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Arbeiten am Königsberg ab Montag

Holzeinschlag an Bad Pyrmonts Hausberg

BAD PYRMONT. Es dürfte laut werden kommende Woche am Königsberg. Die Pyrmonter Stadtforst lässt hier ab Montag auf einer Fläche von 11,8 Hektar Buchen, Eichen, Lärchen und Eschen fällen. Das hat Folgen für diejenigen, die dort regelmäßig zu Fuß und mit dem Auto unterwegs sind, denn es gibt Sperrungen.

veröffentlicht am 22.02.2018 um 13:03 Uhr
aktualisiert am 22.02.2018 um 14:22 Uhr

Revierförster Philipp Klapper schaut nach der Markierung einer „erntereifen“ Eiche am Königsberg. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Dabei geht es nicht nur um Sperrungen von Wanderwegen hinauf zum Bismarckturm, sondern auch die Sperrung des Jägerwegs ist notwendig. „Wir werden das möglichst flexibel handeln, aber ab Montag muss man sich darauf einstellen, dass es zu einer längeren Sperrung des Jägerwegs kommt“, so Klapper. Auch der Holzlagerplatz am früheren Schützenhaus, der als Parkplatz genutzt wird, wird ab Montag ab 8 Uhr mit Baumstämmen dichtgemacht.

„Der Königsberg ist der Hausberg Bad Pyrmonts und entsprechend sensibel reagieren die Pyrmonter, wenn hier etwas im Wald geschieht“, ist sich Forstamtsleiter Uwe Schenkemeyer bewusst, der aus diesem Grund gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Klapper über die Holzernte informiert hat.

Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits am 22. Januar beginnen, doch Sturmtief Friederike machte damals den Forstleuten einen Strich durch die Rechnung. Und auch jetzt sollte man meinen, dass genügend Sturmholz angefallen ist und es einer zusätzlichen Holzernte nicht bedarf. „Wir wollen das trockene und vor allem kalte Wetter nutzen, denn der Boden ist gefroren und es lässt sich jetzt dort schonend arbeiten“, erläutert Klapper einer der Gründe. „Und es soll kalt bleiben.“ Zum anderen hat Friederike vor allem Fichten umgeblasen, nicht nur im Pyrmonter Mosterholz, sondern auch in anderen Wäldern. „Der Preis ist niedrig, die Sägewerke sind in einer guten Position und es macht jetzt keinen Sinn, die Fichten überhastest aufzuarbeiten“, so Klapper.

700 Festmeter Holz hat er zur Fällung veranschlagt, das sind zwar nur 5 Prozent des üblichen Jahreseinschlags, doch für den städtischen Forstbetrieb ist es ein größeres Unterfangen, zumal die Folgen deutlich zu sehen sein werden und auch kritische Reaktionen auslösen dürften. „Schon im zweiten Jahr werden wir hier aber wieder ein schönes, abgestuftes Waldbild haben, so wie es sein soll“, versucht Schenkemeyer Kritik auszubremsen. Im westlichen Teil der Fläche werden erntereife Bäume, die ihre „Zielstärke“ erreicht haben, geschlagen, weiter östlich geht es um die „Dimensionierung der Zukunft“, wie es Klapper ausdrückt. Will heißen: Bäume werden gefällt, um anderen Bäumen und jungen Pflanzen am Boden Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Eine Viertel bis ein Drittel aller Bäume auf der gesamten Fläche wird fallen. Den Marktwert schätzen die Förster auf rund 42 000 Euro.

Laut Schenkemeyer sind die Buchen und Eichen am Königsberg überreif, die Zeit längst gekommen, um das Holz vermarkten zu können. „Die Buchen sind 184 Jahre, die Eichen 231 Jahre alt“, ergänzt Klapper. Fallen soll eine mächtige Eiche, die am Jägerweg steht. Eine andere Eiche hatte bereits Friederike umgeblasen, die von einem Pilz befallen und nicht mehr standsicher war. Die noch stehende Eiche hat laut Schenkemeyer eine beschädigte Krone. Grund genug, sie zu fällen? Die Antwort: „Wir wissen, dass das nicht populär sein wird, aber wir haben die Verkehrssicherungspflicht und müssen handeln“, betont der Forstamtsleiter.

Die Arbeiten beginnen am Montag, 26. Februar. Dafür werden eine Woche lang Wanderwege und der Jägerweg für den Autoverkehr voll gesperrt. Mit der Diskussion über die grundsätzliche Sperrung des Jägerweges für Autos habe das nichts zu tun, versichert Schenkemeyer. Auch der Holzlagerplatz am Oesberg Saal, der oft als Parkplatz genutzt wird, wird ab Montag um 8 Uhr mit Baumstämmen gesperrt.

Drei Wochen sollen die Baumfällungen dauern, was auch von der Verfügbarkeit eines Harvesters abhängt, der zurzeit gut zu tun hat. In dieser Zeit können Spaziergänger den Bismarckturm entweder vom Luisenstein oder von Norden aus erreichen. Mit dem Pächter des Turms seien die Arbeiten abgesprochen worden und ihm werde während dieser Zeit eine Zufahrt ermöglicht. Wie lange das Rücken der gefällten Bäume in Anspruch nehmen wird, hängt in erster Line vom Wetter ab. „Wenn es sehr nass ist, dann kann sich das bis Mai hinziehen“, schätzt Klapper.

Im Frühjahr wollen die beiden Förster am Königsberg erstmals das Holzrücken mit einen Pferdegespann testen. Dass dies ökologisch sinnvoll ist, daran hätten sie keinen Zweifel, versichern beide. Skeptisch seien sie, was die Wirtschaftlichkeit angehe. Zum einen könne nur schwächeres Holz gerückt werden, zum anderen könne auch beim Einsatz von Pferden auf einen Einsatz von Maschinen nicht ganz verzichtet werden, um die Stämme zu stapeln.

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