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„Grüne Dame“ vom Bathildiskrankenhaus besuchen Hospiz „Mutter Anselma“

„Hemmschwellen abbauen“

BAD PYRMONT. Als Marion B. (Name von der Redaktion geändert), ehrenamtlich als sogenannte „Grüne Dame“ im Bathildiskrankenhaus tätig, von einer todkranken Patientin angesprochen und um Rat gebeten wurde, ob denn das Hospiz „ein guter Ort“ zum Sterben sei, da fühlte sich die Pyrmonterin zum ersten Mal bei ihrer Tätigkeit ziemlich hilflos. Sie selbst hatte zwar viel Positives über das Hospiz gehört, aber keinerlei persönliche Erfahrung mit der Einrichtung „Mutter Anselma“ in Friedensthal.

veröffentlicht am 22.02.2018 um 18:20 Uhr

Die „Grünen Damen“ mit ihrer Vorsitzenden Andrea Goedecke (li.). foto: Hei
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Karin Heininger Reporterin
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Da es mehreren Grünen Damen offenbar so geht, hatte Andrea Goedecke, die Vorsitzende und mit 53 Jahren gleichzeitig die Jüngste der Gruppe, alle Mitglieder zu einem Besuch im Hospiz angemeldet, um Informationen zu sammeln und „mögliche Hemmschwellen abzubauen.“ Veranstaltungen wie diese gehören zum Fortbildungsprogramm der 23 Frauen und zwei Männer, die sich vor Ort in der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Kranken- und Altenhilfe e. V. und gesponsert von der Diakonie Niedersachsen ehrenamtlich um hilfsbedürftige, oft einsame Menschen im Krankenbett kümmern, mit ihnen sprechen, ihnen zuhören, Bücher aus ihrer kleinen Bibliothek leihen und Besorgungen für sie erledigen.

Wegen ihrer hellgrünen Kittel, die sie dabei tragen, sind sie unter dem Namen „Grüne Damen“, inzwischen erweitert um „Grüne Herren“, bekannt geworden. „Die Idee kommt aus den USA, wo diese ehrenamtlich Tätigen ,Pink Ladies’ heißen. Aber in rosa Kitteln wollte man hier in Deutschland doch nicht rumlaufen, deswegen sind es bei uns die grünen Kittel“, erzählt Andrea Goedecke.

Im kommenden Jahr feiert die Pyrmonter Gruppe ihr 40-jähriges Bestehen, zunächst im Evangelischen Bathildiskrankenhaus und dem Altenheim Bethanien, seit einiger Zeit aber auch in der Geriatrie der m&i-Fachklinik. Gerade für diesen Bereich werden noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht, die an einem Tag in der Woche von 9 bis 12 Uhr Zeit haben, sich sozial engagieren möchten und einfühlsam, kontaktfreudig und zuverlässig sind, betont die Vorsitzende.

„Wir sind professionell arbeitende Laien“, beschreibt Andrea Goedecke ihre Leistung, zu der auch zunehmend der Umgang mit dementen Menschen gehört, der in einer eigenen Schulung von einem Facharzt der Neurologie vermittelt wird. „Geduld und Herzlichkeit sind unsere wichtigsten Eigenschaften, die wir bei diesen Menschen, aber auch bei allen anderen Kranken rüberbringen möchten“, betont Goedecke, voll des Lobes für ihr gesamtes Team, das auch „nach Dienstschluss“ eine gute Gemeinschaft sei.

Im Hospiz Mutter Anselma wurden die Grünen Damen und Herren vom Geschäftsführer Pastor Bernhard Jess und einer Mitarbeiterin begrüßt und bei einer Führung mit der besonderen Einrichtung und Atmosphäre des Hauses vertraut gemacht.

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