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Vorstände der Stadtsparkasse zeigen sich mit dem Geschäftsjahr 2014 gerade deshalb „sehr zufrieden“

Ihre Ware ist immer weniger wert

Bad Pyrmont. Wie macht man Geschäfte mit einer Ware, für die kein Preis mehr bezahlt wird? Das ist die Herausforderung, mit der sich Banken durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank in diesen Zeiten konfrontiert sehen. Die Stadtsparkasse Bad Pyrmont macht da keine Ausnahme. Der Vorstandsvorsitzende Martin Lauffer und sein Kollege Jens Venemann haben gestern dennoch für das Jahr 2014 ein Geschäftsergebnis präsentiert, mit dem sie sich gerade deshalb „sehr zufrieden“ zeigten, wie sie versicherten. Sie belegen das mit der Summe aller von der Bank verantworteten Forderungs- und Vermögenswerten von 1,1 Milliarden Euro, einer Eigenkapitalverzinsung von 6,5 Prozent, einem Gesamtwachstum von 10 Prozent, einer Eigenkapitalausstattung über 46 Millionen Euro und einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten Bilanzgewinn von 941000 Euro.

veröffentlicht am 13.04.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich Kilian
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„Die Politik der EZB macht unser Geschäft nicht gerade einfacher“, berichtete Venemann, der für das Kundengeschäft der Stadtsparkasse verantwortlich zeichnet. „Wir haben trotzdem im vergangenen Jahr die Einlagebestände stabilisiert und die Wertpapierbestände unserer Kunden deutlich ausgebaut.“ Die Minizinsen haben auch im Kreditgeschäft ihre Spuren hinterlassen – „leider“, wie der Bankdirektor feststellte. „Die erhöhte Bereitschaft unserer Kunden, vermehrt Eigenmittel bei der Finanzierung einzusetzen und Kredite vorzeitig zu tilgen, ist deutlich gestiegen. Vermögensaufbau und gezielte Entschuldung – ob durch ausgezahlte Lebensversicherungen oder Bausparbeträge – führten so zu geringeren Darlehensbewilligungen und gezielten Bestandsrückführungen.“ Dennoch sei man mit Nachfrage nach Investitionskrediten zufrieden. „Das hat sich auf hohem Niveau stabilisiert“, so Venemann.

„Die Zinsen werden zwar in absehbarer Zeit wieder steigen, aber sie werden dauerhaft niedrig bleiben“, so Lauffer. Daraus leitet sich ab, welches die richtigen Bankprodukte für die Kunden die richtigen sind. Angesichts einer aktuellen Verzinsung von 0,1 Prozent sind das Spareinlagen immer weniger, auch wenn der überwiegende Teil der Sparkassenkunden offenbar immer noch daran festhält. „Wir verwalten 250 Millionen Euro Spareinlagen und etwa 130 bis 140 Millionen Euro Wertpapiere“, so Lauffer. Allerdings rücke die Aktie immer mehr in den Fokus, der Umsatz mit Wertpapieren habe um 20 Prozent zugenommen. „Unsere Aufgabe wird es sein, den Kunden die eventuelle Skepsis gegenüber der Anlage in Aktien zu nehmen.“ Angesichts einer laut Lauffer möglichen Verzinsung von 10 bis 12 Prozent sollte das eigentlich eine lösbare Aufgabe sein. Doch offenbar wirkt der Aktienhype der 2000er Jahre, bei dem viele Anleger ihr Geld verloren haben, bis heute nach. „Der Dax steht mit 12 300 Punkten zurzeit sehr hoch. Wenn man jetzt einsteigt, gibt es natürlich Rückschlagspotenzial“, formuliert es der Bankchef. Im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der privaten Altersvorsorge werde die Partizipation an langfristig orientierten und ertragsstarken Produktivvermögen wichtiger.

Auch Immobilien können eine Altersvorsorge sein. Mit einer Vermittlung von 30 Häusern zeigte sich Venemann zwar grundsätzlich zufrieden, aber 2014 habe es an ansprechenden und zeitgemäßen Objekten gefehlt. „Der Immobilienmarkt in Bad Pyrmont benötigt dringend weitere innovative Wohnkonzepte“, forderte er. Dass die Sparkasse eine halbe Million Euro Gewinnbeteiligung an die Stadt ausschüttete, ist einige Jahre her. Auch diesmal gibt es nichts, der Gewinn fließt vollständig in die Sicherheitsrücklage. Lauffer nennt es ein Äquivalent, dass im Jubiläumsjahr 300 000 Euro an Vereine und Institutionen gezahlt wurden. „Damit hat die Sparkasse ihre soziale Verantwortung wahrgenommen.“



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