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Philharmonie Kiew brilliert bei Pyrmont Symphonics

Höchste Ansprüche erfüllt

BAD PYRMONT. Die erhoffte größere Aufmerksamkeit wurde dem großen 7. Konzert in der Reihe Pyrmont Symphonics am Dienstagabend mit etwas mehr als 300 Besuchern nicht zuteil, obwohl vorab ein besonderes Ereignis angekündigt worden war.

veröffentlicht am 08.11.2017 um 15:04 Uhr
aktualisiert am 08.11.2017 um 17:42 Uhr

Die Philharmonie Kiew mit Dirigent Mykola Dyadiura, am Flügel Antonii Baryshevskyi. Foto: rr
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Rudi Rudolph Reporter
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Doch der ursprünglich als Gast avisierte Botschafter der Ukraine erschien nicht, dagegen wurde er vertreten durch den Generalkonsul der Ukraine aus Düsseldorf, Vladyslav Yehorov, der sich vor Beginn des Konzertes in Anwesenheit von Bürgermeister Klaus Blome und Kurdirektor Maik Fischer ins Goldene Buch der Stadt eintrug.

Deren spezieller Dank richtete sich an Dieter Hilpert, der es mit seinem großzügigen Sponsoren-Engagement überhaupt erst ermöglicht hatte, das finanzielle Risiko dieses Konzertes abzusichern.

Während das Publikum dieses Procedere mit Wohlwollen verfolgte, stand es jedoch sehr kritisch dem Auftritt des selbst ernannten „Teufelsgeigers“ Igor Epstein gegenüber, der auf einer elektronisch verstärkten Violine unter musikalischer Begleitung aus der Konserve ein Intermezzo von leichten Stücken intonierte.

Der Generalkonsul der Ukraine aus Düsseldorf, Vladyslav Yehorov, trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: rr
  • Der Generalkonsul der Ukraine aus Düsseldorf, Vladyslav Yehorov, trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: rr

Dagegen folgte im Anschluss ein Konzert, das höchsten Ansprüchen gerecht wurde und mit einem herausragenden Orchester, der Philharmonie Kiew, und einem höchst brillanten Pianisten ein wahres musikalisches Kleinod interpretierte: Das „Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 54“ von Robert Schumann, vollendet im Jahre 1845, ist differenziert klangfroh, und das sehr gut aufgelegte Orchester musizierte unter dem intensiven und doch feinfühligen Dirigat seines Leiter Mykola Dyadiura mit exzellenter Präzision und feiner harmonischer Modulation.

In diesem Konzert blieb genügend Raum für den Pianisten, den erst dreißigjährigen Antonii Baryshevskyi, Schumann so zartfühlend zu interpretieren, wie es der großen Liebe zwischen jenem und seiner Ehefrau Clara Schumann angemessen ist. Sie spielte das Konzert auch bei seiner Uraufführung. Es besitzt die Eigenschaften der Hochromantik, und die Zuhörer reagierten wie zu Zeiten seiner Entstehung mit großer Begeisterung.

Dieser erste echte Höhepunkt des Abends stand aufgrund der fantastischen Pianistenleistung gleichberechtigt neben der voluminösen, über eine Stunde dauernden „Symphonie Nr. 5 B-Dur WAB 105“, womit, lange schon in Bad Pyrmont erwartet, endlich einmal Anton Bruckner zu seinem Recht kam.

Seine 5. Sinfonie ist, entgegen der irdischen Liebe, getragen von der himmlischen Liebe zu Gott und zeugt von tiefer Gläubigkeit und Demut. Nicht umsonst wird sie auch „Glaubenssinfonie“ oder „die Katholische“ genannt. Bruckner selbst hat sie allerdings zu Lebzeiten aus Krankheitsgründen nie vollständig in ihrer Orchesterfassung gehört. In seine Sinfonien arbeitete er häufig Einflüsse des Barock ein, und sein besonderer Hang zu dramatischen Elementen kam sehr gut zum Ausdruck.

Seine Intention, einzelne Register jeweils stark im Wechsel in den Vordergrund zu stellen, wurde von der Philharmonie Kiew und Mykola Dyadiura perfekt realisiert. Trotz stehender Ovationen hatte jederHörer Verständnis dafür, dass sich das Orchester nach dieser künstlerischen und physischen Höchstleistung ohne Zugabe zurückzog.

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