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Bezahlbare Mieten trotz Modernisierung

Günstiger Wohnraum vom Bauverein

BAD PYRMONT. „Wir sind schon sehr darauf bedacht, die Mieten für den von uns angebotenen Wohnraum in einem verträglichen und bezahlbaren Rahmen zu halten“, macht Anja Säumenicht vom Vorstand des Gemeinnützigen Bauverein Bad Pyrmont den versammelten Mitgliedern beim Vorstellen des Jahresberichts deutlich. „Eine größere Zahl unserer Mieter befindet sich auch in der Situation, dass sie auf Ämterunterstützung angewiesen sind und da sind Mieterhöhungen stets problematisch“, ergänzt sie und begründet so auch, dass bestimmte Aufwendungen zum Beispiel für Gartenpflegearbeiten nicht auf die Mieter umgelegt wurden, obwohl dies rechtmäßig durchaus möglich gewesen sei.

veröffentlicht am 29.06.2017 um 17:18 Uhr

Von Grün umgeben: In seine Häuser in der Wohrtdrift will der Bauverein investieren. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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„Hier bereiten uns insbesondere die einschränkenden Vorgaben von Wohnungsgrößen und Höhe der Kaltmieten und der Nebenkosten erhebliches Kopfzerbrechen“, unterstreicht auch Klaus-Henning Demuth als Aufsichtsratsvorsitzender. All denjenigen, die wirtschaftlich schwächer vom Job-Center oder aus der Sozialhilfe Geld beziehen, würde vom Gesetzgeber vorgegeben, wie groß ihr Wohnraum im Höchstfall sein darf und wie hoch höchstens Miete und Nebenkosten anfallen dürfen. „Das begrenzt somit auch unsere Möglichkeiten, kostendeckend mit unseren einzuziehenden Beträgen wirtschaften zu können“, erläutert er nachvollziehbar.

Dazu komme, dass, wolle man weiterhin am Markt erfolgreich Wohnungen vermieten und nicht durch Leerstände keinerlei Einnahmen erzielen, man um weitere Modernisierung ebenso wenig herumkomme wie um laufende Instandhaltung der Immobilien. Und der Mietwohnungsmarkt in Bad Pyrmont bleibe weiterhin schwierig. Es gäbe immer noch Angebotsüberhänge. Zwar gebe es eine hohe Nachfrage nach kleinen, kostengünstigen Wohnungen. Wolle man größere Wohnungen neu vermieten, erfordere dies zum Teil hohe Abstrengungen sowohl in Investitionen als auch in Bewerbung.

„Deshalb haben wir gemeinsam vom Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, wie in den Vorjahren auch 300 000 Euro für Modernisierung und Instandhaltung vorzuhalten. „Die fließen in Bad- und Küchenerneuerungen oder den Austausch von älteren Holzfenstern, wie zum Beispiel in der Wohrtdrift“, kündigt Säumenicht an. Dort müsse auch etwas an den Außenanlagen getan werden, denn der alte Baumbestand verursache zunehmend Schäden durch das Wurzelwerk. „Insgesamt sieht es dort eher trist aus und wir müssen das Umfeld aufhübschen lassen“, ergänzt sie die Investitionsvorhaben speziell im Bereich der Wohrtdrift, zumal sich gerade die Wohnungen in diesem Bereich schwieriger vermarkten ließen.

„Ansonsten können wir unsere Mieter beruhigen, denn die Bestandsmieten werden noch auf dem im Vergleich zu anderen Städten eher niedrigen Mietniveau bleiben“, sagen Säumenicht und Demuth übereinstimmend. „Derzeit erheben wir im Durchschnitt eine Miete von 4,33 Euro pro Quadratmeter. Im Verband der Genossenschaften liegt der Durchschnitt gut einen Euro höher“, so Demuth. Eine Anpassung werde bislang eher bei Neuvermietungen vorgenommen, um die vorgenommenen Investitionen wenigstens anteilig wieder hereinzubekommen.

Insgesamt habe insbesondere die Investitionsbelastung dazu geführt, dass sich aus dem Jahr 2016 ein Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 4700 Euro ergeben habe. Dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand, diesen Betrag durch Entnahme aus den Ergebnisrücklagen abzudecken, stimmen die Mitglieder einstimmig zu. Keine Freude erzielt man hingegen mit dem Vorschlag, in diesem Jahr aufgrund des Fehlbetrages keine Dividende auszuschütten. Doch schließlich lassen sich die Mitglieder auch hierzu von Demuth überreden, dem Ansinnen ein einstimmiges Votum zu geben.

Die Mitgliederzahl derjenigen, die Genossenschaftsanteile am Bauverein erworben haben, sei aktuell rückläufig im Vergleich zum Vorjahr. „Durch Todesfälle oder auch Wegzug, was durch Neuzugänge nicht ganz ausgeglichen werden konnte, hatten wir mit Stand Jahreswechsel 2016/17 insgesamt 308 Mitglieder, demnach 9 weniger als noch im Vorjahr“, berichtet Meike Kanbach vom Vorstand. Die Besonderheit im Zusammenhang mit der Anmietung einer Wohnung beim Bauverein ist, dass der Mieter durch den Erwerb mindestens eines Genossenschaftsanteil von derzeit 310 Euro Mitglied in der Genossenschaft wird. Dieses Geld dient ähnlich einer Mietkaution der Sicherheit des Bauvereins, wird jedoch auch möglichst gewinnbringend angelegt, wobei Gewinne darausdem Mieter alljährlich zufließen.



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