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Voice of Praise berührt Zuhörer

Gospel – pur und glaubwürdig

BAD PYRMONT. Nach einem schwülen Sonnentag die Kühle einer Kirche genießen, nach dem ausgelassenen Weinfest zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen: Das war eine willkommene Option – zumal das Gospelkonzert in der St.-Johannes-Kirche von Holzhausen dann mehr als nur einige Erwartungen erfüllte.

veröffentlicht am 14.06.2017 um 15:40 Uhr
aktualisiert am 14.06.2017 um 21:02 Uhr

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Autor

Karin Heininger Reporterin
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Voice of Praise, von Hannelore von der Heide kompetent und einfühlsam geleitet, zeigt, dass der Chor immer noch besser wird. Die Mischung aus traditionellen und moderneren kirchlichen Liedern, auf Deutsch und Englisch vorgetragen, gab den 22 Sängerinnen und drei Sängern die Gelegenheit, stimmliche Präsenz und Dynamik zu vermitteln. Gospels sind sehr gefragt, oft von Ensembles vorgetragen, die eine gehörige Portion Show daraus machen. Das ist hier nicht der Fall, die Gruppe wirkt unangestrengt und authentisch, dabei gut angeleitet und geschult. Und sie vermittelt glaubwürdig die Freude am Singen, speziell dieser Art von Musik.

Die Gospels gehen in die Tiefe und werden in der Moderation der Dirigentin eingebunden in das bedrohliche aktuelle Befinden der Welt, in Elend und menschliche Gleichgültigkeit. „Wir tun, als ginge dies alles uns nichts an“, heißt es in einem Song. Mal ruhig und besinnlich, mal stark rhythmisiert, werden die Lieder interpretiert. Das deutsche Gebet „Herr, erbarme dich“ und das Vaterunser auf Suaheli „Baba yetu“, aber auch bekannte lebensfrohe Gospels wie „Happy day“ und „Hallelujah“ haben Platz in diesem Programm. Begleitet wird der Chor von Michael Mattes am Klavier und Michael Porger auf dem Cajon, einem kastenförmigen Percussion-Instrument.

Eingeschoben in die beiden Programmblöcke sind einige Solo-Beiträge. Als Gast ist die Sängerin Tanja Hundertmark dabei, die früher zu „Voice of Praise“ gehörte, inzwischen aber in einem professionellen Gospelchor arbeitet. „Beautiful“ und das bekannte „Summertime“ von George Gershwin trägt sie empfindsam mit wunderschön farbiger Stimme vor. Auch Claudia Momberger und Michael Porger überzeugen mit Solosongs. Klanggewaltig und mitreißend, aber für einige Zuhörer offenbar gewöhnungsbedürftig: Stefan von der Heide mit seiner E-Gitarre. Seine technisch ausgefeilten Improvisationen entwickeln einen musikalischen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Ein rundum eindrucksvolles Konzert, das viele Zuhörer in der Kirche mit viel Beifall belohnen.

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