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Wie der Hamburger Kabarettist Horst Schroth Verlust und Umbruch in sein aktuelles Programm einbaut

Höllenritt: Von der Horrorparty zum Weltgeschehen

Bad Pyrmont. Eigentlich fängt alles ganz harmlos an: Projektentwickler Nikolaus Niehoff aus Hamburg ist zum 65. Geburtstag seines alten Freundes Frank eingeladen. Doch dann passieren Dinge, die das Leben des Hanseaten völlig durcheinanderwirbeln. Sein Auto mit Brieftasche, Laptop und Smartphone darin wird abgefackelt, Freund Frank, der in einem schicken „gewulfften“ Penthouse lebt, ist zum nervigen Hypochonder mutiert, ein Kumpel aus dem Sauerland schickt eine Geburtstagstorte mit einer Latex-Dame als Überraschungsinhalt. Schließlich taucht auch noch der verschollen geglaubte Sohn des Hausherrn auf.

veröffentlicht am 07.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 01:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Grund genug für den Protagonisten, die Fassung zu verlieren. Doch Kabarettist Horst Schroth alias Nikolaus Niehoff bringt das Kunststück fertig, in all dem Chaos, das er mit seinem Programm „Was weg ist, ist weg“ im Kurtheater langsam aufbaut, den Überblick zu behalten und sich nicht zu verheddern. Er verliert die einzelnen Personen und Handlungsstränge nie aus den Augen, baut ganz nebenbei noch aktuelle Pointen ein und schnurrt seinen immensen Text so rasant ab, dass dem Publikum allein schon vom Zuhören die Luft wegbleiben könnte.

Vom Geburtstag kommt er zum Weltgeschehen: „Die Vogelgrippe wurde zur Seuche, weil sie im Wahlkreis von Frau Merkel ihren Anfang nahm und sich dann über ganz Europa ausbreitete – wie Frau Merkel“.

Schroth geht auch der Frage nach, warum es so viele „Doby“-Paare (Daddy old, Baby young) bei den Politikern gibt und warum Frauen meist gleich gruppenweise zum stillen Örtchen verschwinden. Das, so glaubt er, komme von der Urangst in der Steinzeit, beim Hinhocken außerhalb der Höhle von einem Tiger verspeist zu werden.

Die Sauerländer charakterisiert Horst Schroth mit treffsicherer Komik, die Frauen durchaus machohaft. Als der Kabarettist das Thema Alzheimer streift, wird es einen Augenblick still im Saal, bis er mit einem Scherz die Stimmung wieder in die heitere Richtung lenkt.

Ein versöhnliches Bild gibt es zum Schluss, bevor der Beifall im Kurtheater gewaltig aufbrandet: Die Deutschen und die Griechen tanzen gemeinsam vor dem Brandenburger Tor Sirtaki, wie einst Alexis Sorbas.

„Was weg ist, ist weg“, konstatiert Horst Schroth – und schwankt als Nick Niehoff zwischen Verzweiflung und Gelassenheit. Foto: Hei



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