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Kleinenbergs freiwillige Feuerwehr war 2015 mehrfach extrem gefordert / Bald gibt‘s eine Kinderwehr

Harte Einsätze für ein starkes Team

Bad Pyrmont/Kleinenberg. Besonders schöne Erfahrungen, aber auch besonders bestürzende Erlebnisse im vergangenen Jahr konnte und musste Kleinenbergs Ortsbrandmeister Dieter Keuneke am Samstagabend bei der Jahreshauptversammlung seiner Freiwilligen Feuerwehr bilanzieren.

veröffentlicht am 14.02.2016 um 18:18 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Zu welcher Art von Einsatz die große Menge Gülle gehörte, die nach dem Ventilschaden eines Tanks durchs Dorf floss und aufwendig beseitigt werden musste, sagte er nicht direkt. „Wir kennen uns ja als Dorfbewohner mit landwirtschaftlichen Geräten aus,“ meinte er und spielte damit auch auf den auch per Foto eindrücklich dokumentierten Brand eines Treckers an.

Solche Einsätze der Kleinenberger Wehr waren außergewöhnlich, wurden jedoch mit großer Routine abgearbeitet. Auch zwei Autobrände sowie ein Schornsteinbrand und die Beseitigung von Sturmschäden fielen eher in die Rubrik Normaleinsätze.

Ganz anders allerdings der Zusammenstoß eines Kleinwagens mit einem Bus, bei dem im vergangenen Juli zwei Tote zu beklagen waren. Diese Tragödie stellte ein traumatisches Erlebnis dar, bei dem, so Stadtbrandmeister Maik Gödeke, die Wehr unter Dieter Keuneke sehr differenziert und mit viel Verantwortungsbewusstsein vorgegangen sei. Denn an diesem Einsatz waren auch junge, noch unerfahrene Wehrmitglieder beteiligt, die man nicht mit dem schrecklichen Anblick konfrontieren wollte. Auch habe sich die nachträgliche Aufarbeitung des Geschehens durch Notfallseelsorger Pastor Joachim Wittchen als außerordentlich hilfreich bewährt.

Ebenfalls ein einschneidendes Erlebnis war der Einsatz zahlreicher Aktiver in der Hamelner Linsingen-Kaserne. Zunächst ging es darum, gemeinsam mit anderen Ortswehren für eine geordnete Infrastruktur zu sorgen und 300 Betten aufzustellen und einzurichten. In Anbetracht der herrschenden Not rief die Kleinenberger Wehr ihre Dorfbevölkerung jedoch zu Spenden auf, und „die Reaktion überstieg die kühnsten Erwartungen,“ freute sich Keuneke. Was da an Kleidung, Spielzeug und anderen Spenden zusammenkam, musste schließlich mit drei Feuerwehrwagen nach Hameln gebracht, dort sortiert und verteilt werden.

„Das waren alles freiwillige Einsätze, und da gebührt allen Beteiligten ein ganz besonderer Dank“, fand Keuneke. „Und auch die Eindrücke bei der Arbeit mit den Flüchtlingen haben bewegt und nachdenklich gemacht.“ Kein Wunder, dass auf diese Weise für die 25 Aktiven 1768 Stunden im Einsatz zusammenkamen. Doch auch Fort- und Weiterbildungen, Dienstbesprechungen und feuerwehrtechnische Übungen hatten ihren Platz.

Bedauert wurde sowohl von Keuneke als auch Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke und Maik Gödeke, dass nach der Auflösung der Großenberger Wehr noch keiner der dortigen Kameraden den Weg nach Kleinenberg gefunden habe, um sich dieser Wehr anzuschließen.

Hier ist die Welt jedoch noch in Ordnung. Die acht Jugendlichen, die unter ihrem umtriebigen Jugendwart Jenja Eich 1093,5 Stunden ableisteten und zum siebten Mal Stadtmeister wurden, sind sehr motiviert.

Auch eine Kinderfeuerwehr ist für das erste Halbjahr projektiert. Sie soll schon im Juni am Kreiszeltlager in Bad Pyrmont teilnehmen.

Abschließend konnten Wöbbecke, Gödeke und Keuneke zahlreiche Ehrungen und Beförderungen vornehmen. Maleika Hiller wurde zur Feuerwehrfrau befördert, Niklas Keuneke zum Feuerwehrmann. Marlon Lönnecker ist jetzt Oberfeuerwehrmann und Jenja Eich Oberlöschmeister. Jörn Keuneke wurde für zehn Jahre Mitgliedschaft geehrt, der Erste Hauptlöschmeister Jürgen Keuneke für 40 Jahre und Brandmeister Paul Gräbner für 50 Jahre Einsatz in der Ortswehr. Für sogar 60 Jahre erhielt Löschmeister Hermann Haase Ehrennadel und -urkunde.



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