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Bestattungsfachmann Lennart Gülzow Sieger bei der Handwerkskammer Hannover

„Ich habe meine Berufung gefunden“

Bad Pyrmont. Wie das Leben so spielt. Da fängt Lennart Gülzow laut eigener Erzählung nach seinem bestandenen Abitur zunächst ein Jura-Studium an. Doch es dauert eine Zeit, bis er bemerkt, dass irgendwie dieser recht trockene Lehrinhalt nicht so das Richtige für ihn ist. Er verlässt die Uni und entschließt sich, vorübergehend die Zeit mit einem Praktikum zu überbrücken. Lennart Gülzow ist Mitte 20 und beginnt dieses Praktikum eher zufällig bei dem Bestattungsunternehmen Webel & Eggert in Bad Pyrmont. „Nach kurzer Zeit hat es Klick gemacht und ich dachte: Wow – das ist es.“ Noch immer strahlen seine Augen, wenn er darüber berichtet. Und ein glückliches Lächeln zeigt sich in seinem Gesicht.

veröffentlicht am 08.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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Ein Großteil dieser Ausbildung würde zwar auch durch die eher theoretischen kaufmännischen Inhalte besetzt, doch der handwerkliche Bereich und die vielseitige Aufgabenstellung gleiche das allemal aus, berichtet er. Etwas mit den eigenen Händen erschaffen, mit Menschen in Extremsituationen Kontakt zu haben und ihnen zur Seite stehen zu können, reize ihn besonders an diesem Beruf. „In Seminaren lernte ich das Löten von Zinksärgen, das Ausstaffieren von Särgen, das Dekorieren für Trauerfeiern, das Führen von Beratungsgesprächen und besondere trauerpsychologische Aspekte, Hygiene und den Umgang mit Verstorbenen bis hin zum Grabaushub mit einem Kleinbagger“, berichtet Gülzow. Vieles davon habe er allerdings auch in seinem Ausbildungsbetrieb erfahren und erproben dürfen und dafür sei er speziell seinem Chef Hannes Eggert dankbar.

Seine dreijährige Ausbildung zum Bestattungsfachmann krönte er nun mit einem Superergebnis, denn in dieser Berufssparte kürte ihn die Handelskammer Hannover zum Kammersieger. „Die praktische Prüfung fand im unterfränkischen Münnerstadt in der Nähe von Bad Kissingen statt. Dort gibt es ein bundesweites Ausbildungszentrum für das Bestattungswesen, in dem auch die Seminare abgehalten werden“, erzählt Gülzow. Es handele sich um ein über die Grenzen Deutschlands bekanntes Institut, und während seiner Seminarzeit habe er dort ein kanadisches Fernsehteam oder auch eine russische Delegation getroffen. Dort gebe es sogar einen Übungsfriedhof, auf dem Grabarbeiten erprobt werden.

Mit annähernd 80 weiteren Auszubildenden aus der gesamten Bundesrepublik habe seine Abschlussprüfung stattgefunden. Die dabei geforderten Tätigkeiten, wie das Führen von Beratungsgesprächen, Dekorieren, Sargausschlagen oder auch Handhabungen an Verstorbenen wurden ausgelost und mussten von den jeweiligen Teams erarbeitet werden. „Wer dann noch keinerlei Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb erwerben konnte, steht einer solchen Situation absolut hilflos gegenüber“, weiß Gülzow. Er ist froh, von seinem Betrieb gut vorbereitet worden zu sein. Auch Firmenchef Eggert ist sehr zufrieden mit dem Prüfungsergebnis und stolz über den errungenen Erfolg seines Auszubildenden.

Lennart Gülzow (li.) präsentiert mit seinem Chef Hannes Eggert die Urkunde, die ihn zum Kammersieger erklärt.ti



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