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Krankenhaus baut Landestelle

Grünes Licht für Rettungshubschrauber

BAD PYRMONT. Das Bathildiskrankenhaus in Bad Pyrmont investiert 150000 Euro in den Bau einer neuen Hubschrauberlandestelle, um die Auflagen der Landesluftfahrtbehörde und der Deutschen Rettungsflugwacht zu erfüllen.

veröffentlicht am 12.07.2018 um 12:57 Uhr
aktualisiert am 12.07.2018 um 19:50 Uhr

Justus Thiede bei einem Besuch der Baustelle. Hier entsteht eine deutlich größere Landestelle für Rettungshubschrauber. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Seit Ende Januar 2016 gab es keine Betriebsgenehmigung mehr für den Platz, weil die An- und Abflugwinkel für die Rettungshubschrauber nicht mehr den Vorgaben entsprachen. Allerdings wurde die Landestelle immer wieder auf eigene Verantwortung der Piloten angeflogen.

„Die neue Landestelle wird mit einem Außenmaß von 28 mal 28 Metern deutlich größer als der alte Platz“, erläutert der kaufmännische Direktor des Krankenhauses, Justus Thiede. Mehr Platz bedeutet mehr Möglichkeiten für die Piloten der Rettungshubschrauber. Laut Landesluftfahrtbehörde sind zwei Sektoren vorgeschrieben, die mindestens 150 Grad auseinanderliegen müssen. Bisher waren es nur 100 Grad.

Laut Thiede hatte die EU für Hubschrauberlandeplätze einen neuen Rechtsrahmen vorgegeben, der keine Sonderregelungen für Krankenhäuser vorsah. Erst auf Intervention der Landeskrankenhausverbände habe die Politik dafür gesorgt, dass diese Plätze zu „Landestellen im öffentlichen Interesse“ (Public Interest Sites, kurz PIS) erklärt und die Anforderungen angepasst worden seien. Thiede spricht von einem „geringfügig kleinerem Anforderungsvolumen“. Um die Voraussetzungen zu schaffen, mussten an den steilen Hang mehr als 1000 Tonnen Material angefahren und aufgeschüttet werden. „Landungen und Start müssen immer gegen den Wind geschehen und dafür brauchen die Piloten die richtigen An- und Abflugwinkel“, so Thiede. „Wir haben das Konzept für unseren Platz gemeinsam mit der Deutschen Luftrettung und dem Luftfahrtbundesamt entwickelt und können mit dieser Lösung gut leben.“ Das bedeute nicht, dass man den Ausbau zu einem regulären Landeplatz nicht aus den Augen verloren habe. „Wir haben vorgesorgt und könnten mit relativ geringem Aufwand den Platz aufrüsten“, so Thiede. Dazu gehören zum Beispiel Tanks für die Aufnahme von Kerosin und Löschwasser, eine Landebefeuerung und die Bereitstellung eines Flugleiters. „Allerdings wissen wir jetzt noch gar nicht, welchen Vorteil wir davon hätten“, gesteht der kaufmännische Direktor.

Ursprünglich war das Krankenhaus von einem Kostenumfang in Höhe von zwei Millionen Euro ausgegangen. „Wir waren davon ausgegangen, einen aufgeständerten Landeplatz bauen zu müssen, um die Start- und Landebedingungen einhalten zu können, und das wäre viel teurer gekommen.“

Bezahlen muss das Krankenhaus den neuen Platz komplett aus eigenen Mitteln. „Wir bekommen von den Krankenkassen keinen Euro mehr, wenn unser Krankenhaus angeflogen werden kann“, erklärt Thiede. Doch die Luftrettung gewinne immer mehr an Bedeutung, alleine schon deshalb, weil die bodengebundenen Rettungsmittel immer öfter nicht in der Lage seien, die vorgegebenen Zeiten einzuhalten. Laut Thiede gibt es jährlich zwischen 50 und 70 Landungen, bei den meisten gehe es um die Verlegung von Patienten in eine Uniklinik.

Abgesehen davon sei die Landestelle wichtig, weil Patienten mit Schlaganfall-Blutungen zur Neurochirurgie nach Bad Pyrmont geflogen würden. „Hubschrauber werden in der Regel aber vor allen Dingen dann eingesetzt, wenn sie das schnellste Rettungsmittel sind, auch ohne dass unbedingt ein Patient geflogen werden muss. Sie sind eine hervorragende Ergänzung zu den Rettungswagen.“

Bis Mitte der 1990er Jahre war am Bathildiskrankenhaus ein Hubschrauber fest stationiert, der nachts zum Flugplatz Kleinenberg geflogen wurde. Ob es einmal wieder dazu kommen könnte, weiß Thiede nicht. „Das entscheidet das Land. Aber wenn man überlegt, dass das Weserbergland von den vorhandenen Hubschrauberstationen 70 Kilometer entfernt ist und die Rettungsdienste von einem durchschnittlichen Einsatzradius zwischen 30 und 40 Kilometer ausgehen, dann ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass es dazu irgendwann wieder einmal kommen könnte.“



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