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37-Jähriger ab heute vor Gericht

Hauptvorwurf: versuchter Totschlag

BAD PYRMONT. Wegen versuchten Totschlags sowie drei Taten versuchter gefährlicher und fahrlässiger Körperverletzung bei zwei Anlässen muss sich ab heute ein Mann aus Bad Pyrmont vor dem Landgericht Hannover verantworten.
Im Mittelpunkt des Prozesses steht die letzte Tat, die Roudi H. (37) vorgeworfen wird.

veröffentlicht am 03.01.2018 um 20:50 Uhr
aktualisiert am 04.01.2018 um 10:05 Uhr

Richter Christoph Müller machte mit der Pyrmonter Klage eine neue Erfahrung: „Einen solchen Fall hatte ich noch nicht“, sagte er im Nachgang des Gerichtstermins in Hameln. Symbolfoto: dpa
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Diese Tat wiegt am schwersten: Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte am frühen Morgen des 2. Juli 2017 in alkoholisiertem Zustand einen 53 Jahre alten Mann nach einem Streit auf der Lortzingstraße niedergeschlagen und anschließend auf den Kopf seines bereits am Boden liegendenden Opfers eingetreten haben. Der Mann lag dann bewusstlos auf der Straße, bis sich Ersthelfer kümmerten. Er trug eine Platzwunde am Kopf davon. Aufzeichnungen einer Videokamera dokumentierten offenbar die Tat. Der mutmaßliche Täter soll den Angriff gestanden haben. Er sitzt seit Mitte Juli in Untersuchungshaft.

Erstmals ins Visier der Ermittler war Roudi H. im Jahr zuvor geraten. Auch da wurde er offenbar am Ende einer durchzechten Nacht aggressiv: Am 11. September 2016 soll er vor der damaligen „Endstation“-Bar an der Bäckerstraße versucht haben, den Wirt mit einem Messer zu verletzen, weil der ihn einige Zeit zuvor des Lokals verwiesen hatte. Den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der dazwischenging und den Angreifer mit Reizgas außer Gefecht zu setzen versuchte, soll H. ebenfalls zu verletzen versucht haben. Laut Polizei verfehlte der Stich zwar sein Ziel – auch, weil der mutmaßliche Täter durch das Reizgas nicht mehr richtig gucken und der Türsteher ihm ausweichen konnte. Ans Aufgeben dachte der Mann aber offenbar nicht. Er soll einer bis dahin unbeteiligten Bar-Besucherin in den Oberschenkel gestochen haben. Die vier Zentimeter tiefe Wunde der Frau musste im Krankenhaus genäht werden. Nach dieser wohl eher versehentlichen Attacke soll der Angreifer erneut in die Bar gelaufen sein und dort den Bruder des Wirts angegriffen haben. Der flüchtete sich hinter die Theke und blieb unversehrt. Die siebeneinhalb Zentimeter lange Klinge des Küchenmessers soll schließlich in der Theke steckengeblieben und abgebrochen sein. Mehrere Menschen überwältigten H. und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Für das Verfahren vor dem Schwurgericht der 13. Großen Strafkammer sind drei Verhandlungstage angesetzt: Nach dem heute um 9 Uhr beginnenden Prozessauftakt geht es am morgigen Freitag sowie am Mittwoch, 10. Januar, um die gleiche Zeit weiter.



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