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Grünes Idyll: 70 Jahre Kleingartenkolonie „Abendfrieden“

BAD PYRMONT. Ganz im Nordosten von Bad Pyrmont und gut versteckt hinter Hecken liegt der Eingang zur Kleingartenkolonie „Abendfrieden“. Von dort am obersten Ende des Vogelreichswegs erstreckt sich die Anlage in östlicher Richtung bis hin zum Kalkweg, doch wer dort auf das Eingangsschild schaut, liest „Klein Jürgen“. Es sind zwei Kolonien mit insgesamt 66 Parzellen, die sich da unter dem Dach des „Kleingartenvereins von 1948“ zusammengefunden haben, und sie strahlen Gemütlichkeit, Individualität und Naturverbundenheit aus.

veröffentlicht am 26.09.2018 um 20:30 Uhr

Kleingarten-Idyll pur: Hier kann man abschalten und entspannen. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Zunächst dienten sie 1948 noch als wichtige Grundlage zur Selbstversorgung, konnte man doch mit Obst, Gemüse, Kartoffeln und Kräutern aus dem eigenen Garten die damals schlechte Versorgungslage gut überbrücken. Inzwischen muss gemäß dem Bundeskleingartengesetz nur noch ein Drittel der Gartenfläche als Anbaufläche genutzt werden. Die restlichen zwei Drittel bestehen meistens aus Blumenbeeten, Rasenflächen und schick gestalteten dekorativen Elementen.

Viele Kleingärtner haben ein Händchen für die adäquaten Pflanzen, Stauden und Blumen zu den vier Jahreszeiten. Üppige bunte Inseln mit Garten-Chrysanthemen, Astern und Glockenheide leuchten aus gepflegtem Grün, und dazwischen stehen die braunen hölzernen Gartenhäuser. Teils sind sie zweckmäßig zur Unterbringung der Gartengeräte konzipiert, teils sind sie richtige kleine Wohnhäuser, in denen man gut den Feierabend oder gar ein ganzes Wochenende verbringen kann. Im Nutzgartenbereich ziehen die Kleingärtner Kartoffeln, Tomaten, Mangold und Kräuter, doch gedeihen auch Melonen oder Zucchini prächtig. „Grundsätzlich wird nicht künstlich gedüngt oder gar gespritzt,“ erläutert der Vorsitzende des Vereins, Sven Olbrich. „Wir kompostieren mit zwei Behältern, da hat man immer natürlichen Dünger zur Hand.“ Seit fünf Jahren ist er Vereinsmitglied und lenkt mit dem zweiten Vorsitzenden Georg „Schorse“ Wilsmann die Geschicke. Zu tun hat die Vereinsspitze immer. So musste ein neues Toilettenhäuschen gebaut werden, wobei der Lage im Quellenschutzgebiet besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, und für die Gemeinschaftsarbeiten wird ein neues Konzept erstellt. Denn die Pflege der Außenhecken, der Wege und Zäune sowie die Organisation von Sommerfesten oder Koloniefeten werden gemeinschaftlich erledigt. Für frei werdende Parzellen gibt es immer Nachfragen, sodass kein Garten ungenutzt bleibt. „Gerade Familien mit Kindern sind daran interessiert,“ weiß Sven Olbrich, und wird eine Parzelle frei, gibt man sie an den Verein zurück. Dieser bestellt einen unabhängigen Schätzer, der nach dem aktuellen Pflegezustand den Wert bemisst, bevor der Garten in andere Hände übergeht.

Ein Garten ist allerdings ganz besonders lange in einer Hand. Else Pansegrau hat ihre Parzelle bereits im Jahre 1954 übernommen, und das scheint wohl für die agile Ausstrahlung verantwortlich zu sein, die von der weit über Neunzigjährigen ausgeht. Friedhelm Kulske dagegen ist erst seit kurzer Zeit dabei, nachdem er von Baarsen nach Pyrmont gezogen ist und sein Ziel war „dass als erstes ein Garten her muss.“ So bleibt der Bestand der Kolonie erhalten, und die alten Hasen sowie die Neuen konnten kürzlich das 70. Gründungsjubiläum begehen, was mit vielen Gästen gefeiert wurde. Ein Garten, so die Kleingärtner, ist nie fertig und fast so eine Art kleine psychosomatische Klinik. Die „Therapie“ besteht darin, am Abend in der Kolonie „Abendfrieden“ Rehe, Eichhörnchen, Dachse, Wiesel und Waschbären beobachten zu können, mit denen man friedlich Tür an Tür lebt.

2 Bilder
Bei der 70-Jahr-Feier des Kleingartenvereins von 1948 präsentierten sich die Vereinsmitglieder mit diversen Ständen. Foto: rr


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