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Arbeitskreis startete Befahrung

In kleinen Schritten für bessere Radwege

BAD PYRMONT. Es geht langsam voran und lange war nichts zu hören, aber auf Eis hat die Stadtverwaltung die Überarbeitung des Radwegenetzes in Bad Pyrmont nicht gelegt. Am Donnerstagabend befuhren Mitglieder des Arbeitskreises „Radwegeverkehr Bad Pyrmont“ erstmals mit dem Rad Radwege ab, um sich ein Bild zu machen.

veröffentlicht am 13.07.2018 um 14:11 Uhr
aktualisiert am 13.07.2018 um 19:40 Uhr

Mitglieder des Arbeitskreises starten in der Brunnenstraße – selbstverständlich schiebend – zu einer Rundfahrt durch Bad Pyrmont. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Gemeinsam mit der Politik hat die Verwaltung im vergangenen Jahr einen Arbeitskreis „Radwegeverkehr Bad Pyrmont“ ins Leben gerufen, der bislang zweimal getagt hat. Das war die Theorie. Am Donnerstagabend starteten Mitglieder des Arbeitskreises erstmals mit dem Rad zu einer Tour durch, um sich vor Ort anzusehen, was man verbessern könnte.

Im Grunde ist Bad Pyrmont so schlecht nicht aufgestellt, was das Radwegenetz angeht. Doch es gibt Lücken. „Wir wollen das Radfahren in Bad Pyrmont verbessern und komfortabler machen, aber an erster Stelle steht die Sicherheit“, betont Baurat Thomas Goretzki, der bei der Stadt für Stadtgestaltung und ökologische Entwicklung zuständig ist und im April vergangenen Jahres erste Überlegungen vorgestellt hatte, ein sinnvolles Geflecht von Radwegen zu schaffen. Er hatte nun für den Arbeitskreis eine Route durch die Kurstadt ausgearbeitet, um sich Beschilderungen anzusehen und zu prüfen, welche Straßen für welche Verbesserungen infrage kommen. Sabine Jösten vom Ordnungsamt schwang sich ebenso wie Bürgermeister Klaus Blome und Arnold Schiffling von der Pyrmonter Polizei in den Sattel. Für den Rat radelten Oliver Steinwedel (FDP), Matthias Schlüter (SPD) und Ute Michel (Grüne) mit und externe Expertise brachten drei Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs aus Hameln mit. Eingeladen zu den Arbeitskreissitzungen sind üblicherweise auch Vertreter der Landesstraßenbehörde, die für Landes- und Kreisstraßen zuständig sind. „Wir sind fast alle Laien, aber sehr ambitionierte mit sehr guten Ortskenntnissen“, machte Goretzki vor dem Start deutlich.

Auf ging es durch die Stadt, um das zu dokumentieren, was verbessert werden könnte – und zwar zunächst mit Bordmitteln des Bauhofes, denn um die städtischen Finanzen ist es bekanntlich nicht allzugut bestellt. Vom Rathaus aus schob der Arbeitskreis seine Räder zunächst durch die Brunnenstraße hinüber Hylligen-Born-Allee, Schulstraße, Landwehr, Am Bruche, Hohenborner Straße, Winzenbergstraße, Oberer Weg, Südstraße, Bahnhofstraße und zurück über die Humboldtstraße ins Zentrum. Zwei Stunden Zeit hatte Goretzki dafür veranschlagt, geworden sind es am Ende drei Stunden. Es gab offenbar viel zu sehen und zu besprechen.

Information

Auftrag: Ein zusammenhängendes Radwegekonzept

Was Radwege angeht, so ist Bad Pyrmont im Grunde genommen gut erschlossen. Alleine in der Kernstadt und Holzhausen gibt es 270 Kilometer Radwege. Doch viele dieser Wege werden in ihrem Verlauf unterbrochen, ein Gesamtkonzept fehlt. Das müsse sich ändern und besser werden, meinte Johannes Güse vom Pyrmonter Bürgersinn und beantragte im Dezember 2016, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, für Bad Pyrmont und alle Ortsteile ein zusammenhängendes Radwegekonzept zu entwickeln, wohl wissend, dass die Verwaltung im Jahr 2012 schon Vorarbeit geleistet hat. Doch das sei nur ein grober Entwurf gewesen und seitdem sei nichts geschehen. Akribisch hat die Verwaltung vor sechs Jahren aufgelistet, was in der Kernstadt und Holzhausen vorhanden ist, hat Länge, Breite und Oberfläche der einzelnen Radwege erfasst und Schulnoten vergeben. Ein „Ungenügend“ gab es zwar nicht, aber gerade noch ausreichende oder gar mangelhafte Wege gibt es aus Sicht der Bauverwaltung durchaus. Der Bereich der Schillerstraße zwischen Schlossstraße und Erdfällenstraße gehört dazu, ebenso die Emmerstraße hinüber nach Lügde, der Hauptmann-Boelke-Weg und der Rischlaakeweg jeweils in Teilbereichen. Der Radweg im Milchweg beispielsweise endet an der Emmerstraße. „Das ist eine problematische Stelle“, bestätigte seinerzeit Bürgermeister Klaus Blome, der dort woht.

„An manchen Kreuzungen ist die Beschilderung für Radfahrer nicht optimal“, berichtete Goretzki anschließend. „Das mag für Ortskundige noch angehen, aber für Ortsfremde nicht.“ In Augenschein genommen worden seien auch Straßen, die zu Radstraßen ausgebaut werden könnten. „Das ist ein Mordsaufwand und wir sind auch noch zu keinem Resultat gekommen“, sagte er. Dagegen zeichne sich ab, dass es Einbahnstraßen gebe, in denen das Radfahren gegen die vorgeschriebene Richtung erlaubt werden könnte. Welche das sind, wollte Goretzki noch nicht sagen. „Dabei geht es schließlich auch um die Akzeptanz durch die Anwohner.“ Leitgedanke sei es, Radfahrer von den großen Straßen weg und zu den ruhigeren Straßen hinzuführen, erläuterte er.

Konkrete Ergebnisse gibt es noch nicht. „Sobald es die gibt, sollte sich der Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr damit befassen“, kündigte Goretzki an. Von diesen Ergebnissen und davon, was der Rat an Mitteln für eine Verbesserung des Radfahrens bewilligen will und kann, dürfte es abhängen, ob außer den „ambitionierten Laien“ auch noch professionelle Verkehrsexperten benötigt werden. Goretzki hatte schon letztes Jahr zu verstehen gegeben, dass er sich mit der Erarbeitung eines kompletten Konzeptes überfordert fühle und Bürgermeister Blome hatte die Politik aufgefordert, ein klares Signal zu geben, sonst sei es vertane Zeit und vertanes Geld.

Vorerst köcheln die Bemühungen eher auf kleinerer Flamme. „Das muss sich erst entwickeln“, so Goretzki.



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