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Vocalensemble Cantus sorgt bei seinem Auftritt für entspannende und friedvolle Augenblicke

Himmlische Töne in der Stadtkirche

Bad Pyrmont. Das nicht gerade einladende Wetter, das vielleicht so manchen davon abhielt, sich noch abends nach draußen zu begeben und die Stufen der Christus-Kirche hinauf zu gehen, und auch die als etwas zu hell empfundene Beleuchtung im Kircheninneren konnten den Genuss in keinster Weise schmälern, den gut 150 Besucher des Konzerts von Cantus erleben durften.

veröffentlicht am 22.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Friede in dreifachem Wortlaut „Peace Pax Paix“ hatte das Ensemble seine Darbietung benannt und die Stimmen der 19 Frauen und 14 Männer im Altarraum hüllten die in eine friedvolle Stimmung versunkenen Menschen nahezu ein. Wenige mit Applaus begleitete Gesangspausen unterbrachen die ansonsten wohltuende und andächtige Stille in dem Kirchenschiff. Sonst genossen die Gäste das Konzert eingekuschelt in sich gekehrt oder mit geschlossenen Augen.

In diesen Chorpausen bewies Organist Michael Schmidt nicht nur sein Können und seine Spielfreude an der im vergangenen Jahr restaurierten Orgel, er nutzte auch das gesamte Spektrum, das ihm das Instrument bot. Das „Praeludium et Fuga in a-moll“ von Johann Sebastian Bach war hierfür bestens geeignet, denn von durchdringenden Molltönen untermalt schienen seine Finger sich regelrecht in einem Reigen zu tummeln. In der Toccata in h-moll von Eugéne Gigout schlug der Organist die Tasten derart an, dass es einem geistig die Bilder von Soldaten, Krieg, Tod und Zerstörung vor Augen führte.

Größer konnte der Kontrast zu dem nachfolgenden melodisch warmstimmigen „Kyrie eleison“ von Audrey Snyder nicht sein. Überhaupt gelang es dem Chor, unter der Leitung von Annette Schmidt-Höngen in feinen stimmlichen Nuancen immer wieder in eine entspannende und friedliche Atmosphäre zu entführen. Die Freude der Klavierpädagogin und Chorleiterin an ihrer Arbeit mit dem Ensemble drückte sich auch in ihrer Mimik und Gestik aus, womit sie exakt die ihr Zugewandten im Griff hatte. Ob 8-stimmig zelebrierte Psalmen von Felix Mendelssohn Bartholdy oder das aus der Feder von Lars Jansson stammende „To the mothers in Brasil“, dessen Salve Regina mit zärtlichen Mamma-Rufen einleitet und mit einem ebenso weichen wie volltönigen Halleluja ausklingt – einfach faszinierend bot sich die Stimmigkeit des Chores auch in dynamischen Laut-Leise-Faszetten.

Dass es aber auch teuflisch zugehen kann, bewies der Chor in stimmlichem Staccato, das einen jähzornigen „Daemon irrepit callidus“ des Ungarn György Orbán hetzen lässt. Dramaturgisch ideal gesetzt folgte als Widerpart ein musikalischer Ausklang mit dem „Dona nobis pacem“ von Mary Lynn Lightfoot. Der harmonisch friedvolle Gesang schien Zuhörende zum Mitsingen einladen zu wollen, sog förmlich, in die Melodie mit einzustimmen. Ein gelungener und eindrucksvoller Abschluss, den die Besucher später mit lang anhaltendem Applaus würdigten.

Wenn man bedenkt, dass der Chor sich aus überregional wohnenden Mitgliedern zusammensetzt, die sich lediglich einmal monatlich zu gemeinsamen Proben in Bad Pyrmont zusammenfinden, ist das vielseitige und umfangreiche Repertoire geistlicher und auch weltlicher Chorliteratur ebenso erstaunlich wie die gesangliche Leistung des gesamten Chores überhaupt.

Bei dieser Art des musikalischen Kunstgenusses kann man nur bedauern, dass das Vocalensemble Cantus, laut Aussage einer Chormitglieder, kaum noch Konzertreisen unternimmt und in diesem Jahr neben Bad Pyrmont am Wochenende wohl nur noch in der St. Marienkirche in Steinheim öffentlich zu hören war.

Die 33 Mitglieder des Vocalensembles Cantus überzeugten bei ihrem Konzert mit einer stimmlichen Bandbreite.

Foto: ti



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