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Acht Kandidatinnen für die Kommunalwahl im September stellen sich und ihre Ideen vor

Ihr Credo lautet: mitmischen anstatt meckern

Bad Pyrmont. Der Wunsch, etwas zu bewegen, nicht nur Männern die politischen Entscheidungen zu überlassen und anstatt zu meckern lieber mitzumischen: Diese Motivation eint über Parteigrenzen hinweg die Frauen, die bei der nächsten Kommunalwahl kandidieren werden. Am Montagabend stellten sie sich und ihre Ziele den Mitgliedern des Landfrauenvereins im Hotel Bergkurpark vor.

veröffentlicht am 04.05.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 15:21 Uhr

Politikerinnen im Gespräch: (v.li.): Andrea Dülm (SPD), Ursula Körtner (CDU), Heike Beckord (SPD), Martina Tigges-Friedrichs (FD

Autor:

Karin Heininger
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Was hat sich für Frauen in der Politik bewegt, seit Theanolte Bähnisch 1949 in Bad Pyrmont den Deutschen Frauenring gründete? Und was sind die Themen, die Frauen heute bewegen? Jede der potenziellen Ratsfrauen in spe hat sich nach eigener Auskunft bisher schon in der Politik und/oder im sozialen Bereich engagiert. So haben Ursula Körtner und Bettina Schlüter (CDU), Heike Beckord, Andrea Dülm, Sieglinde Patzig-Bunzel und Brigitte Schrank (SPD) sowie Martina Tigges-Friedrichs (FDP), die allerdings auf ein Ratsmandat verzichtet und nur noch für den Kreistag kandidiert, schon jetzt reichlich Erfahrung in der Kommunalpolitik. Neu in der Runde ist Brigitte Ansbach-Schrader, die für die CDU kandidiert. Als Vertreterin der Grünen war Mechthild Clemens aus Hameln dabei.

„Niemand würde einen Politiker fragen: ,Wie schaffen Sie das bloß alles – Familie und Beruf?’ Aber wir Frauen werden ständig danach gefragt“, sagt die Liberale Tigges-Friedrichs und findet: „Es müsste bei den Männern ein Umdenken erfolgen.“

Auch Brigitte Schrank wünscht sich mehr männliche Solidarität, obwohl sie einräumt, dass sich für die Frauen in puncto selbstbestimmter Lebensführung schon viel geändert habe.

Bad Pyrmonts einstige und wohl vorerst letzte hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte Elke Schmidt will jetzt als Vorsitzende der Pyrmonter Landfrauen den Fokus verstärkt auf politische Themen richten. Deshalb lud sie die Pyrmonter Kommunalwahl-Kandidatinnenzum Gespräch.

Erstaunt vernahmen die Zuhörerinnen von Ursula Körtner, dass heute immerhin jeder zweite Antrag auf Elternzeit von einem Mann gestellt werde.

Die Landtagsabgeordnete räumt aber auch ein: „Wir brauchen überzeugende Rahmenbedingungen, damit auch Führungskräfte in den Unternehmen zum Beispiel eine Stelle in zwei halbe Stellen für je einen Mann und eine Frau teilen können“.

Auch wenn Bad Pyrmont nicht nur eine Bürgermeisterin, sondern auch mehrere Schulleiterinnen hat, wie Ansbach-Schrader unterstrich, waren sich am Montag alle Teilnehmerinnen der von Aline Lerch (radio aktiv) moderierten Podiumsdiskussion einig: Für Frauen ist es nach wie vor ein Problem, Familie und Karriere zu vereinbaren.

Bettina Schlüter wie auf die mögliche Mitwirkung von Frauen in den Beiräten hin, die eine wichtige Aufgabe hätten. Einen menschlicheren, offeneren Umgang vieler Behörden mit den Bürgerinnen und Bürgern wünschte sich Andrea Dülm. Und eine längere Diskussion entspann sich zum Thema Frauenquote, die je nach Parteizugehörigkeit unterschiedlich gesehen wurde. „Mädchen sollten ermutigt werden, auch typische Jungenfächer in den Schulen zu wählen und nicht nur frauentypische, leider oft auch schlechter bezahlte Berufe zu ergreifen“, fand Sieglinde Patzig-Bunzel.

Dass gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit geschlechtsunabhängig und selbstverständlich sein sollte, darauf wies Heike Beckord hin. Eine längere Debatte über Schulpolitik folgte, von der allerdings manche der fast 60 Zuhörerinnen am Rande der Versammlung meinten, dass die vorwiegend ältere Zielgruppe an diesem Abends dabei aus dem Blick geriet.

Dass sie selbst kaum mitreden konnten, weil die Zeit für eine allgemeine Diskussion dann doch einfach zu kurz war, wurde ebenfalls von einigen Landfrauen kritisiert.

Eins aber war in der Versammlung nicht zu überhören: Das Bedauern darüber, dass Bad Pyrmont künftig keine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte mehr haben soll. Als jetzige Vorsitzende der Landfrauen war Elke Schmidt, die frühere hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte, die Gastgeberin bei dieser Versammlung. Sie hatte im vergangenen Jahr maßgeblich dazu beigetragen, dass Bad Pyrmont als sechster „frauenOrt“ Niedersachsens ausgewählt worden war. Nun hatte sie zu dem Thema Theanolte Bähnisch auch die damaligen Initiatoren Ursula Thümler als Vorsitzende des Landesfrauenrates und Ingrid Scheunpflug vom Frauenring Hameln eingeladen.

Beide erinnerten noch einmal an das Wirken Bähnischs, mit der die Frauenpolitik in Bad Pyrmont ihren Anfang genommen hatte, Auch heute noch, so unterstrichen beide, bedürfe es eines starken Netzwerks Gleichgesinnter, damit Frauen-Politik wirksam werde.



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