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Auch Polizei und Bahn betroffen

Hunderte von Telefonen in Bad Pyrmont tot

BAD PYRMONT. „Erleben, was verbindet.“ Der Telekom-Slogan ist für Hunderte von Pyrmontern derzeit nur Theorie. Seit Montag erleben sie nur, was trennt: Ihre Festnetz-Anschlüsse sind tot. Pikant: Zu den Betroffenen zählen auch das DB-Reisezentrum im Pyrmonter Bahnhof, die AIBP und das örtliche Polizeikommissariat.

veröffentlicht am 01.11.2017 um 18:57 Uhr
aktualisiert am 01.11.2017 um 19:44 Uhr

Bahn-Mitarbeiter Wilhelm Knappwurst (2.v.re.) kann im DB-Reisezentrum im Pyrmonter Bahnhof seit Montag nicht viel ausrichten. Er und Bernd Hogrefe helfen ratlosenden Reisenden am Ticketautomaten. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Immerhin: Wer den Polizei-Notruf 110 wählt, kommt durch. Die Nummer ist allerdings wirklich dringenden Fällen vorbehalten. Wer nur eine Frage an die Polizei hat, einen Termin abstimmen will oder eine Auskunft braucht, muss das „bitte persönlich auf der Dienststelle erledigen oder bis Morgen warten“, heißt es seit Mittwoch auf der Facebook-Seite der Polizei Weserbergland. Übers Festnetz ist die Wache seit Montagnachmittag nicht mehr telefonisch erreichbar. Wer die 05281/ 94060 wählt, hört das Besetztzeichen. Auf der Wache bleiben die Apparate stumm. „Aber unser internes Sondernetz und auch der Funkkontakt funktionieren“, sagt Polizeihauptkommissar Stefan Bremer. Und immerhin können er und seine Kollegen ihre Computer wieder bedienen. „Am Montagnachmittag funktionierte auch unser Vorgangsbearbeitungssystem nicht mehr.“ Anzeigen aufnehmen, Aussagen protokollieren – all das musste, wie früher, erst einmal von Hand notiert werden. Fahndungsabfragen wären – falls nötig – auch nicht per Computer möglich gewesen. Aber inzwischen streikt nur noch die Amtsleitung.

Richtig hart trifft es die Bahn und ihre Kunden. Im Pyrmonter Bahnhof funktioniert zwar noch einer von zwei Fahrkartenautomaten verlässlich. Bahn-Mitarbeiter Wilhelm Knappwurst kann im Reisezentrum aber seit Montag digital gar nichts mehr machen. Karten verkaufen und ausdrucken, Auskünfte zur Verbindungen geben – da muss er passen. Ihm bleibt nichts Anderes übrig, als hilf- und ratlose Reisende beim Bedienen des Automaten zu unterstützen. „Da soll ein Datenkabel gestört sein“, hat er gehört. Der Ausfall könnte auch schuld am zeitweiligen Streik des zweiten Automaten und des Fahrstuhls sein. Denn: Ist dessen Notruftelefon tot, bleibt auch der Lift stecken. Rollifahrer haben das Nachsehen.

Wenig ergiebig ist die Nachfrage in der Telekom-Pressestelle in Bonn. Wer anruft, wird auf ein Internet-Formular verwiesen. Ist das ausgefüllt, gibt‘s nach einiger Zeit eine Antwort-E-Mail retour: „Wir prüfen Ihre Meldung. Wegen des Feiertags dauert das allerdings mindestens bis morgen.“ Die Info kommt von der Netz-verantwortlichen Pressestelle in Bayern. Wie in Nordrhein-Westfalen, so ist der 1. November auch dort ein Feiertag. Wegen der reduzierten Besetzung an Allerheiligen bittet der Absender um Verständnis, „dass es bis morgen dauert, die notwendigen Informationen über die Lage in Bad Pyrmont zusammenzustellen“.

Die Störungsstelle weiß mehr: „Da ist eine ganze Masse Störungen“, erklärt ein freundlicher junger Mann. „Da berührt irgendwo ein Kabel die Erde.“ Die Isolation sei wohl kaputt. Die gute Nachricht: „Es ist in Arbeit.“ Wann der Schaden behoben sein wird, wisse er aber nicht.

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