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Handarbeit für die Sommerzeit

Warum Neersen in der nächsten Nacht Europa eine Zeit lang um eine Stunde voraus ist

veröffentlicht am 28.03.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Neersen. Wenn kommende Nacht Europa in die Sommerzeit wechselt und um 2 Uhr die Uhren um eine Stunde vorgestellt werden, dann ist das Neersen schon passiert. Währen die allermeisten Uhren per Funk aus dem Hessischen Mainflingen vorauseilen, muss die Turmuhr der Pauluskirche von Neersen – als einzige Kirchturmuhr im ev.-luth. Kirchenkreis Hameln-Pyrmont – von Hand umgestellt werden.

Das Gehwerk der Neersener Uhr ist noch so, wie es im Jahr 1910 von Johann Friedrich Weule gebaut wurde. Es funktioniert nach dem System der zu Beginn des 18. Jahrhunderts von George Graham entwickelten Ankerhemmung, die das Pendel dazu bringt, exakt zu schwingen. „Das bedeutet, dass ich in der Nacht auf den Turm steigen muss, um die Uhr von Hand eine Stunde vorzustellen“, erklärt Wolfgang Warnecke. Bis 2 Uhr will er zwar nicht warten, „aber so lange, bis es ganz dunkel ist, denn die letzten Stunden vor der offiziellen Umstellung geht unsere Uhr ja falsch“, schmunzelt er.

Am Uhrwerk ist ein kleines Stellrad mit Minutenanzeige, das Warnecke mit einem Schraubenschlüssel nach vorne bewegen kann. Wenn er daran dreht, läuft der Minutenzeiger mit. Den Stundenzeiger kann er nicht bewegen, der folgt dem Minutenzeiger, wie es auch in anderen Uhren üblich ist. Die Besonderheit einer Pendeluhr mit Schlagwerk besteht indessen darin, dass man auf dieses warten muss, um die Uhr nicht völlig aus dem Takt zu bringen. „Ich drehe die Uhr zunächst eine halbe Stunde vor, warte, bis es halb geschlagen hat und drehe den Minutenzeiger dann weiter auf die Zwölf, lasse es wieder schlagen und stelle dann die exakte Zeit ein.“ Da es sich nur um eine Stunde handelt, ist die Neujustierung auf die Sommerzeit überschaubar. „Würde ich allerdings bei der Einstellung auf Winterzeit genauso verfahren, müsste ich alle zwölf Stunden und die halben Stunden schlagen lassen. Da hätte das Dorf einiges auszuhalten.“ Deshalb hält Warnecke (in diesem Jahr am 27. Oktober) die Uhr einfach an. „Nach einer Stunde komme ich einfach nach einer Stunde wieder und bringe das Pendel in Schwung.“



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