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Baugrund am Gondelteich für neues Feuerwehrhaus nur „mäßig tragfähig“ / Kanalbau wird teuer

Gutachter rät zu größter Vorsicht

BAD PYRMONT. Sollte es etwas werden mit dem Bau eines Feuerwehrhauses auf dem Parkplatz am Gondelteich, dann bekommt es die Stadt als Bauherr mit einem „mäßig tragfähigen“ Baugrund zu tun. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das Baudezernent Schmidt vorgestellt hat und das zu größter Vorsicht beim Bau rät.

veröffentlicht am 31.05.2019 um 16:27 Uhr
aktualisiert am 31.05.2019 um 19:50 Uhr

Der Untergrund des Parkplatzes am Gondelteich hat es in sich. Und dabei ist noch nicht einmal die Frage der wegfallenden Parkplätze geklärt. Foto: yt
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Der Baugrund ist bebaubar, aber es ist kein einfacher Baugrund“, fasste Schmidt vor den Mitgliedern des Bauausschusses die Kernaussage des Baugrundgutachtens zusammen, das auf insgesamt 13 Rammbohrungen und zwei Baggerschürfungen fußt.

Der Gutachter empfiehlt laut Schmidt nicht nur vor und während des Baus zulaufende Kontrollprüfungen, sondern auch eine zusätzliche, 20 bis 40 Zentimeter starke Tragfähigkeitsschicht oder den Einbau von Geokunststoffen, damit auch schwere Feuerwehrfahrzeuge das Grundstück befahren können. Dazu kommt eine ganze Reihe von Hinweisen, die berücksichtigt werden sollten. Sie reichen von der frostsicheren Gründung in einer Tiefe von mindestens 80 Zentimetern über die Herstellung eines Gründungspolsters von mindestens einem halben Meter Stärke bis hin zur Abdichtung der erdberührenden Bauwerksfläche.

Noch steht nicht fest, ob der dort jetzt liegende Kanal für den Neubau verlegt werden muss oder nicht. Das hängt davon ab, wie das Grundstück bebaut werden soll. Fest steht aber, dass der Kanal nicht überbaut werden darf. Fest steht auch, dass der Kanal verlegt werden kann. Allerdings dürfte das die Kosten für den Neubau weiter in die Höhe treiben. Erste Kostenschätzungen der Verwaltung gehen von mindestens 300 000 Euro nur für den reinen Kanalbau aus – ohne Honorare, Bodenverbesserung und Herstellung der Oberfläche. Doch damit nicht genug. Um die Dichtigkeit des Kanals dauerhaft zu gewährleisten, können nicht die sonst üblichen Betonrohre verwendet werden, sondern andere Materialien, die laut Schmidt deutlich teurer sind.

Auch beim Bau des Kanals müssten die Planer große Vorsicht walten lassen. Die Böden sind laut Gutachten wasserempfindlich und könnten bei ihre Tragfähigkeit fast vollständig verlieren, werden sie zu nass. Die Arbeiten müssen also das Wetter berücksichtigen und freigelegte Flächen müssen umgehend wieder überbaut werden.

„Das, was wir bisher haben, ist noch keine Planung, sondern lediglich eine Studie“, beantwortete der Baudezernent die Frage von Ausschussmitglied Stefanie Plaul (WiR), ob das Gebäude dort überhaupt gebaut werden könne.

Die Kosten und aufwendigen Baugründungen sind das eine, die öffentlichen Parkplätze, die durch den Neubau verloren gehen würden, das andere. Aktuell beschäftigt sich eine fachübergreifende Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung unter Federführung des Ordnungsamtes mit der Frage, wie und wo Ersatz geschaffen werden könnte. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen laut Schmidt am 6. Juni dem Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr vorgestellt werden. Allerdings steht das Thema bislang nicht auf der öffentlichen Tagesordnung dieser Sitzung.

Die Parkplatzfrage ist von wesentlicher Bedeutung für den Standort. Der einstimmige Beschluss der Politik, das Feuerwehrhaus für die beiden eigenständig bleibenden Ortsfeuerwehren Holzhausen und Bad Pyrmont am Gondelteich zu bauen, gilt nur, wenn die dort wegfallenden Parkplätze 1:1 ersetzt werden. „Das müssen wir ohnehin erst einmal abwarten“, erinnerte Katrin Drinkuth (CDU) den Ausschuss an den Grundsatzbeschluss vom November 2018.



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