weather-image
22°

Politik beschließt einmütig drastische Erhöhung der Friedhofsgebühren für Kernstadt und Ortsteile

Grabstellen schon im Januar teurer

Bad Pyrmont. Im Grunde war der Ratsbeschluss so kurz vor dem Fest keine große Überraschung mehr, denn in den Fachausschüssen und in den Ortsräten hatten sich die Gemüter der Diskutierenden zum Teil bereits erheblich an den beabsichtigten Gebührenerhöhungen erhitzt (wir berichteten). Lange Zeit vorher hatten Politik und Verwaltung im Vergleich zu anderen Kommunen äußerst niedrige Gebührensätze akzeptiert und trotz wiederholter Thematisierung nahezu unangetastet gelassen. So hatte es allein 16 Jahre gedauert, bevor im Jahr 2008 eine relativ geringe Anhebung vorgenommen wurde.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:21 Uhr

270_008_6819223_pn103_2712.jpg

Autor:

Klaus Titze
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nach nunmehr weiteren fünf Jahren und einer von der Kommunalaufsicht des Landkreises beobachteten angespannten Haushaltslage kamen die Verantwortlichen der Kurstadt nach eigenem Bekunden nicht mehr umhin, dieses Mal mit einem kräftigen Schluck aus der Pulle die Gebühren auf ein einigermaßen kostendeckendes Niveau anzuheben. „Auch wir haben in unserer Fraktion kontrovers diskutiert, denn eine einschneidende und belastende Maßnahme zu beschließen, fällt zumeist nicht leicht,“ erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Watermann. Doch durch langes Liegenlassen der Thematik sei eine ungerechte Situation aufrecht erhalten worden. „Auch, weil manche bei derart notwendiger Entscheidung kein Rückgrat zeigen und eher kneifen, wenn es um unliebsame Beschlüsse geht“, erklärte der Landespolitiker und fügte hinzu: „Wir müssen uns angewöhnen, Probleme schneller anzufassen. Dann wäre es auch nicht zu dieser extrem wirkenden Anhebung gekommen.“

Denn die ab 1. Januar 2014 geltenden Gebühren für die Friedhöfe im Stadtgebiet Bad Pyrmonts und den Ortsteilen haben es in Teilen wirklich in sich. Für eine Reihengrabstelle werden im Vergleich zum Jahr 2008 statt der bisherigen 350 Euro künftig 1000 Euro erhoben. Und ab 1. Januar 2016 sogar 1220 Euro. Während für eine Wahlgrabstelle in der Stadt 750 Euro und in den Ortsteilen 390 Euro anfielen, sind es mit Beginn des kommenden Jahres übereinstimmend 1500 und ab Januar 2016 1830 Euro. Noch gewaltiger ist die Veränderung bei den Wahlgrabstellen in Nischen, die zuvor für 1000 Euro zu haben war, nun jedoch 3500 und ab 2016 sogar 4270 Euro kosten sollen.

Deutlich geringer fallen dagegen die Veränderungen bei den Kinder- und Urnengrabstellen aus. Nach alter Satzung wurden 60 Euro für ein Kindergrab berechnet, nun sollen es 80 und 90 Euro ab 2016 sein. Bei den Urnengrabstellen erfolgt lediglich eine deutliche Anpassung in den Ortsteilen. Und zwar von 195 auf 400 Euro. Eine im Pyrmonter Stadtgebiet bereits gängige Gebühr, die jedoch bis 2016 auf insgesamt 480 Euro steigt.

Für anonyme Urnengräber ergibt sich sogar eine Verringerung von bislang 600 auf 500 Euro und erst 2016 wird mit 610 Euro das frühere Niveau erreicht. „Wir werden uns damit vertraut machen müssen, dass stets andere individuelle Bestattungsformen gewünscht, und die uns kulturell vertrauten Formen ablösen oder ergänzen werden, wie beispielsweise die sogenannten QR-Codes, die via Handy an Grabstellen über die Lebensgeschichte des Verstorbenen Auskunft geben,“ prophezeit Wilfried Seibel. Der Vertreter des Bürgersinns bezweifelt, dass die neuen Gebühren ausreichen werden. „Bei den Friedhofskosten geht es nicht nur um Bestattungen, sondern auch um den Erhalt und die Pflege von Denkmalen“, begründet er.

Michael Rausch (CDU) sieht durch die Gebührenanhebung dagegen die Gefahr eines „Zwei-Klassen-Begräbnises“. So gebe es Leute, die Geld haben, und sich entsprechende Grabstellen leisten könnten, und Menschen, die nur geringe finanzielle Mittel zur Verfügung hätten. Fabian Sieland (Grüne) jedoch bezeichnete die Anhebung als „Notwendigkeit“. Er sei als Teilnehmer an der Arbeitsgruppe zur Neugestaltung der Friedhofssatzung bemüht gewesen, sie so gerecht und schonend wie möglich zu gestalten.

Bei drei Enthaltungen nahm der Rat einstimmig die Vorlage der Verwaltung an, die sowohl die neue Gebührensatzung als auch eine überarbeitete Friedhofsordnung umfasst.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?