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Polizei ermittelt wegen Tötungsversuchs

Gymnasiast würgt Klassenlehrer

Bad Pyrmont. Eskaliert ist ein Konflikt zwischen einem Schüler und seinem Lehrer bei einer Klassenfahrt des Pyrmonter Humboldt-Gymnasiums nach Goslar: Mit einem Schnürsenkel hat ein 14-Jähriger seinen Klassenlehrer angegriffen und gewürgt. Der Studienrat erlitt Würgemale am Hals und – als Folge seines Befreiungsversuches – einen Sehnenabriss am Finger. „Wir ermitteln wegen versuchten Totschlags“, bestätigte gestern auf Anfrage Jörn Schedlitzki, Sprecher der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont, den Vorfall, der sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche in der Jugendherberge der Kaiserstadt ereignet hatte. Gegen den Jungen sei schon mehrfach wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt worden. Er ist vorläufig vom Schulbetrieb ausgeschlossen. „Er darf das Gelände und die Schule nicht betreten. Beamte haben ihm im Rahmen einer Gefährderansprache die polizeilichen Konsequenzen aufgezeigt“, sagt Schedlitzki. Die Pyrmonter Polizei kontrolliere die Einhaltung dieses Verbots und führe verstärkt Streife. Ob der Schüler das Humboldt-Gymnasium dauerhaft verlassen muss, soll in der kommenden Woche entschieden werden.

veröffentlicht am 01.10.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:27 Uhr

Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Die Schulleitung will sich zu dem Vorfall nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handele, wie die stellvertretende Direktorin Barbara Conring erklärte. Sie verwies an die Landesschulbehörde in Lüneburg. Aber auch dort gibt man sich angesichts der laufenden polizeilichen Ermittlungen äußerst zugeknöpft. „Wir wollen erst die Ergebnisse abwarten“, erklärte die stellvertretende Pressesprecherin Karin Böhm. Auch Konsequenzen für den Schüler seien noch offen: „Ein Schulverweis ist eine Möglichkeit, über die jedoch noch nicht entschieden ist.“ Böhm gab jedoch bekannt, dass den Pyrmonter Schülern und den beteiligten Lehrern nach ihrer Rückkehr in die Kurstadt ein Psychologe zur Seite gestellt worden sei.

Derweil schießen in Bad Pyrmont die Gerüchte ins Kraut, sorgen sich Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder. Die sei jedoch nicht gefährdet, wie Schulleitung und Polizei versichern. Auch im Internet wird das Geschehen auf einer Pyrmonter Facebook-Seite diskutiert. User sprechen von einem „Mordversuch“. Wie Recherchen dieser Zeitung ergeben haben, soll der 14-Jährige aufgrund seines Verhaltens schon mehrfach eine „letzte Chance“ erhalten haben. Diese habe auch für die Klassenfahrt gegolten. Zunächst sei der Schüler auch unauffällig geblieben. Dann habe es jedoch einen Konflikt über die Hygiene in der Jugendherberge gegeben. Der Junge wollte angeblich ein Foto machen, um über ein Internet-Portal auf diesen vermeintlichen Missstand aufmerksam zu machen. Daraufhin habe ihm der Lehrer das Handy abgenommen. Am Abend sei es dann zu einem weiteren Konfliktgespräch gekommen. Der Schüler habe den Raum verlassen, der Studienrat und eine Lehrerin, die die Klassenfahrt ebenfalls betreute, folgten ihm. Im Treppenhaus habe der Junge den Studienrat dann angegriffen, ihm das Schuhband um den Hals gelegt und zugezogen. Nachdem andere Schüler dem Pädogogen zu Hilfe geeilt waren, sei der 14-Jährige geflüchtet, wobei er in der Jugendherberge noch Feueralarm ausgelöst haben soll. Er wurde später von Beamten der inzwischen durch die Lehrerin informierten Polizei Goslar aufgegriffen.

Wie Schedlitzki betonte, werde der Pyrmonter Schüler am heutigen Donnerstag von der Polizei zu dem Vorfall vernommen: „Ob es beim Vorwurf des versuchten Totschlags bleibt, entscheidet dann die Staatsanwaltschaft Hannover.“



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