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UNESCO-Weltkulturerbe-Bewerbung: Pyrmonts Politiker unterstützen den Rathauschef

Großes Ziel noch fest im Blick

Beim Thema Weltkulturerbe halten alle zusammen: Dass Bad Pyrmont zu den Orten gehören soll, die beim länderübergreifenden Antrag auf die Anerkennung als „Great Spas of Europe“ in der prestigeträchtigen UNESCO-Liste auf der Strecke bleiben, wollen auch die örtlichen Politiker nicht akzeptieren. (jl)

veröffentlicht am 19.02.2016 um 20:32 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Bad Pyrmont. Anderswo zerstören Terroristen das kulturelle Erbe der Menschheit – und die Welt sieht machtlos zu. Im Vergleich dazu scheint das aktuelle Pyrmonter Problem eher klein. Denn hier ist nur eine Hoffnung in Gefahr: Alle örtlichen Akteure, die seit Jahren das große Ziel vor Augen haben, müssen um die Chance Bad Pyrmonts auf eine Aufnahme in die illustre UNESCO-Weltkulturerbe-Liste der „Great Spas of Europe“ bangen. Seit die schlechte Nachricht zu ihnen durchgesickert ist, wollen Bad Pyrmonts Bürgermeister und seine Kollegen aus den anderen deutschen Kurstädten sich nun auf eine Strategie verständigen, die Streichung vielleicht doch noch aufzuhalten.

Die Marschrichtung will Klaus Blome noch nicht preisgeben. „Es ist alles im Fluss“, sagt der Verwaltungschef, auf dessen Betreiben sich die sechs deutschen Spa-Bürgermeister vor gut einer Woche in Frankfurt zu einer Krisensitzung trafen. Ihr Ziel dürfte es jetzt sein, die offenbar verloren gegangene Solidarität der offiziell noch immer 16 Bewerber-Städte neu zu beleben. Zudem steht die Forderung nach einem nachvollziehbaren, transparenten Auswahlverfahren im Raum.

Für seinen Part an den Verhandlungen hat Blome den Rückhalt der Politiker, wie die Fraktionsvorsitzenden einträchtig betonen. Zuletzt wurde das Thema am Donnerstagsabend im Rathaus diskutiert, im stets hinter verschlossenen Türen tagenden Pyrmonter Verwaltungsausschuss. „Alle sind gefasst“, sagt Blome hinterher auf Anfrage. Da er die Fraktionsspitzen bereits zuvor informiert hatte, war der akute Schock nicht mehr allzu groß.

„Wir hoffen, dass die sechs deutschen Orte gemeinsam sehen, wie sie sich nach einem festen Kriterienkatalog positionieren“, sagt Bad Pyrmonts Weltkulturerbe-Beauftragter Dr. Dieter Alfter, der mit Blick auf die diversen Pyrmonter Akteure im Übrigen betont: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Deshalb rechne er mit einer „deutlich spürbaren Ansage“ der deutschen Spa-Orte an die Verursacher des inoffiziellen Rauswurfs.

Die Intransparenz des Auswahlverfahrens kritisieren auch die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Ursula Körtner und Heike Beckord. „Auf dem Weg zu einer UNESCO-Bewerbung muss die Auswahl wissenschaftlich nachvollziehbar sein“, sagt Körtner. Das sei hier aber nicht der Fall. Heike Beckord nennt das Verfahren schlicht eine Katastrophe. Und doch betonen beide Politikerinnen, sie hätten die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Nicht zuletzt mit Blick auf die hohen Erwartungen an den prestigeträchtigen Welterbe-Titel und die in die Bewerbungs-Vorbereitungen geflossene Mühe zeigt sich Klaus Muchow (Grüne) „betroffen und konsterniert“. Aber nun heiße es abwarten, „ob die Beschwerde über das intransparente Verfahren etwas bringt“.

Adelheid Ebbinghaus (Bürgersinn/FDP), die im Pyrmonter Weltkulturerbe-Arbeitskreis sitzt und auch dem Kulturausschuss vorsteht, sieht das Thema von „höchster Bedeutung“ für Bad Pyrmont und betont: „Wir Pyrmonter sind alle hochengagiert und bemüht und haben für die Bewerbung alles getan, was gefordert ist.“ Deshalb hoffe sie, auch mit Blick auf die anderen 15 Bewerberstädte, „dass wir künftig den Weg gemeinsam gehen und das Verfahren sauber läuft“.

Fakt ist: Die ersten Akteure aus der ursprünglichen Bewerber-Kerngruppe bemühen sich seit fast zehn Jahren um eine Aufnahme ins Weltkulturerbe. Bad Pyrmont, Bad Ems und Bad Homburg rückten erst im Herbst 2013, als Letzte, in den Kreis der Bewerbungswilligen. Schon damals erklärte ein für die nach aktuellem Stand einzig übrigbleibende deutsche Stadt Baden-Baden aktiver Mitarbeiter aus dem baden-württembergischen Landesdenkmalamt, die Bewerbung solle maximal acht Orte umfassen.

Manfred Willeke indes übt sich weiter in Zuversicht. Der Heimatbund-Vorsitzende, auf dessen Anregung das Bemühen der Kurstadt um die Aufnahme in die „Great Spas of Europe“ zurückgeht, sagt: „Ich sehe das immer noch positiv.“ Die transnationale Bewerbung ohne die maßgeblichen deutschen Bäder könne doch kaum Erfolg haben. Willeke: Ich denke, letztlich wird man wieder bei 16 Kurorten landen.“



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