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Die Planung hinter den Kulissen

Goldener Sonntag: 100 Kerzen in 30 Minuten pro Person

BAD PYRMONT. Nicht mehr lange, dann steigt im Pyrmonter Kurpark der Goldene Sonntag. Staatsbad-Gärtnermeister Michael Mäkler kennt das Traditions-Event mit viel Musik, Kleinkunst, Kinder-Spaßprogramm, dem Höhenfeuerwerk und jeder Menge Licht bestens. Aber er hat Lampenfieber.

veröffentlicht am 29.08.2018 um 21:04 Uhr
aktualisiert am 30.08.2018 um 10:49 Uhr

Der Klassiker war bisher der Lichterstrahl auf der Palaiswiese. Hier soll am Sonntag das Pyrmonter Ankerkreuz erstrahlen – als eins von sieben Bildern auf ebensovielen Flächen im Park. Hinzu kommt eine Wiese, auf der Besucher selbst aktiv werden könn
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Es ist mein 20. Goldener Sonntag“, sagt der Kurpark-Chef. Er könnte den Endspurt der Vorarbeiten also ganz routiniert angehen. „Aber ein bisschen ist es diesmal auch das erste Mal. Wir haben die Illumination ganz neu konzipiert.“

Eine Beleuchtungsprobe gab es zwar schon. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, in der Dämmerung eines eiskalten Februartages. Da legten Mäkler und seine Stellvertreterin Sylke Bukowski im Schneetreiben auf einer Rasenfläche mit Teelichtern probehalber eins der Bilder aus, die nun, ein gutes halbes Jahr später, ihren großen Auftritt haben sollen. „Wir können also erahnen, wie es aussehen wird“, sagt Mäkler. „Aber genau wissen werden wir es erst am Sonntagabend.“

Klar, dass der Kurpark-Chef extrem gespannt ist, ob der Plan des Vorbereitungsteams aufgeht, den er hinterher am Computer ausgearbeitet hat. In dem Programm, mit dem er sonst die digitale Pflanzplanung managt. „Damit können wir uns maßstabsgetreu jede Wiese ranzoomen. Nur steht da am Ende kein Stiefmütterchen, sondern ein Teelicht.“

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Die digital basierte Planung erleichtert Mäkler die konzeptionellen Arbeiten ungemein. So lasse sich mithilfe des Programms relativ fix berechnen, wieviele Kerzen es für eine 60 Meter lange Perlenkette aus Teelichtern braucht. Daraus wiederum lasse sich ableiten, wieviele Helfer es zum Entzünden am Abend braucht. „Eine Person muss in einer halben Stunde etwa 100 Teelichter schaffen“, schätzt Mäkler. 40 bis 50 Staatsbad-Mitarbeiter mit Erfahrung und Ortskenntnis werden also unterwegs sein, unterstützt von 50 Jugendfeuerwehrleuten. „Frau Bukowski und ich ziehen dann als Task Force mit Bollerwagen durch den Park, um hier und da auszuhelfen.“

Die natürlichen Lichtquellen – neben 7000 Kurzkerzen werden auch Hunderte von Lampions sowie Flammschalen den Park erleuchten – sollen die Hauptrolle spielen bei der 234. Auflage des Lichterfestes. Damit gehen die Macher also ein Stück weit zurück zu den Wurzeln der Traditionsveranstaltung. „Das ist ein Experiment“, sagt Mäkler. „Aber wir sind zuversichtlich, dass es gelingt. Ich glaube, es wird sehr romantisch.“ Auch für Selfie-Fans. Sie können sich natürlich überall ablichten. Aber für ihre Bedürfnisse wurde eine Extra-Szenerie geschaffen.

Ambitionierte Fotografen werden nach Einbruch der Dunkelheit diesmal aber vielleicht ein wenig mehr gefordert sein als bisher. Denn künstliche Lichtquellen gibt es nur im Palmengarten. Den setzt „Illumina“-Macher Wolfram Lenssen in Szene.

Die inzwischen kühleren Nächste kommen den Machern übrigens sehr entgegen. Auch aus Sicherheitsgründen. „Durch die Taubildung werden die Rasenflächen gerade wieder grün. Das entspannt die Situation sehr“, sagt Michael Mäkler im Rückblick auf die vielen knochentrockenen Sommerwochen. Denn die erhöhte Brandgefahr hätte für die Realisierung des Events schon ein Risiko darstellen können. „Aber wir machen ohnehin kein offenes Feuer mit direktem Kontakt zu brennbaren Dingen.“

Gleichwohl greift ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept. Das Staatsbad-Team hat mehr als ein Dutzend Feuerlöscher im Kurpark platziert. Und natürlich werden auch die Fluchtwege zu den mit Sicherheitspersonal besetzten Notausgängen ausgeschildert. Zusätzliche Löschgeräte und -decken müssen die Gastronomen vorhalten. „Das wird der Veranstaltungsleiter stichprobenartig kontrollieren.“ Ausgerichtet ist das Konzept an den höchstwahrscheinlich mehr als 5000 Besuchern, die sich zeitgleich auf dem Gelände tummeln werden. „Denen wollen wir natürlich ein größtmögliches Maß an Sicherheit angedeihen lassen“, sagt Mäkler.

Wie er, so hofft auch sein Chef, Kurdirektor Maik Fischer, „dass ganz viele Menschen kommen“. Und beide sind gespannt, wie die Licht- und Schattenspiele dieses in Deutschland wohl einzigartigen handgemachten Lichterfests bei den Besuchern ankommen. Fischer: „Ich freue mich auf Rückmeldungen.“


Karten für den Goldenen Sonntag (2. September, 14 bis 22 Uhr – Einlass ab 12.30 Uhr) gibt es im Vorverkauf (Erwachsene: 12 Euro, Schüler, Studenten und Azubis: 5 Euro) in der Wandelhalle (Telefon 05281 / 151543) und der Tourist-Info (Telefon 05281 / 940511) sowie an der Tageskasse (15 und 7 Euro). Pyrmont-Card-Halter bekommen 2 Euro Ermäßigung.



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