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„Weltklassik am Klavier“: Yu Mi Lee raubte ihren Zuhörern förmlich den Atem

Herrlich perlend

Bad Pyrmont. Stehende Ovationen und Bravo-Rufe begleiteten die koreanische Pianistin Yu Mi Lee am Sonntagabend aus dem kleinen Saal im Konzerthaus hinaus. Zuvor hatte sie ein furioses Klavierkonzert in der Reihe „Weltklassik am Klavier“ hingelegt, eine Zugabe hinzugefügt, und man verlangte sogar eine zweite.

veröffentlicht am 14.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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„Ich habe eigentlich keine zweite Zugabe vorbereitet“, ließ sie das Publikum wissen, und zelebrierte doch Beethovens 3. Satz der „Mondscheinsonate“ mit einer Intensität und einem Temperament, dass den Zuhörern der Atem wegblieb. Wenn das unvorbereitet war, wie spielte sie dann erst vorbereitet! Das hatte das Publikum bei dem grandiosen Konzert gerade erleben dürfen. Unter dem Titel „Pathétique!“ stand ein denkwürdiger Nachmittag mit zunächst der im Jahre 1731 veröffentlichten „Partita Nr. 2 c-Moll BWV 826“ von Johann Sebastian Bach, die in ihren sechs Sätzen bereits die große technische Perfektion und das Feingefühl Yu Mi Lees erahnen ließ. So wurde es ein herrlich perlender und fein differenzierter Bach, doch kam die Steigerung postwendend. Die Sonate Nr. 8 c-Moll op. 13 „Pathétique“ entstand in den Jahren 1798/99 und markiert Beethovens Durchbruch zum eigenen Ausdrucksstil.

Die Dramatik in den drei Sätzen Grave-Adagio cantabile-Rondo interpretierte die zierliche Pianistin mit eindrucksvoller Körpersprache und verlangte dem Blüthner-Flügel alles ab. Da war die Fantasie h-Moll op. 28 von Alexander Nikolajewitsch Skrjabin, der man die Nähe zu Chopin und Liszt, aber auch schon den Einfluss Richard Wagners anmerkte, nur noch ein Sahnehäubchen vor der Pause. Mit der „Pavane pour une infante défunte“ von Maurice Ravel und der „Nocturne Nr. 1 c-Moll op. 36“ von Frédéric Chopin hielt Yu Mi Lee das hohe Niveau weiterhin ohne Probleme, bevor sie mit Sergej Rachmaninows „Sonate Nr. 2 b.Moll op. 36“ noch einmal ein finales Glanzlicht setzte. Absolute Präzision zeigte sich hier bei zartestem Anschlag und donnernden Sequenzen, gekrönt von einem dritten Satz, der das Publikum zunächst sprachlos hinterließ und dann mit donnerndem Applaus belohnt wurde.

Wir sehr dieses Konzert Substanz gekostet hatte, erklärte sich aus der Zugabe. „Ich spiele jetzt als Zugabe etwas Ruhiges“, erläuterte Lee und meinte damit einen Auszug aus Brahms‘ Klavierstücken op. 118 Nr. 2, ebenfalls ein Genuss.

Die Pianistin Yu Mi Lee sorgte für einen Genuss ersten Ranges.rr



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