weather-image
19°

Pyrmonter Reaktionen auf Entscheidung des Bundesrat zur Mehrwertsteuerreduzierung

Hoteliers: Steuer runter – Qualität rauf

Bad Pyrmont (uk). Von der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Mehrwertsteuer für Beherbergungsleistungen profitieren auch die gut 140 Betreiber von Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Kur- und Erholungsheimen in Bad Pyrmont. Doch geben sie die Reduzierung des Satzes von 19 auf 7 Prozent an ihre Gäste weiter?

veröffentlicht am 18.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 04:21 Uhr

Für Übernachtungen in Hotels und Pensionen werden künftig nur 7
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hermann Kröger, Präsident der Dehoga Niedersachsen, wies gestern darauf hin, dass die Mehrwertsteuerreduzierung den Unternehmen Handlungsspielräume für Preissenkungen, Investitionen sowie für neue Arbeits- und Ausbildungsplätze verschafft. Er geht davon aus, dass viele Hoteliers und Bettenvermieter die ersparte Mehrwertsteuer mittels Neuanschaffungen, Renovierungen oder An- und Umbauten schnell in den Wirtschaftskreislauf zurückführen. „Das wird auch der Gast zu schätzen wissen, denn in der Hotellerie zählt nicht nur der Preis, sondern vor allem ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis“, so Kröger.

Bad Pyrmonts Dehoga-Chef Horst Jaeger geht davon aus, dass viele Pyrmonter Vermieter ihren Gästen im Preis entgegenkommen werden. „Dass sollten sie auch, denn die Gäste werden von selber nach niedrigen Preisen fragen“, sagt er. Er schlägt vor, den Mehrwertsteuervorteil auf Nachlässe und anstehende Investitionen aufzuteilen, vielleicht auch in Form von Gutscheinen für Waren oder Rabatte. „Es wäre ja Betrug, wenn die Reduzierung nicht weitergegeben wird“, so sein Standpunkt.

Jürgen Drescher, Geschäftsführer der Bad Pyrmonter Infozentrums, sieht ein Problem darin, dass künftig unterschiedliche Steuersätze für Übernachtungen und Frühstück gelten. „In unserem Prospekt sind Inklusivpreise abgedruckt, wie sollen die Vermieter das auseinanderklamüsern.“ Drescher hofft, dass die Hoteliers den Steuervorteil in die Qualität ihres Hauses investieren. „Das kommt dem Gast zugute, der das auch honorieren wird.“

Genau das hat Andreas Butz vom „Classic Flair Hotel“ vor. „Wir werden den Übernachtungspreis nicht senken“ kündigte er an. „Wir sind froh über die Prozente, das verschafft uns finanziellen Freiraum, um die Qualität unseres Hauses noch zu verbessern, und die ist höher anzusetzen als ein Preis X.“

Auch Martina Tigges-Friedrichs, FDP-Ratspolitikerin und Vermieterin, wird die Steuerreduzierung nicht an ihre Gäste weitergeben. „Wir haben auch die Erhöhung von 16 auf 19 Prozent nicht weitergegeben, trotz immens gestiegener Energiekosten“, erinnert sie. „Jetzt haben wir endlich Geld für Investitionen, ohne an jeder Ecke prüfen zu müssen, ob wir beim Personal sparen müssen.“

„Firmen, die ihre Mitarbeiter auf Geschäftsreise in Bad Pyrmont übernachten lassen, haben die Steuerreduzierung längst in ihrer Planung für das nächste Jahr berücksichtigt“, weiß Kurdirektor Heinz-Hermann Blome vom Staatsbad, dem das Hotel Steigenberger gehört. „Wie hoch der Preisnachlass ausfällt, hängt von den Verhandlungen ab.“ Blome hofft auf eine Belebung dieses Geschäftes, das durch die Wirtschaftskrise stark gelitten hatte. „Jede Verhandlung über neue Preise ist auch eine Verhandlung über Übernachtungen.“ Grundsätzlich trage die Steuerreduzierung dazu bei, dass deutsche Kur- und Heilbäder im europäischen Vergleich etwas wettbewerbsfähiger würden. In 21 von 27 EU-Mitgliedsstaaten gelten laut der Dehoga bereits seit vielen Jahren reduzierte Sätze. Schlusslicht sei die Schweiz mit 3,6 Prozent.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt