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Beifallsstürme im Pyrmonter Konzerthaus

Hinreißend: die „Original USA Gospel Singers & Band“

BAD PYRMONT. Es klingt fast wie eine Anordnung, als Bariton Darren Lorenzo dem Publikum einen fröhlichen Abend („a joyful night“) ansagt und dann fragt, ob es überhaupt bereit sei, eine schöne Zeit zu verbringen („Are you ready to have a good time?“). Aber das ist, wie sich ganz schnell zeigen soll, die pure Rhetorik.

veröffentlicht am 20.01.2019 um 18:22 Uhr

Sechs große Stimmen: Die „Original USA Gospel Singers“ und ihre Zwei-Mann-Band bringen das Publikum im Konzerthaus zum Jubeln. Foto: BR
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Denn schon stimmen La Toya Ransom (Alt) und Lee Mo (Sopran) „Let‘s Come in the House“ an. Und als der Rest des Ensembles – neben Darren Lorenzo auch Kimberlyn Crawford (Mezzosopran), Carl Arnes Ellis III (Tenor) und Christopher „CJ“ Williams (Bass) – sich der Aufforderung anschließt, ins Haus der spirituellen afro-amerikanischen Gesänge einzutreten, ist auch schon das Publikum dabei. Rhythmisch mitklaschtend nimmt es die Einladung an – und zwar nicht etwa bereitwillig, sondern absolut begeistert. Bei dieser Begeisterung, die sich immer wieder in tosendem Applaus, ebenso wie in – spontan auch stehend dargebrachtem – Mitklatschen äußert, soll es gute zwei Stunden lang bleiben.

Hervorgerufen wird diese Freude am Mitmachen von den sechs „Original USA Gospel Singers & Band“. Die Band, das sind übrigens Will Lewis III (Keyboard und Bariton) sowie Bernhard Flegar (Schlagzeug). Und wenn das Wort „Band“ auf der Programmankündigung angesichts einer Zwei-Mann-Besetzung zunächst einigermaßen großspurig klingt – was die beiden Musiker leisten, wie sie mit ihrem Können zum Gelingen des Konzerts beitragen, ist ganz einfach überragend.

Genau das gilt auch für die drei Sängerinnen und drei Sänger mit ihren wunderbar volltönenden, „schwarzen“ Stimmen. Wenn es gilt, die Gefühlswelt der afro-amerikanischen Sklaven von einst und ihrer heutigen Nachfahren zu vermitteln, dann sind diese „Original USA Gospels Singers“ genau der richtige Chor. Da sind die Songs mal Ausdruck eindringlicher Klage und dennoch ungebrochener Gläubigkeit, dann wieder Beweis der aus der Befreiung gewonnenen, überbordenden Lebensfreude. Jedes Mal aber zeugen sie von einer tiefen Liebe des Ensembles zu seiner Musik. Und nicht zuletzt ist jeder Vortrag nicht nur Gesang, sondern zeigt auch dieses ganz besondere Gefühl für Rhythmus, eines Gefühls, das den Sängerinnen und Sängern in die Beine fährt und sich in Tanz verwandelt. Dabei wirkt nichts einstudiert, alles scheint allein aus einer großen Freude und ungehemmtem Elan zu entstehen.

Und diese Freude, dieser Elan, die die Original USA Gospel Singers, die gegen Ende ihrer mehrwöchigen Europa-Tournee am Freitagabend auch in Bad Pyrmont gastieren, Abend für Abend erneut präsentieren, springen nahezu augenblicklich aufs Publikum über und reißen es zu Beifallsstürmen hin.



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