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Präsidentin sieht gute Chancen

Heilbädertag: Prävention soll Pflichtleistung werden

BAD PYRMONT. Die Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes, Brigitte Goertz-Meissner, hat kritisiert, dass längst nicht alle Menschen in Deutschland Zugang zu ambulanten Vorsorgeleistungen haben. Sie forderte beim Bädertag, diese Präventionsmaßnahmen als Pflichtleistungen der Krankenkassen festzuschreiben.

veröffentlicht am 03.11.2017 um 14:30 Uhr
aktualisiert am 03.11.2017 um 15:10 Uhr

Sie haben sich Zusammenarbeit auf die Fahnen geschrieben, um den Heil- und Kurorten wieder mehr Mitspracherecht zu verschaffen (v.li.): der Vizepräsident des Deutschen Heilbäderverbandes Markus Schäfer, Geschäftsführer Herbert Renn, Präsidentin Brigi
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Grund zur Klage hat der Heilbäderverband angesichts anhaltend hoher Nachfrage nicht. In den über 350 staatlich prädikatisierten deutschen Heil- und Kurorten werden pro Jahr in Kur- und Rehakliniken stationär mehr als 3 Millionen Patienten versorgt. Hinzu kommen nach Angaben des Verbandes noch einmal so viele ambulante Patienten und Gäste. „Das Wort Kur mag heute einigen verstaubt erscheinen“, so Goertz-Meissner. „Die präventive Gesundheitsvorsorge – und nichts anderes ist die Kur – verzeichnet jedoch seit Jahren eine kontinuierlich deutlich wachsende Nachfrage.“

Die Forderung nach einer Aufnahme der ambulanten Vorsorgeleistungen in den Pflichtkatalog des Sozialgesetzbuches birgt einiges an wirtschaftlichem Potenzial. „350 Milliarden Euro werden jährlich für Gesundheitsleistungen ausgegeben, aber davon machen die ambulanten Vorsorgeleistungen bislang nur zwischen 0,5 und 0,8 Millionen Euro aus“, sagte der Geschäftsführer des Heilbäderverbandes, Herbert Renn.“ Er wehrte sich dagegen, dass der Heilbäderverband mit seiner Forderung die Kosten hochtreibe. „Im Gegenteil: Vorsorge verhilft nicht nur zu mehr Lebensqualität, sondern sie vermeidet Folgekosten.“

Auf seine Fahne hat sich der Verband unter anderem geschrieben, die Sicherstellung der ärztlichen und fachärztlichen Versorgung im ländlichen Raum durch die ambulante Öffnung von Kur- und Rehakliniken zu stärken. „Unsere Orte haben das Mittel gegen Ärztemangel auf dem Land“, so die Verbandspräsidentin, die gute Chancen sieht, mit der künftigen Bundesregierung ins Gespräch zu kommen. „Wir haben hier beim Bädertag in Bad Pyrmont festgestellt, dass wir viele Verbündete haben, die die gleichen Erkenntnisse und die gleichen Analysen haben. Wir werden sicherlich nicht alle unsere Forderungen umsetzen können, aber steter Tropfen höhlt den Stein und wir werden am Ende zu unseren Ergebnissen kommen.“

Der Verband hat sich vorgenommen, selbstbewusster aufzutreten und dabei die Bedeutung der Kurorte mit mehr als 200 000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von 25 Milliarden Euro zu nutzen. Der Bädertag stand unter dem Motto „Heilbäder und Kurorte – starke Säulen der Gesundheitswirtschaft der Zukunft“.

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