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Spezialisten verlegen in Bad Pyrmont kilometerweise Leerrohre für Glasfaserkabel

Horizontal unter der Stadt

Bad Pyrmont. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet finden sich farbige Striche, Zahlen und irritierende Zeichnungen. Doch Stephan Stettner kann etwas damit anfangen, denn sie weisen ihm den Weg. Stettner und sein Bauleiter Lennart Sicha sind Mitarbeiter der Firma Kuhlmann Kabelbau aus Lüneburg. Sie haben den Auftrag, insgesamt drei Leerrohre als Paket innerhalb des Stadtgebietes von Bad Pyrmont zu verlegen. Durch eines dieser Rohre soll danach für einen Netzanbieter ein leistungsfähiges Glasfaserkabel eingezogen werden.

veröffentlicht am 11.04.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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Die beiden Fachleute nutzen für das Verlegen das Horizontalspülbohrverfahren, das möglichst geringe Beeinträchtigungen für Anlieger und den Straßenverkehr verursachen soll. Dazu wird in Abständen – bei entsprechender Bodenbeschaffenheit können das bis zu 200 Meter sein – Erde ausgehoben. Zwischen diesen Schächten treibt ein Horizontalbohrer einen Bohrkern unterirdisch voran. „Das Gestänge ist bis zu einem gewissen Grad biegsam und aus dem Bohrkopf wird Wasser herausgedrückt. Hierdurch spült sich der Bohrkopf regelrecht den Weg frei“, beschreibt Stettner das Verfahren. Auf dem Weg zwischen den Erdaushüben kann er den Standort des Bohrkopfs per Funksignal nicht nur genau verfolgen, sondern ihn auch nach links und rechts, nach oben und unten steuern. „So lassen sich Hindernisse umgehen und Kurven mitgehen.“ Ist der Bohrkopf in dem entfernt liegenden Schacht angekommen, werden die drei Leerrohre mit ihm verbunden und das Gestänge mit dem Bohrkopf wieder zum Ausgangspunkt zurückgezogen. Dabei zieht er von einer überdimensionalen Rolle die Leerrohre hinter sich her durch das Bohrloch.

„Die Rohre bleiben dann zunächst unbelegt“, sagt der Bauleiter. „Eines soll nach Abschluss der Verlegungsarbeiten mit einem Glasfaserkabel von Kabel Deutschland belegt werden.“ Die Glasfaser will Kabel Deutschland für die TV-Versorgung und für schnelles Internet nutzen. Dieses Kabel besteht aus über 200 Glasfasern, die jeweils gerade einmal so dünn wie ein menschliches Haar sind. Sie sind extrem leistungsfähig und ermöglichen Übertragungsraten von gegenwärtig 100 Megabits pro Sekunde, technisch wären 400 möglich. Die Glasfaser transportiert Signale an zentrale Netzstellen oder auch tiefer in die Netzinfrastruktur; das Koaxialkabel verteilt sie weiter an die Kunden. Die Strecke über Aerzen wird nach Hameln weitergeführt und soll im Herbst dieses Jahres fertig sein.

Drei bis vier Wochen haben Stettner und sein Team in Bad Pyrmont noch zu tun. Dabei geht es entlang der Bahnhof-, Süd- und Schillerstraße bis zur Einmündung der Hohenborner Straße sowie entlang der Oesdorfer Straße bis zur Solbadstraße. Ein Abstecher werde von der Oesdorfer Straße entlang der Bathildisstraße bis zur Post verlaufen, beschreibt Sicha eine weitere Verlegestrecke.

Vom Borchardtsweg aus treibt der Horizontalbohrer den Bohrkopf unter die Bathildisstraße. ti

„Eine Verzögerung vermuten wir im Abschnitt an der Heemsteder Brücke im Zuge der Bahnhofstraße“, erwähnt der Bauleiter. Denn diese Brücke müsse bekanntlich in absehbarer Zeit auch saniert werden, deshalb sei man sich noch nicht einig, wie die Emmer an der Stelle überquert werden soll. „Das kann entlang der Brücke erfolgen oder im Bohrverfahren unter der Emmer hindurch“, so Sicha. Das müsse noch abgestimmt und genehmigt werden, denn der Lauf der Emmer sei Naturschutzgebiet.



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