustellen. Das betreffe auch die Innenstadt von Bad Pyrmont. Es sind laut Lippert nicht nur weniger Dachse gesichtet worden sondern haben auch weniger Schäden angerichtet. „Das kommt kaum noch vor.“ Offenbar würden die Allesfresser nicht mehr durch ausgelegtes Katzenfutter angelockt, vermutet er.

Dass dagegen die Krähen immer mehr Probleme machen, ist bekanntlich ganz aktuell Thema für Rat und Verwaltung. Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome bat deshalb die Jäger anlässlich der Versammlung um eine fachmännische Unterstützung. „Ich sage Ihnen zu“, antwortete Lippert, „dass wir im Frühjahr bei den Rabenkrähen unseren Beitrag in der Bejagung leisten werden.“ Im vergangenen Jahr habe man den Abschuss von 76 Krähen in dem Streckenregister festgehalten. Leider sei das Aufstellen eines nordischen Krähenfangs verboten. Mit diesen ähnlich einer Reuse funktionierenden, wie große Volieren aussehenden Fallen, hätte man sicherlich bessere Erfolge, so der Hegeringleiter.

Überhaupt kein Verständnis haben die Jäger für die geplante Änderung des Jagdgesetzes, wie es jetzt in Nordrhein-Westfalen geplant sei und wie es derzeit auch in Niedersachsen beraten werde, weil damit unter anderem der Katalog der jagdbaren Arten deutlich reduziert werde.

So dürfen künftig wildernde Katzen und Hunde nicht mehr gejagt und auch die Lockjagd auf Rabenkrähen außerhalb der Einzeljagd soll verboten werden. Ohne mildere Alternativen verhindere das den Wildtier- und Artenschutz, so ihre zentrale Kritik. „Wir wollen dagegen auf die Straße gehen“, appellierte Kreisjägermeister Jürgen Ziegler an die Hegeringsmitglieder, an einer Demonstration am 18. März in Düsseldorf teilzunehmen. „Immerhin treten Jäger wie auch andere Organisationen für Umwelt- und Naturschutz ein.“



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