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Nur 10 Prozent der Fläche entspricht dem Zustand eines Nationalparks

Gutachten zur Senne

Augustdorf. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW hat das Gutachten zur Eignung der Senne als Nationalpark aktualisiert. Landesumweltminister Johannes Remmel hat den Bürgermeistern und Landräten der betroffenen Gebietskörperschaften das Gutachten vorgestellt. Darüber informierte Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf den Haupt- und Finanzausschuss in Augustdorf. Er hob folgende Punkte hervor:

veröffentlicht am 12.09.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

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Gegenüber dem alten Gutachten aus dem Jahr 2011 wurden die Flächen des Prinzen zur Lippe sowie des Landesverbandes Lippe aus der Kulisse herausgenommen.

Die Lebensräume wurden neu kartiert. Dabei stellte sich heraus, dass in der Senne rund 750 Hektar Fauna und Flora Habitat (FFH)-Lebensräume, vor allem Heide- und Graslebensräume, weniger vorhanden sind als noch im Gutachten von 2011 dargestellt wurde.

Das Gutachten stellt deutlich heraus, dass die internationalen und nationalen fachlichen Ansprüche an Nationalparks, d. h. die IUCN- und die EUROPARC-Kriterien, in der Senne nicht erfüllt werden können. Danach sind 75 bis 100 Prozent der Fläche der natürlichen Entwicklung (dem sogenannten Prozessschutz) zu überlassen. Die Senne ist aber vor allem wegen des vom Menschen geschaffenen und erhaltenen Offenlandes für den Naturschutz wertvoll. Nur etwa 10 Prozent der Fläche entsprechen annähernd dem Zustand, der in einem Nationalpark angestrebt wird. 43 Prozent des Gebietes müssen zwingend als Offenland erhalten werden. Für den Prozessschutz stehen nach dem Gutachten 57 Prozent zur Verfügung, nach Einschätzung von Dr. Wulf eher weniger.

Weil die Vorgänger von Landesumweltminister Johannes Remmel, insbesondere Umweltministerin Bärbel Höhn, immer bestrebt waren, die IUCN-Kriterien zu erfüllen, und weil nach dem Koalitionsvertrag der Landesregierung in jedem neuen Nationalpark in NRW die IUCN-Kriterien erreicht werden sollen, hat Augustdorfs Bürgermeister den Minister danach gefragt, wie das in der Senne erfolgen soll. Es gebe nur zwei Möglichkeiten: Die Einbeziehung von etwa 10 000 Hektar Wald in Teutoburger Wald und Egge für den Prozessschutz oder aber die Aufgabe von mehreren 1000 Hektar Heidelandschaft. Der Vertreter des LANUV erklärte daraufhin, dass der Nationalpark in der Kulisse des Gutachtens als Einstieg zu verstehen sei.

Dr. Wulf führte in dem Gespräch ferner aus, dass das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Dachverband der deutschen Nationalparke, EUROPARC Deutschland e. V., in der Vergangenheit die Auffassung vertreten haben, dass ein Nationalpark nicht militärisch genutzt werden dürfe. Er fragte, ob diese Position geändert worden sei. Der Abteilungsleiter Naturschutz im Ministerium antwortete, dass die militärische Nutzung als Übergangslösung akzeptiert werden könne.

Wulf folgert daraus: Käme ein Nationalpark Senne, dann würde auch wieder eine Nationalpark-Erweiterung in den Teutoburger Wald und in der Egge sowie ein Abzug der Bundeswehr aus der Senne gefordert werden.



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