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Franziska Dannheim und Jeong-Min Kim begeistern mit „Carmen“

Große Oper in kleinem Rahmen

Bad Pyrmont. Ganz schön mutig, eine Oper wie Georges Bizets „Carmen“ in knapp zwei Stunden zusammenzufassen und das gute Dutzend Darsteller in einer Person plus Klavierbegleitung zu vereinen. Doch was Franziska Dannheim im Kurtheater auf die Bühne brachte, war für das leider nur spärlich erschienene Publikum ausgesprochen unterhaltsam, hochklassig und zudem noch informativ.

veröffentlicht am 31.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Wer den Inhalt des Werkes nicht so ganz präsent hatte, war am Ende komplett im Thema, unterstützt durch charakteristische musikalische Eckpunkte, die gleich durch den ersten Auftritt der Dannheim aus dem Publikum heraus mit der „Habanera“ wachgerufen wurden. Schon als Typus verkörpert sie die Titelfigur der „Carmen“, die nach der literarischen Vorlage von Prosper Mérimée entstand, überzeugend. Am Flügel ersetzt die virtuose Pianistin Jeong-Min Kim ein ganzes Orchester, doch Chor, Ballett und Kinderchor muss sich der Zuschauer schon vorstellen.

Franziska Dannheim ist Sopranistin, doch meistert sie die Rolle der Hauptperson Carmen, ursprünglich als Mezzosopran angelegt, mit Bravour. Das in Essen lebende Multitalent ist nicht nur im ernsten Fach zu Hause, sie unternahm mit einer Akkordeonistin Ausflüge ins Comedy-Fach und kreierte dann im Jahr 2007 mit der Pianistin Jeong-Min Kim die Reihe „Oper légère – eine Stimme, ein Piano, eine Oper“. Inzwischen sind in diesem amüsant-nachdenklichen Konzept sechs Produktionen entstanden. Was sich sonst in der großen Oper in vier Akten und mit umfangreicher Besetzung abspielt, ersetzt Dannheim durch charmante Moderation, witzig, geschliffen, lehrreich und ohne erhobenen Zeigefinger. Amüsant bindet sie die Zuhörer ein, erwählt aus dem Auditorium einen „José“, der mit einer Blume kenntlich gemacht und jeweils an passender Stelle aktiviert wird, und pflegt einen direkten Kontakt zum Publikum. Die unglückselige Verquickung mehrerer unerfüllter Liebesketten zwischen dem Sergeanten José und der Zigeunerin Carmen, dem Torero Escamillo und Carmen, dem Bauernmädchen Micaëla, dem Leutnant Zuninga, die Konflikte in der Taverne und im Lager der Schmuggler sowie das schließlich tragische Ende mit dem Tode Carmens laufen rasant und temperamentvoll in Dannheims Interpretation ab. Ihre gut trainierte Stimme ist eigentlich zu groß für das Kur-theater, doch balanciert sie die Verhältnisse gut aus und gibt die verschiedenen gesungenen Personen mit Grandezza und Verve.

Das Publikum war von dieser Form einer Oper schon zur Pause fasziniert und sparte am Schluss nicht mit Beifall für die beiden Künstlerinnen. Die bedankten sich mit einer Zugabe von Giuseppe Verdi.

Franziska Dannheim (re.) in der Rolle der „Carmen“ und Pianistin Jeong-Min Kim auf der Bühne des

Kurtheaters.

rr



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