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Künstler beleben leerstehendes Haus

Häuschen mit Witz und leicht marodem Charme

Bad Pyrmont (Hei). Das Thema liegt seit längerem in der Luft. Wie wäre es, so fragte nicht nur Ursula Körtner jüngst im Rat der Stadt, wenn sich Künstler aus Bad Pyrmont der vielen Leerstände in der Stadt annehmen und ein unbewohntes Haus für sich und ihre Kreativität nutzen würden? Diese Idee, die von einigen Kunstschaffenden selbst immer wieder aufgegriffen wurde, wird im Augenblick am Oesdorfer Platz in die Tat umgesetzt.

veröffentlicht am 02.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:21 Uhr

Antje Horn, Klaus Egner und Peter Krause (v. li.) versuchen, in
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In einem dort seit längerer Zeit leerstehendem Haus ist neues Leben eingekehrt. Da wird geputzt und gestrichen, Lichtleitungen werden gelegt, und die zehn Puppenstuben-Räume werden hergerichtet. Die drei Kunstmaler, die demnächst das Haus als Werkstatt und Ausstellungsort für mehrere Wochen nutzen werden, sind im Augenblick mit Mal-Arbeiten ganz anderer Art beschäftigt. Antje Horn, Klaus Egner und Peter Krause versuchen, in ein Sammelsurium von wild gemusterten Tapeten, zum großen Teil aus den 70er-Jahren, so etwas wie Stil reinzubringen. Das heißt, die meisten Wände werden weiß oder farbig überstrichen.

Doch einige schön schreckliche Flächen bleiben im Urzustand erhalten: ,,Das ist dann schon wieder nostalgisch“, schmunzelt Antje Horn. Seit einigen Wochen schuftet das Trio in jeder freien Minute, um das Häuschen für ihre kommende Ausstellung fit zu machen. Und auch Antje Horns Mann Wolfgang unterstützt sie und legt Leitungen für Halogenlampen.

Angefangen hat das Ganze mit einer Idee von Optikermeister Erich Strowick, ein Freund des ehemaligen Stadtbaurates und Graphikers aus Passion, Klaus Egner. Er kaufte vor einem Jahr das leere und verwahrloste Haus neben seinem Geschäft und verpasste ihm erst einmal einen frischen Anstrich, so dass es von außen wieder schmuck aussieht. Ein größeres Problem war jedoch das Innenleben. Gemeinsam spannen die Freunde die Idee der ,,Kunstbesetzung“ (so auch der Name der Aktion) weiter, gewannen Antje Horn und Peter Krause als Verbündete, und so gingen alle an die Arbeit.

„Die musste da einfach rein“: Dieser Flamingo stammt
  • „Die musste da einfach rein“: Dieser Flamingo stammt vom Flohmarkt.
Klaus Egner schleppt Farben für die „Mal-Arbeiten“.
  • Klaus Egner schleppt Farben für die „Mal-Arbeiten“.

Als Fachmann untersuchte Egner auch die Bausubstanz und schlug probeweise eine Wand auf. Diese Stelle bleibt nun im Rohzustand und wird in die Dekoration integriert. Auch eine Wand mit Delfter Kacheln bleibt erhalten. Und der kleine Raum wird belebt durch eine Flamingo-Skulptur, die auf einem Flohmarkt erstanden wurde. Krause: ,,Die musste da einfach rein.“

So hat das ganze Häuschen irgendwie Witz und einen leicht maroden Charme. Noch stehen die Bilder der drei Künstler, im Stil und in der Technik ganz unterschiedlich, in den Räumen verteilt am Boden. Aufgehängt werden sie erst ganz zum Schluss. Eröffnung ist am 27. November um 18 Uhr. Bis dahin wird noch ein Banner mit dem Namen Kunstbesetzung am Haus angebracht, und vor der Tür werden Podeste mit Blumen aufgestellt, die Gudrun Potthast zur Verfügung stellt. Und weil ja bald Weihnachten ist, werden auch angesprühte Tennisbälle als Kugeln irgendwo in die Dekoration eingebaut.

Nach der Eröffnung ist die Verkaufsausstellung für einige Wochen mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet, samstags und sonntags von 11 bis 15 Uhr. Einer der ,,Besetzer“ wird dann jeweils anwesend sein. Was danach mit dem Haus geschieht, ist noch völlig offen. ,,Ich liebe Kunst und freue mich, dass ich einigen Künstlern zunächst zeitweise Raum bieten kann“, betont Strowick, der mit Interesse die Aktivitäten verfolgt.



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