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Zeitplan kaum noch einzuhalten

Heemsteder Brücke: Rätsel im Untergrund

BAD PYRMONT. Die Suche nach einer Lösung für den Neubau der Heemsteder Brücke in Bad Pyrmont dauert länger als ursprünglich gedacht. Das macht es unwahrscheinlich, dass das Bauwerk noch in diesem Jahr fertig sein wird.

veröffentlicht am 06.08.2018 um 13:57 Uhr
aktualisiert am 06.08.2018 um 16:00 Uhr

Die Baufirma hat die Arbeiten am westlichen Widerlager der neuen Brücke eingestelt, obwohl sie theorestisch weiterarbeiten könnte. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Ich glaube kaum, dass wir den ursprünglichen Zeitplan noch einhalten können“, sagte Markus Brockmann von der zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zurzeit sind die Arbeiten auf der Baustelle komplett eingestellt, weil zunächst eine Lösung für die Gründung des südlichen Widerlagers für die Brücke gefunden werden muss. Ursprünglich sollte die Brücke Ende dieses Jahres wieder befahrbar sein.

Vor knapp zwei Wochen hatten Probebohrungen ergeben, dass der alte Unterbau nicht ausreicht, um darauf das neue Widerlager zu errichten. Brockmann spricht von sehr ungewöhnlichen Ergebnissen der bisherigen Untersuchungen. „Die Gründung der Brücke an der Westseite zur Stadt hin entspricht genau unseren Erwartungen. Wir haben ein mächtiges altes Betonfundament gefunden, das bis auf den standfesten Flussschotter reicht, so wie es vor der Ausschreibung von uns erkundet wurde“, so der Behördenleiter. Darum sei es erstaunlich, dass der Pfeiler und das östliche Widerlager auf der südlichen Seite zum Bahnhof nicht genauso gegründet sei. „Dabei liegt diese Annahme eigentlich nahe, denn die Gründungen dürfen sich nicht unterschiedlich setzen – erst recht nicht bei einer Bogenbrücke. Und das hat das alte Bauwerk ja auch nicht getan.“ Für einen Außenstehenden sei das alles sicherlich nur schwer nachvollziehbar, geht er auf die laut gewordene Kritik ein. „Aber diese Probleme konnten und mussten wir nicht erwarten.“

„Wir werden eine Lösung finden. Aber das braucht Zeit“, sagte Behördenleiter Markus Brockmann. Foto: Dana
  • „Wir werden eine Lösung finden. Aber das braucht Zeit“, sagte Behördenleiter Markus Brockmann. Foto: Dana

Aktuell sind die Erkundungen des Untergrunds noch nicht komplett abgeschlossen. Klar ist laut Brockmann bisher, dass sich Schotter beziehungsweise Kiesschichten mit unterschiedlich dicken Betonschichten abwechseln. Nun soll eine weitere Aufschlussbohrung mit größerem Gerät bis auf den Horizont des Flussschotters niedergebracht werden. Anschließend werden die Ergebnisse bewertet und eine Lösung erarbeitet.

Der Auftrag für diese zusätzlichen Erkundungsarbeiten sei erteilt worden, es gebe aber noch keine Aussage des Unternehmers, wann er die Arbeiten ausführen werde. „Unser Ziel ist natürlich so schnell wie möglich eine Lösung zu bekommen. Wichtig ist es aber vor allem, dass wir eine vernünftige Grundlage haben, um ein Konzept für das weitere Vorgehen zu entwickeln“, betont er. Dabei müsse auch berücksichtig werden, dass heute an eine Brücke andere Anforderungen gestellt werden. „Es geht um andere Sicherheiten und um andere Kräfte.“

Vorletzte Woche hatte der Hamelner Behördenleiter noch davon gesprochen, dass die Baustelle keinesfalls ruhen werde, sondern die Arbeiten am Mittelpfeiler und am nördlichen Widerlager wie geplant fortgesetzt würden. Daraus ist nichts geworden. „Die Baufirma hat sich entschlossen die Arbeiten ruhen zu lassen. Theoretisch könnten sie noch weiterarbeiten, da das westliche Widerlager noch betoniert werden kann“, stellte er fest, zeigte aber auch gleichzeitig Verständnis, dass sich das Unternehmen vorerst einer anderen Baustelle zuwende. „Baustellen haben sie genug.“

Laut Brockmann sind die Arbeiten an der Brücke aktuell zwei Wochen hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Sobald die Ergebnisse der Bodenerkundung vorliegen, werden sich mehrere Experten erneut damit befassen – unter anderem auch der Gründungsgutachter. „Wir werden eine Lösung finden. Aber das braucht Zeit.“ Eine Schätzung dazu wollte er aber nicht abgeben.



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