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23°

In der Hufeland-Therme produziert ein Blockheizkraftwerk Strom und meistens auch warmes Wasser

Im Untergeschoss brummt ein Zwölfzylinder

Bad Pyrmont (uk). „Ganz schön kühl heute“, stellte der ältere Badegast fest, der am vergangenen Sonntag im Außenbecken der Hufeland-Therme seine Runden zog. Dabei sollte die Wassertemperatur an diesem Tag eigentlich 32 Grad betragen. So jedenfalls verspricht es das Staatsbad Pyrmont an Warmbadetagen. Doch gefühlt seien das an diesem Tag höchstens 25 Grad gewesen, bestätigt auch ein anderer Badegast. Startprobleme, die zu leichten Betriebsstörungen geführt hätten, nennt Kurdirektor Heinz-Hermann Blome als Grund für die Temperaturschwankungen, die es in den letzten Wochen offenbar immer wieder einmal gegeben hat und die auch die Duschen betrafen.

veröffentlicht am 10.01.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 16:21 Uhr

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Dabei ist der Grund für die Betriebsstörungen ein positiver – zumindest für die Finanzen der landeseigenen Staatsbadbetriebsgesellschaft und die Umwelt. Ein maßgeschneidertes und rund 200 000 Euro teures Blockheizkraftwerk (BHKW) sorgt jetzt – im Einklang mit der Solarthermieanlage – für eine kombinierte Erzeugung und Nutzung von Wärme und Strom und damit für Energieeinsparungen und eine Verringerung der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen um jährlich 1600 Tonnen. „Die Justierung und Einstellung der drei Komponenten der eigentlich vollautomatisch arbeitenden Anlage im laufenden Betrieb ist schwierig“, räumt der technische Leiter des Staatsbades, Hans-Josef Lohmann, ein. Starker Wind zum Beispiel könne das Wasser im Außenbecken abkühlen und darauf müsse man reagieren „Wir arbeiten daran und jetzt sind nur noch einige Nachjustierungen notwendig“, versicherte er.

Immerhin ein Drittel der Betriebskosten der Therme muss das Staatsbad für Strom und Wärme aufwenden. Eingespart werden jetzt jährlich etwa 130 000 Euro. „Bereits nach eineinhalb Jahren hat sich das Blockheizkraftwerk damit schon amortisiert“, so Blome, der seinen Technikern und auch Finanzchef Maik Fischer bescheinigt, einen „guten Job“ gemacht zu haben. Fischers Aufgabe war es, das neue Kraftwerk zu kalkulieren, das Team von Lohmann stand vor der schwierigen Aufgabe, es in dem ohnehin mit Technik vollgestopften Untergeschoss der Therme einzubauen. „Ein Zwölfzylinder-Lastwagenmotor wurde mit einem Generator gekoppelt“, erklärt Lohmann die Funktionsweise. „Die Wärme wird dabei wie im Kraftfahrzeug über Wärmetauscher zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt. Der gasbetriebene Motor betreibt gleichzeitig den Generator zur Stromerzeugung.“ Laut Lohmann werden damit bis zu 96 Prozent der eingesetzten Brennstoffenergie in Strom und Wärme ungewandelt. „Im herkömmlichen Betrieb betragen die Verluste dagegen etwa 60 Prozent.“ Die an 365 Tagen im Jahr täglich 20 Stunden arbeitende Anlage hat eine Leistung von 400 Kilowatt thermischer und 240 Kilowatt elektrischer Energie. „Das reicht aus, um unseren Sockelstrombedarf zu decken“, so der technische Leiter, der aber auch schon an Einspeisungen ins öffentliche Stromnetz denkt.

Seit einigen Jahren ist das Staatsbad dabei, regenerative Energien zur Versorgung der eigenen Gebäude zu nutzen. Begonnen hat das vor etwa vier Jahren mit einer Solarthermieanlage für die Hufeland-Therme. Die jetzt dort eingesetzte Technologie, mit der das Staatsbad laut Blome eine Vorreiterrolle übernommen habe, werde nun nach und nach auch in der Klinik Fürstenhof, den Hotels Steigenberger und Fürstenhof und bei der Modernisierung des Königin-Luise-Bades eingesetzt. „Wir setzen auf eine dezentrale Versorgung“, so der Staatsbad-Chef.

Da muss das Kraftwerk durch: Beim Einbau im Untergeschoss der Therme war Maßarbeit gefragt. Foto: Staatsbad

Der technische Leiter des Staatsbades, Hans-Josef Lohmann, vor dem Zwölfzylindermotor, der auch den Generator zur Stromerzeugung antreibt.

Foto: uk



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