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Im Kurtheater macht sich Alfons zwei Stunden lang Gedanken über Raucher, Schwaben und Politiker

„Heute mein Themaaaa“: Die Deutschen

Bad Pyrmont. Heute mein Themaaaaa: Wie unterhält der französische Kultreporter sein Publikum im ausverkauften Bad Pyrmonter Kurtheater? Klar, mit Puschelmikrofon, Zettel-Klemmblock, orangefarbener Trainingsjacke und ganz viel französischem Charme. Sein Puschelmikrofon hatte Alfons natürlich mit im Gepäck, dieses fristete jedoch an diesem Abend ein bescheidenes Dasein als Bühnenkulisse.

veröffentlicht am 09.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

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Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Bad Pyrmonts Lieblings-Franzose (jetzt bitte nicht nach einem neuen Esstempel suchen) glänzt in seinem Programm „Mein Deutschland“ auch mit einer scharfen Zunge. Die 200 000-Euro-Geldstrafe für Prinz Ernst-August für zwei Ohrfeigen kommentierte Alfons trocken: „Bei den Preisen wäre die katholische Kirche pleite!“

Interessant auch, wie sich ein Franzose Gedanken um den Geburtenrückgang in Deutschland macht. „Hat bei den Rauchern doch auch geklappt. Sex mit Verhütung? Okay, darf man, aber die, die verhüten, müssen dabei vor die Tür gehen!“

Überhaupt l’amour: So plauderte Alfons von seiner Liebe zu einer Engländerin. Er wollte mal wissen, wie das mit dem Linksverkehr klappt. Im Gegensatz zu den Deutschen hatte Alfons in seiner ersten Zeit in Deutschland ein eher distanziertes Verhältnis zu den roten Ampeln. „Hätte man damals in Berlin rote Ampeln aufgestellt, die Mauer hätte man sich sparen können“, so sein Kommentar zur deutschen Disziplin.

Zwei Politiker haben es den quirligen Franzosen zurzeit besonders angetan. Mit Witzen über Präsident Nicolas Sarkozy („der, der auf Zehenspitzen stehend Angela Merkel einen Handkuss gibt“) und Guido Westerwelle („Gut, dass auf der Afrika-Reise Oettinger als Dolmetscher dabei war“) hat der Comedian in Sachen Pointen leichtes Spiel. Doch was wäre ein Abend mit Alfons ohne seine Straßenumfragen?

In Einspielungen konnten die Besucher Alfons auf einer Isar-Flussfahrt duschen sehen, ihn beim Besuch einer norddeutschen Kleingarten-Kolonie begleiten und erfahren, was eine schwäbische Kehrwoche mit sich bringt. „Schwaben haben keine Stühle, die sitzen auf ihrem Geld“, kennt Alfons inzwischen die deutschen Klischees. Zudem hat er den kauzigen Hartmut vom Hamburger Wochenmarkt, den Alfons gleich mit dem Dalai Lama vergleicht: „Er sagt viel Weisheiten, hat aber zu Hause nichts zu sagen!“ Und hier mein Faziiiit: Zwei Stunden, ein kurzweiliges Programm und ein dankbares Publikum, das die 50 jedoch meist schon hinter sich gelassen hat. Ein Alfons, der sich so um den Geburtenrückgang Sorgen macht, hat auch einige jüngere Besucher mehr als verdient.

In seinem Tagebuch hat Alfons seine Erlebnisse mit den Deutschen aufgeschrieben.Foto: Neitz



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