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Das erste „Vernetzungstreffen Flüchtlingshilfe“ stößt auf eine ermutigende Resonanz

„Herzlich willkommen“

Bad Pyrmont. Eine ermutigende Resonanz hat das erste „Vernetzungstreffen Flüchtlingshilfe“ gefunden. Die Initiatorinnen Leonie Glahn-Ejikeme vom Quäkerhaus, Marisa Franco da Costa vom Integrationsrat und Gülseren Aybay von der AIBP konnten dazu mehr als 50 Interessierte begrüßen. Vertreter der Kirchen, Schulen, der Stadtverwaltung, verschiedener Beiräte und Privatleute bildeten eine große Tischrunde, um zu beraten, wie sie Flüchtlinge in der Kurstadt herzlich willkommen heißen können.

veröffentlicht am 11.02.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 03:41 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Einen Überblick bekam die Versammlung von der zuständigen Amtsleiterin der Stadtverwaltung, Sabine Jösten. Demnach befinden sich derzeit 83 Personen dieser Gruppe in Bad Pyrmont. Ganz aktuell sei eine sechsköpfige Familie aus Syrien zugewiesen worden. Insgesamt wären 28 Familien mit 18 Kindern vom Kleinkindalter bis zu schulpflichtigen Kindern in Bad Pyrmont angekommen. Sie macht deutlich, dass es neben den unterschiedlichen Sprachen auch nicht „den einen“ Flüchtling gebe. Sie kämen aus unterschiedlichsten sozialen Strukturen. Während der eine weder Staubsauger, Herd oder Föhn kenne, würden wiederum andere problemlos mit Laptop oder Smartphone umgehen können.

Häufig, aber auch verständlicherweise, stoße sie auf Unwissenheit, ergänzte Gülseren Aybay von der AIBP. „Mülltrennung zum Beispiel ist für uns ganz banaler Alltag. Doch diese Menschen kennen das nicht“, nannte sie ein Beispiel für die Notwendigkeit, für so ein System nicht nur Verständnis zu wecken, sondern das gewünschte Verhalten auch sprachlich vermitteln zu können. Sprache überhaupt kristallisiert sich als das besondere Problem heraus.

Neben der Sprache, bestätigen andere Teilnehmer, sei eben auch der Kontakt zu dem Umfeld notwendig, sowohl in der Nachbarschaft als auch in Form gesellschaftlicher Kontakte. Teilnahme an Kultur dürfe nicht ausgeklammert sein. Auch wäre eine persönliche Begleitung bei Einkäufen hilfreich. „Ideal wäre es, wenn es zwischen den beiden Nachbarstädten keine Landesgrenze geben würde“, sprach Claudia Guenther aus Lügde ein weiteres Problem an. Wenn Flüchtlinge Kontakte zu Bewohnern der Nachbarstadt erhalten oder die Einkaufsmöglichkeit nutzen möchten, scheitere das daran, dass sie die Landesgrenze nicht überschreiten dürften. Bürgermeister Klaus Blome sagte zu, sich gemeinsam mit Lügdes Bürgermeister Heinz Reker bei den jeweiligen Kreisämtern für praktische Lösungen einzusetzen. Einen Ansatz für praktische Hilfe gibt es bereits. Am 16. Februar startet mit 19 Teilnehmern der erste Integrationslotsen-Kurs in Bad Pyrmont.

Doch auch aus der Versammlung heraus gab es Ideen und landeten auf einem Flipchart. Eine davon ist ein „Café Willkommen“. „Ein Treffen bei Tee oder Kaffee, da kommt man leichter ins Gespräch, erfährt von Bedürfnissen oder Schwierigkeiten und kann entsprechend darauf reagieren“, formulierte Glahn-Ejikeme ihre Erwartung. Von diesem Ort aus ließen sich dann auch gemeinsame Unternehmungen entwickeln. Eine andere Arbeitsgruppe will sich des Sprachproblems annehmen. Hier wird es darum gehen, schnell und effizient den Flüchtlingen die Möglichkeit zu verschaffen, möglichst kostenfrei Deutsch lernen und Alltagssituationen meistern zu können.

Gerade die finanzielle Situation der Flüchtlinge ist schwierig, da die Menschen bis zur Anerkennung ihrer Aufenthaltsberechtigung nur sehr geringe Unterstützung erhalten. Davon lässt sich kaum ein professioneller Deutschkurs bezahlen. Aus diesem Grund soll sich eine Arbeitsgruppe um das Thema Finanzen kümmern. Auch ein Flyer mit Informationen über die Stadt soll erarbeitet werden. Er soll bei der Orientierung helfen, Arztpraxen ebenso auflisten wie Geschäfte, Freizeit- und Kulturstätten.

Etwas Besonderes hat sich eine Schülergruppe der 10c der Max-Born-Realschule gemeinsam mit ihrer Lehrerin Anita Lübbert ausgedacht. Die jungen Leute wollen sich um Kinder und Jugendliche aus den Flüchtlingsfamilien kümmern und mit ihnen gemeinsam etwas unternehmen.

Auf die Ergebnisse dieser „AG Schüler für Schüler“ sowie auf die Arbeit aller nun gebildeten Arbeitsgruppen darf man gespannt sein. Auf jeden Fall sind die Gruppen, was die Teilnahme angeht, nicht geschlossen. Interessenten können sich weiterhin an Leonie Glahn-Ejikeme im Quäkerhaus oder an Gülseren Aybay bei der AIBP wenden. Das nächste Treffen im Versammlungsraum der Quäker findet am Freitag, 13. März, um 17 Uhr statt.



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