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Ratsfraktion legt Prüfantrag vor: Bad Pyrmont und Lügde sollen sich gemeinsam engagieren

Grüne haben Vision einer Landesgartenschau

Bad Pyrmont / Lügde (jl). Auch die Grünen im Rat sind mittlerweile Feuer und Flamme für eine Landesgartenschau in der Kurstadt. Ihre Vision: Bad Pyrmont und Lügde sollen die Schau gemeinsam aufziehen.

veröffentlicht am 07.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 00:21 Uhr

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Zuletzt hatten vor allem der Kur- und Verkehrsverein und die FDP den Gartenschau-Plan verfolgt. Martina Tigges-Friedrichs schob allerlei an, um die Pyrmonter für die Ausrichtung des prestigeträchtigen Events zu begeistern. Zunächst als FDP-Ratsfrau, jetzt als Vize-Chefin des KVV. So konnte Bad Essens Bürgermeister Günter Harmeyer im April auf Einladung des KVV viel Gutes über „seine“ Schau vor zwei Jahren berichten und viele seiner Zuhörer begeistern und beeindrucken.

Doch was wäre, wenn die Kurstadt gemeinsam mit dem benachbarten Lügde eine solche Schau aufzöge? Diese Idee kam der Pyrmonterin Monika Brinkmann-Muchow im August 2011 bei der Lektüre eines PN-Artikels über den Lügder Emmerauenpark. Und mittlerweile hat sie auch ihren Mann Klaus Muchow und dessen Ratsfraktion für die Vision begeistert. Denn jetzt haben die Grünen sie ihn einem Antrag an die Bürgermeisterin formuliert: Sie wollen einen Prüfauftrag „zur Ermittlung einer Planung für eine gemeinsame Landesgartenschau länderübergreifend in Bad Pyrmont und Lügde“ anschieben.

Die dreiköpfige Fraktion ist sicher: „Die unterschiedlichen Bauweisen in Bad Pyrmont und Lügde wären ein weiterer Anziehungspunkt für die zu erwartenden Besucher.“ Eine Umsetzung wünschen sie sich unter „Einbeziehung aller Bürger mit ihren offenen Gärten und ihren Ideen“.

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Kandidiert wieder für den Bundestag: Martina Tigges-Friedrichs.

Martina Tigges-Friedrichs kennt den Grünen-Antrag zwar noch nicht. Aber sie sagt: „Warum nicht?! So eine länderübergreifende Schau wäre ein Novum in der Bundesrepublik, so was gab es bisher nicht.“ Deshalb solle man „wenigstens gucken, ob es überhaupt gehen könnte“.

Sicherheitshalber will der KVV auch einige Akteure aus der Nachbarstadt für Anfang Juli persönlich zu einem Infoabend nach Bad Pyrmont einladen. Dort will eine neu installierte Arbeitsgruppe des Vereins die Ergebnisse ihrer Recherchen vorstellen. Der Arbeitsgruppe gehören neben Tigges-Friedrichs auch Tourismus-Chef Karsten Stahlhut sowie Marcel Kimmling, Christiane Reese und Karl-Dieter Stille-Hönig vom KVV-Vorstand an.

„Bevor die Stadt vielleicht eine 30 000 Euro teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt, wollen wir erst einmal grob die Parkmöglichkeiten checken und prüfen, ob wir gewisse Grundvoraussetzungen überhaupt erfüllen“, sagt Tigges-Friedrichs. „Hinterher lässt sich dann sagen, ob sich eine Machbarkeitsstudie lohnt.“ Jedenfalls wolle die Arbeitsgruppe verhindern, dass die Sache im Sand verlaufe.

Dass die Grünen die Idee einer länderübergreifenden Schau nun in die Politik tragen wollen, begrüßt die FDP-Politikerin. „Wir sind froh, wenn möglichst viele hinter diesem Antrag stehen“, sagt sie und hofft, „dass die anderen nun aber nicht pauschal dagegen sind, weil eine kleine Fraktion den Antrag gestellt hat“.

Denn für sie steht fest, dass der Talkessel von einer Gartenschau nur profitieren könnte – sowohl, weil dann erstmals nach zwölf Jahren wieder in die touristische Infrastruktur investiert würde, als auch wegen des möglichen Effektes eines solchen Projekts auf den Fremdenverkehr. „Nach Bad Essen reisten vor zwei Jahren 500 000 Menschen.“ Jeder dieser Gäste habe im Schnitt fast 35 Euro in der Stadt gelassen.

Und wie sehen die Lügder die Vision? „Vom Grundgedanken her kann man über alles reden“, sagt der für die Stadtentwicklung an der Emmer verantwortliche Bauamtsleiter Günter Loges. „Öffentlichkeitswirksam wäre das allemal.“

Verlockend klingt die Idee auch für Burkhard Fasse, den Vorsitzenden des Lügder Marketingvereins. „Es wäre toll, wenn wir so etwas gemeinsam hinbekämen“, hat er Monika Brinkmann-Muchow gleich geschrieben, als er von ihrer Anregung hörte. Die Verbindung vom Pyrmonter Brunnenplatz zum dann sanierten Lügder Marktplatz stellt er sich – nur halb im Scherz – so vor, „wie es früher auch war, als die Fürsten mit vielen Pferdekutschen durch die Wiesen fuhren“. Und Fasse freut sich schon jetzt auf ein „länderübergreifendes, brauchbares Konzept“.

Bis das steht, ist es allerdings noch ein Stück Weg. Denn: Sollte die erste Recherche des KVV-Arbeitskreises in eine günstige Prognose münden, dann steht für Martina Tigges-Friedrichs – auch mit Blick aufs Pyrmonter Rathaus – fest: „Darum muss sich dann jemand kümmern.“



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