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Per Dartpfeil am Brennpunkt: An Löwensens Jägerweg ist „das Thema noch keineswegs durch“

Hundeparadies und Anlieger-Zorn

LÖWENSEN. Der Dartpfeil trifft auf ein Waldstück oberhalb der Wohnbebauung von Löwensen, am Westrand des Königsberges. Als nächste Straße ist der Jägerweg zu identifizieren. Der Dewezet-Käfer ist dieses Mal also nach Bad Pyrmont unterwegs, um zu erkunden, was auf dieser schattigen Waldstraße so los ist.

veröffentlicht am 02.08.2018 um 08:00 Uhr
aktualisiert am 09.08.2018 um 11:00 Uhr

Endstation Verbotsschild: Der Dewezet-Käfer muss am Jägerweg umdrehen – das Ziel kann nur noch zu Fuß erreicht werden. Foto: Dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite

Von der Maulbeerallee aus sind es nur wenige Hundert Meter, die am Jägerweg befahrbar sind – links und rechts lückenlos zugeparkt von Besuchern und Angestellten des Bathildiskrankenhauses, aber auch des Sozialtherapeutischen Zentrums und der DRK-Landessschule. Platz gerade noch für einen Pkw, um hindurchzukommen. Dann aber, an der Abzweigung zur Oesbergstraße ein Schild: „Durchfahrt verboten. Forstwirtschaftlicher Verkehr frei.“

Der Dewezet-Käfer hat hier also Pause neben Bergen von Kronenholz, das hier unlängst bei Fällarbeiten durch die Stadtförster angefallen ist. Nur zu Fuß geht es weiter über einige Hundert Meter geteerter Waldstraße, die durch junge Mischholzbestände bis zur nicht mehr gesperrten Anschluss-Straße „Am Luisenstein“ führt.

Trotz Außentemperaturen von 25 Grad bereits um 11 Uhr morgens ist es angenehm kühl auf dem Jägerweg. Ein Grund, weshalb der geteerte Wirtschaftsweg gerade noch zu dieser Tageszeit ein beliebter Gassi-geh-Weg für Hundebesitzer ist. So ist Lena Trope mit ihrem Hovawart „Dusty“ hier unterwegs. Der fünfjährige Rüde ist nach Auskunft seiner Besitzerin ein prima Wach- und Familienhund und liebt Spaziergänge am Königsberg. Auch Janette und Joachim Steffen aus Löwensen gönnen ihrer zweijährigen Hündin „Emma“ bei Temperaturen noch unter der 30-Grad-Marke einen Spaziergang über den Jägerweg. „Der ist seit kurzem für den Autoverkehr gesperrt. Und das ist sehr schön zum Hundegehen“, freut sich Janette Steffen.

Am Jägerweg wartet eingeschlagenes Holz auf seine Abfuhr. Foto: Dana
  • Am Jägerweg wartet eingeschlagenes Holz auf seine Abfuhr. Foto: Dana
Nach dem Sperrschild am Ende des Luisensteins fehlt ein Wendeplatz. Anlieger wollen mit Sperrungen verhindern, dass ihre Parkplätze umfunktioniert werden. Foto: Dana
  • Nach dem Sperrschild am Ende des Luisensteins fehlt ein Wendeplatz. Anlieger wollen mit Sperrungen verhindern, dass ihre Parkplätze umfunktioniert werden. Foto: Dana
Joachim und Janette Steffen führen ihre Emma aus. Foto: Dana
  • Joachim und Janette Steffen führen ihre Emma aus. Foto: Dana
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Für Reporter Joachim Zieseniß schlug der Dartpfeil in Löwensen ein. Foto: Dana
  • Für Reporter Joachim Zieseniß schlug der Dartpfeil in Löwensen ein. Foto: Dana
Am Jägerweg wartet eingeschlagenes Holz auf seine Abfuhr. Foto: Dana
Nach dem Sperrschild am Ende des Luisensteins fehlt ein Wendeplatz. Anlieger wollen mit Sperrungen verhindern, dass ihre Parkplätze umfunktioniert werden. Foto: Dana
Joachim und Janette Steffen führen ihre Emma aus. Foto: Dana
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Für Reporter Joachim Zieseniß schlug der Dartpfeil in Löwensen ein. Foto: Dana

Womit wir bei unserer Dewezet-Käfer-Tour am Jägerweg beim Thema „Straßensperrung“ angekommen sind. Und um das scheint man auch nach monatelanger Diskussion und wenige Wochen nach Aufstellen der Verbotsschilder einfach nicht herumzukommen.

Gesperrt wurde der Jägerweg für den Fahrzeugverkehr Anfang Juni. Die Pyrmonter Stadtforstverwaltung als Eigentümer des Jägerwegs hatte seit längerer Zeit darauf gedrängt, den Weg zu sperren und nur noch in seiner eigentlichen Funktion als Wirtschaftsweg zu nutzen; da so die Unterhaltung weniger aufwendig ist und um eine Haftung bei Unfällen auszuschließen. Allerdings ist der Jägerweg für einige Anwohner Richtung Friedensthal und Am Luisenstein der kürzeste Weg in die Stadt.

Und wie Joachim Steffen bei seinen Hundespaziergängen beobachtet hat, ist es auch nach Aufstellen der Verbotsschilder an beiden Seiten des Weges so geblieben: „Da hält sich doch kaum jemand dran“, so seine Einschätzung, und dass da ein Schild allein an der schadhaften Straße wohl nicht ausreichen werde. Immerhin müsste man ohne den Jägerweg ja auch einen Umweg von zwei bis drei Kilometer in Kauf nehmen, so Steffen.

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Auf jeden Fall ist man sich im Kreise der Anwohner einig, dass mit der Sperrung des Jägerweges erhebliche bis kaum lösbare Probleme für die wenigen Bewohner der Waldstraße, aber auch der Wohnstraße „Am Luisenstein“ und „Am Rosenhof“ entstehen. So auch für Familie Reick-Rohmann, die gerade erst aus dem Urlaub zurückgekommen ist, als der Dewezet-Käfer vor ihrer Wohnung im Haus Jägerweg 2 anhält. Doch Carsten Reick-Rohmann ist trotz Urlaubsende gleich wieder beim Thema und verärgert, was die Waldweg-Sperrung angeht: Es ginge doch wohl nicht an, dass hier ein jahrzehntelang benutzter Weg so einfach gesperrt würde, schimpft er. Paketzusteller würden seitdem umkehren, Lieferungen kämen nicht mehr an. Dazu käme, dass es nach dem Durchfahrts-Verbotsschild gar keine Wendemöglichkeit gäbe. Hierfür würde jetzt ihr Privatgrundstück missbraucht. Carsten Reick-Rohmann: „Für uns Anlieger hier ist das Thema daher noch keineswegs durch.“ Für Freitagabend sei deshalb mit den Anliegern vom Jägerweg, Luisenstein und Rosenhof eine Bürgerversammlung anberaumt worden. Und dazu seien auch Vertreter aus Politik und Verwaltung eingeladen worden.

Bestätigt wurde mittlerweile von Pyrmonts Forstamtsleiter Uwe Schenkemeyer eine Aussage einer Jägerweg-Bewohnerin, dass den Anliegern des Forstwirtschaftsweges vor wenigen Tagen eine Ausnahme-genehmigung zum Befahren der Abkürzungsroute vom Amt ausgestellt worden sei.



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