weather-image
24°

Geplanter Verkauf des Gästehauses Maria-Friedensthal sorgt beim neuen Träger für offene Fragen

Hängepartie fürs Hospiz

Bad Pyrmont. Wie geht es weiBad Pyrmont. Wie geht es weiter mit dem früheren Hospiz Mutter Anselma im Friedensthal in Löwensen und vor allem wo? Das ist die Frage, die sich die Gesellschafter der neu gegründeten Hospiz-Gesellschaft als Nachfolger der bisher von den Thuiner Schwestern betriebenen Einrichtung ganz aktuell stellen. Aber Antworten konnte auch die am Mittwoch tagendende Gesellschafterversammlung nicht finden. „Das ist zurzeit eine Hängepartie“, bestätigt Krankenhausseelsorger Bernd Jess, einer der Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH.

veröffentlicht am 15.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

270_008_7858770_pn144_1504.jpg

Autor:

VON HANS-ULRICH KILIAN
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zum Jahreswechsel hatte die Kongregation der Franziskanerinnen Thuine e.V. das Hospiz an die „Agaplesion Haus Bethesda eGmbH“ mit ihren drei Gesellschaftern Stiftung Bethesda, Hospiz-Verein Bad Pyrmont und Bathildiskrankenhaus übergeben. Räumlich blieb alles beim Alten, ein Mietvertrag mit Verlängerungsoption gilt bis zum Jahresende. Doch nun wollen die Thuiner Schwestern sich von dem Gebäudekomplex, in dem sie aktuell noch ein Gästehaus führen, trennen. Für knapp 2 Millionen Euro soll die auf kirchliche Immobilien und Klöster spezialisierte Kölner Firma „Pro Secur“ für das Haus mit den 63 Zimmern und 62 000 Quadratmeter Wohnfläche einen Käufer finden.

„Wir können das Gebäude nicht alleine betreiben, es wäre also schön, wenn ein neuer Eigentümer mit einer gemeinsamen Nutzung einverstanden wäre“, so Jess. Einen solchen Interessenten gibt es in der Tat, doch die Schwestern lassen sich mit ihrer Entscheidung Zeit. Sie sind derzeit damit beschäftigt, eine neue Generaloberin zu bestimmen.

„Es gibt viele offene Fragen, die wir selber nicht beantworten können“, so Jess. Doch möglicherweise drängt die Zeit, denn laut „Pro Secur“ wird das Hospiz das Gebäude bereits Mitte 2016 verlassen. Dass die Kongregation oder ein Käufer das Hospiz vor die Tür setzt, davon gehe er nicht aus, betont dagegen Jess unter Berufung auf den Mietvertrag und die Verbundenheit der Schwestern mit dem Hospiz. Alternativ könnte es laut Jess in den Teil des ehemaligen Schwesternwohnheimes des Bathildiskrankenhauses ziehen, das dem Krankenhaus gehört und nicht vom Landkreis Hameln-Pyrmont für die Unterbringung von Flüchtlingen angemietet worden ist. Hier sollte es ursprünglich ohnehin untergebracht werden. Doch der Umbau würde laut Jess mindestens eineinhalb Jahre dauern und abgesehen dafür würde man lieber im Friedensthal bleiben. Auf zwei Millionen Euro hatte Krankenhausgeschäftsführer Alfred Karl Walter im Sommer vergangenen Jahres die Kosten für den Umbau beziffert, also genau so viel, wie die Schwestern jetzt für ihr Gebäude haben möchten.

Die Einrichtung, in der sich aktuell elf Mitarbeiterinnen um Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebensweges kümmern, ist laut Jess sehr gut ausgelastet. Acht Betten gibt es, perspektivisch ist an eine Aufstockung auf zehn Betten gedacht. Doch die Betreiber sind auf Spenden angewiesen, denn die Bedarfssätze reichen zur Deckung der Kosten nicht aus. Gewinn darf ohnehin nicht erwirtschaftet werden. Für den laufenden Betrieb werden laut Jess in den ersten Jahren schätzungsweise mindestens 150 000 Euro pro Jahr benötigt, um das strukturelle Defizit auszugleichen. „Doch die Spenden fließen zurzeit nicht so, wie wir uns das wünschen“, räumt er ein und will die Gründe dafür nun analysieren. „Das Spendenaufkommen verläuft wellenförmig, das war aber bei den Thuiner Schwestern schon so.“

Im Obergeschoss des linken Flügels ist das Hospiz mit derzeit acht Betten untergebracht. Für den gesamten Gebäudekomplex suchen die Thuiner Schwestern

einen Käufer.

Foto: uk



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?