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Neuer Eigentümer will Flüchtlinge unterbringen

Häuser an der Winzenbergstraße verkauft

Bad Pyrmont. Nach mehr als einem Jahrzehnt ist es der Verwaltung gelungen die drei Mehrfamilienhäuser an der Winzenbergstraße 47, 49 und 51 zu verkaufen. Im Dachgeschoss der Immobilie befindet sich auch eine Wohneinheitzur Unterbringung von Obdachlosen.

veröffentlicht am 13.04.2016 um 14:07 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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„Diese Absicht basierte auch auf Ratsbeschlüssen zur Haushaltskonsolidierung“, bestätigt Eberhard Weber, Kämmerer der Stadt Bad Pyrmont.

Bereits 2012 war in einem Bericht unserer Zeitung über die Situation von Wohnungslosen berichtet worden, dass die Stadt die Gebäude an der Winzenbergstraße an eine auswärtige Immobiliengesellschaft verkauft habe. Ohne auf Details einzugehen, bemerkte Weber hierzu, dass der Verkauf der drei Mehrfamilienhäuser damals schlussendlich doch nicht verwirklicht werden konnte, sodass die Stadt weiterhin auf den inzwischen erheblich sanierungsbedürftigen Häusern sitzen blieb und deren Verkauf unter anderem auch im Internet anbot.

Nun seien in diesem Frühjahr zwei ernsthafte Angebote Interessierter eingegangen und man habe sich für das des höheren Bieters entschieden. Dass es aktuell diese Gebote gab, führte Weber auch auf die mehrfach veröffentlichten Bitten der Stadt zurück, Wohnraum zur Anmietung für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Häuser sei vorgesehen, zumindest fünf Wohneinheiten in dem zurzeit leer stehenden ersten Haus für Flüchtlinge anzumieten, sobald deren Sanierung durchgeführt worden sei.

In Zimmern wie diesem werden Obdachlose untergebracht. Foto: uk

„Wir stehen aktuell nicht unter Zeitdruck, da wir noch sechs freie Wohnungen für eine Belegung zur Verfügung haben. Insofern betrachten wir diese weitere Anmietungsmöglichkeit als Zuweisungspuffer, da zurzeit nicht absehbar ist, wie sich in diesem Jahr die weitere Zuweisung von Flüchtlingen auch für Bad Pyrmont entwickeln wird“, sagt der Verwaltungsfachmann und ergänzt zu der bislang vorgehaltenen Obdachlosenunterkunft: „Die beiden Wohneinheiten zur Unterbringung von Wohnungslosen werden von uns ebenfalls weiter angemietet, um sie im Bedarfsfall nutzen zu können.“

Als einer der neuen Eigentümer bestätigt Jürgen Rehse den Kauf. Er und seine Söhne sind unter anderem auch im Bad Pyrmonter Stadtbild mit ihren Immobilien und Betrieben keinesfalls unbekannt. Dabei handelt es sich vorrangig um Häuser zur Unterbringung von Menschen mit psychischen oder Problemen in ihren besonderen Lebenslagen, wie Rehse es beschreibt. „Wir haben mit unseren Einrichtungen stets und ganz besonders unser soziales Engagement im Blick.“

Deshalb entschlossen wir uns auch dazu, diese drei Häuser mit gut 22 Wohneinheiten zu erwerben und der Hilfe suchenden Stadt zur Anmietung für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen“, erklärt sich Rehse. Dabei legt er Wert darauf, aus den Gesprächen mit der Stadt auch darauf zu vertrauen, dass diese Anmietungen letztlich auch erfolgen. „Zwischen dem, was wir investieren wollen und was uns der Kaufpreis abfordert, ist uns nicht viel Luft gelassen worden. Dennoch stehen wir dazu, dass wir ja gesagt haben“, sagt Rehse und macht dabei deutlich, das zwischen ihm und der Stadt Besprochene auch einfordern zu wollen. Dazu gehöre eine auf 10 Jahre festgeschriebene Anmietung der Wohnungen, sobald die Sanierung des ersten Hauses abgeschlossen sei. „Wir sagen, dass wir die Einrichtung nach erfolgter Sanierung für Flüchtlingswohnungen zur Verfügung stellen. Und dazu stehen wir“, drückt Rehse aus. Da sich ein erheblicher Sanierungsbedarf von der Dacherneuerung bis zur Heizungstechnik abzeichne, würden sämtliche Arbeiten nicht vor Oktober abgeschlossen sein. Die offizielle Übergabe der Objekte in dem derzeitigen Zustand soll nach der jetzt erfolgten Vertragsunterzeichnung am 15. April geschehen.

Derzeit klafft zwischen der Erwartungshaltung der neuen Eigentümer, den später sanierten Wohnraum über Stadt oder Landkreis für Flüchtlinge angemietet zu bekommen, und dem aktuellen Bedarf eine erhebliche Lücke, wie es sich aus der aktuellen Situationsbeschreibung der Stadt zur Zuweisung von Flüchtlingen ergibt (wir berichteten). Demnach verfügt die Stadt noch über sechs freie Wohnungen, die von Vermietern zur Unterbringung von Flüchtlingen bereits per Vertrag zur Verfügung gestellt wurden. Zwar beabsichtigt die Stadt, auch weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen, ob sich allerdings damit das durch die Winzenberghäuser entstehende Überangebot füllen lässt, wird der Verlauf des Jahres zeigen müssen.



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