weather-image
14°
So wird die Strecke wanderfein

Heinzelmännchen wirken am neuen „Mythenweg“

Lügde. Es ist schon eine ganze Weile her, dass die Zwerge mit einem Riesen-Rums das protzige Schloss versinken ließen, mit dem sich Hermann der Cherusker – allen Warnungen zum Trotz – ausgerechnet auf ihrem Berg breitgemacht hatte. Und natürlich ist der Zorn der kleinen Männer aus der Sage längst verraucht – zumal sie genug damit zu tun haben, die unterirdischen Schätze der Herlingsburg bei Lügde zu bewachen, die auch im richtigen Leben schon die Begehrlichkeit des einen oder anderen Raubgräbers geweckt haben soll.

veröffentlicht am 19.11.2010 um 21:11 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:26 Uhr

Am Parkplatz Hermannstal beginnt der Mythenweg, die neuen Faltblätter stecken im Plexiglas-Köcher.
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Oberirdisch waren in den letzten Tagen allerdings weder rachsüchtige Zwerge noch gierige Sondengänger unterwegs, sondern ein paar wackere Heinzelmännchen. Denn schließlich soll der neue „Mythenweg“ morgen einen guten Eindruck machen, wenn der Kreis Lippe und seine Tourismusgesellschaft alle wanderlustigen Legenden- und Geschichts-Fans zur sagenhaften Tour durch den Wald zur Wallburg einladen.

„Wir hatten schon einmal Hackschnitzel ausgelegt“, sagt Josef Hoppenstock, während er auf dem Waldboden rund um einen alten Grenzstein mit der Forke einen neuen Haufen Holzstückchen über den regenglänzenden brauchen Buchenblättern verteilt. „Doch dann kam der Sturm.“

Weil die Wanderer morgen die diversen historischen Grenzsteine entlang des Rundweges aber entdecken und bestaunen können sollen, ohne dabei nasse Füße zu bekommen, haben der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins und seine Kollegen Edmund Kriebel, Anton Pollmann und Hans Steffens mit ihrem Trecker noch schnell eine Fuhre Schnitzel den Berg hochgekarrt.

270_008_4407704_pn301_1911_5sp_Mythenweg_jl_3124.jpg
270_008_4407359_pn302_1910_5sp_Mythenweg_jl_3107.jpg

Derweil prüft Anne Gildehaus von der Tourist-Info sicherheitshalber den Zustand der Infotafeln, die die Lehnen einiger Sitzbänke zieren oder auf eigens ablegten Findlingen angebracht sind.

Der Lügder Mythenweg ist zwar schon seit einer ganzen Weile fertig. Aber noch ist er ein Geheimtipp, die Vermarktung muss erst anlaufen. „Es gab bisher einfach keine Gelegenheit, ihn zu eröffnen“, bedauert Lügdes Hauptamtsleiterin Katrin Buhr. „Erst hatten wir mit dem Städtejubiläum zu tun, dann hat uns das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und dann kam die Tunneleinweihung.“ Aber sie zweifelt nicht daran, dass irgendwann der Tag kommt, an dem dann hoffentlich alle Zeit haben, die zur Eröffnung eingeladen werden sollen.

Mehr als ein Dutzend Lügder haben – großteils ehrenamtlich – mitgeholfen, den Weg zu erarbeiten. Entweder konzeptionell wie Herlingsburg-Kenner Dieter Stumpe, der das Historische beigesteuert hat. Oder ganz praktisch wie die Männer vom Heimat- und Museumsverein, die unter anderem neue Bänke für den Wanderweg bauten.

Und auch das Land Nordrhein-Westfalen war mit im Boot. Es förderte das ehrgeizige Projekt unter dem Dach des „Naturparks Teutoburger Wald / Eggegebirge“.

Katrin Buhr und Anne Gildehaus sind überzeugt: „Das ist eine gute Wertschöpfung. Denn der Mythenweg bietet eine einzigartige Gelegenheit, das sagenumwobene Bodendenkmal Herlingsburg in den Fokus zu rücken.“

Dass die Sage von Hermann und den Zwergen längst nicht die einzige ist und warum auch eine weiße Jungfrau durchs Gehölz schwebt, erfahren alle, die sich morgen um 15 Uhr am Parkplatz Hermannstal an der Eschenbrucher Straße einfinden. Übrigens: Die Teilnahme ist kostenlos, aber feste Schuhe und auch etwas Kondition sind eindeutig von Vorteil.

Hans Steffens, Josef Hoppenstock, Anton Pollmasnn und Edmund Kriebel verteilen noch schnell frische Hackschnitzel um die Stationen des Lügder „Mythenweges“. Fotos: jl

Ein letzter Wisch – und weg. Anne Gildehaus, entfernt die Hinterlassenschaft eines Vogels von einer Infotafel.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare