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Vor 20 Jahre gründeten Watermanns den Verein „Kunterbunt“, und das wurde jetzt fröhlich gefeiert

Hier finden Kinder ein neues Zuhause

Eichenborn. „Miteinander leben und arbeiten, egal welche Stärken und Schwächen man hat, das ist die Grundidee“, benennt Mitbegründer Ulrich Watermann seine Motivation, seiner Zeit weit voraus, eine integrative Einrichtung für behinderte und nicht behinderte Pflegekinder zu gründen. „Denn Liebe, Geborgenheit und Sicherheit zu erfahren und geben zu können, ist der Schlüssel menschlichen Lebens und Wachsens.“

veröffentlicht am 02.09.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Claudia Guenther
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Bereits vor 34 Jahren nahm das Ehepaar Watermann das erste Pflegekind auf. Im Jahre 1985 lebten bei ihnen, außer den beiden eigenen Kindern, auch sechs, teilweise schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder. Vor 20 Jahren wurde der Verein „Kunterbunt“ gegründet, der im Rahmen der Jugendhilfe Kindern und Jugendlichen ein neues Zuhause gibt. Der runde Geburtstag wurde am Samstag groß gefeiert.

„Wir wollten, dass das ganze Dorf mitmacht“, freut sich Ulla Watermann über das gelungene Einbeziehen der Dorfgemeinschaft in das kunterbunte Fest. Am Samstag schmückten große Blütenkronen und Sonnenblumen die Trecker und Bollerwagen auf dem Umzug durchs Dorf. „Kunterbunt“, die freiwillige Feuerwehr, das DRK, die IG-Dorfgemeinschaft, sowie viele Freunde und ehemalige Eichenborner Pflegekinder ließen sich auch nicht von einem Regenguss davon abhalten. Das Blasorchester Lügde spielte, außerdem gab es Tanz- und Trampolinvorführungen.

„Ich hab hier nur Gutes erlebt, es war sehr schön“, sagt Dennis Hoffmann über die vier Jahre, die er als Pflegekind in der Villa Kunterbunt lebte. „Das hier ist für mich wie eine Familie geworden“, fügt der 21- jährige Auszubildende hinzu. „Ulla Watermann sehe ich als meine Mutter“. Heute leben 17 Kinder und Jugendliche im Alter von ein bis 13 Jahren mit 9 Erziehern, Heilerziehungspflegern und Sozialpädagogen in den zwei Häusern mit großem Garten, vielen Blumen und Tieren, vielfältigen Kletter- und Spielmöglichkeiten. Der Totempfahl auf dem Spielplatz erinnert an ein vierjähriges, mehrfach behindertes Mädchen, das im März verstarb. Betreuer und Kinder hätten es gemeinsam geschnitzt und aufgestellt, erzählt der Sozialpädagoge Michael Hubert.

„Die Jugendlichen, die bei Kunterbunt aufgewachsen sind, haben dort Bindungen fürs Leben erhalten und selbst über die Betreuungszeit hinaus wird Kontakt gehalten und die Jugendlichen finden immer ein offenes Ohr“, spricht Martina Kurth-Harms, Dezernatsleiterin beim Landkreis, Ulla und Ulrich Watermann ihre Hochachtung aus für das Modell einer Jugendhilfeeinrichtung, das in Niedersachsen einmalig sei und das auch Familien Hilfe biete. „Weitsichtig und innovativ setzt Kunterbunt das um, was in Europa erst diskutiert wird.“ Auch Bürgermeisterin Elke Christina Roeder lobt und würdigt die „engagierte Arbeit mit Herz“.

Für die bessere Planung und Umsetzung der Behindertenrechtskonvention, also die Inklusion in Schule, Beruf und Gesellschaft, arbeiten die Eichenborner zur großen Freude der Dezernatsleiterin Kurth-Harms an weiteren Ideen und Konzepten. „Wir werden Inklusion für Arbeitskräfte entwickeln“, kündigt Ulrich Watermann an, und Ulla Watermann fügt hinzu: „Wir leben hier mit den Kindern zusammen und all unsere Ideen voneinander zu lernen bewähren sich, wenn Vielfalt eine Rolle spielt.“



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