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Weltklassik am Klavier: Boris Kusnezow setzt grandiosen Schlusspunkt

Hochklassiger Jahresausklang

Bad Pyrmont. Auf hochklassigem Niveau endete die aktuelle Reihe der „Weltklassik am Klavier“, zu der am Sonntagnachmittag der russische Pianist Boris Kusnezow den Schlusspunkt setzte. Mit einem Programm russischer und deutscher Romantik, extremer Hochgeschwindigkeits-Präzision und doch auf sympathische Weise den Kontakt zu seinem Publikum suchend, begeisterte er sein Auditorium. Die heitere Sonate A-Dur D 664 von Franz Schubert, die „Kleine Sonate, die mir besonders am Herzen liegt“, wie Kusnezow sagte, bildete den Auftakt und stimmte perfekt auf das romantische ¼uvre ein.

veröffentlicht am 10.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Sehr angenehm und informativ war die eingestreute Moderation, in der Boris Kusnezow über Johannes Brahms, dessen Klavierstücke op. 76 er zu Gehör brachte, berichtete, dass dieser damit etwas damals völlig Neues ausprobiert habe. Das sei eine eigene Welt, so Kusnezow, in der kurze Stimmungsbilder und Impressionen von enormer Klangfülle und Schönheit aufeinanderfolgten und die aus Brahms‘ „mittlerer Zeit“ stammten.

Mit stakkatoartigen Tonfolgen und komplizierten Läufen stellten diese Stücke hohe Anforderungen an den Pianisten, obwohl Tschaikowsky, der Brahms nicht leiden konnte, diesen einen „talentfreien Tölpel“ genannt hatte.

Dass diese Abneigung auf Gegenseitigkeit beruhte, zeigt sich wohl darin, dass Brahms wiederum über Tschaikowsky lästerte, „das Beste an ihm ist die Orangenmarmelade seiner Mutter“. Trotz dieses zerrütteten Verhältnisses schloss Boris Kusnezow an Brahms‘ Klavierstücke „Die Jahreszeiten“ von Peter Iljitsch Tschaikowsky an und spielte daraus die Monate Januar, März und Juni mit ihrem jeweils ganz eigenwillig die Monatsstimmung interpretierenden Charakter.

Das großartige Können Kusnezows, seine Präsenz und Sensibilität beeindruckten das Publikum sehr, und als er die Sonate d-Moll op. 31 Nr. 2 von Ludwig van Beethoven beendete, wollte der Beifall kein Ende nehmen. Kein Wunder – stellt doch die „Sturm-Sonate“ keinen Wetterbericht dar, sondern setzt sich mit dem Widerstreit des Menschlichen mit dem Schicksal auseinander. Diese beiden Kräfte formen vor allem den zweiten Satz und machen diese Sonate zu einem zentralen Werk in Beethovens Schaffen.

Natürlich wurde vehement eine Zugabe verlangt – und die gewährte Boris Kusnezow gerne mit dem „Feuerwerk“ von Claude Debussy, das, wie er nachdrücklich bemerkte, „selbsterklärend ist“ und noch einmal deutlich demonstrierte, warum dieser Pianist international derart gefragt und zugleich mehrfacher Musikpreisträger ist.



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