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Bädertag in Bad Pyrmont gestartet

„Gesundheit alleine reicht nicht“

BAD PYRMONT. Mit einem klaren Bekenntnis zu den ortsgebundenen Heilmitteln und ihrer Einzigartigkeit fand am Donnerstag der 4. Niedersächsische Heilbäderverband in Bad Pyrmont seinen Auftakt.

veröffentlicht am 02.11.2017 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 02.11.2017 um 18:20 Uhr

Zu den Gästen des Niedersächsischen Bädertages gehörte auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps, der hier das „Graphic Recording“ bewundert, dass Anja Weiss im Auftrag des Heilbäderverbandes über die Tagung fertigt. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Unsere Kurorte wissen ganz genau, welche Chancen damit verbunden sind“, sagte der Verbandsvorsitzende Dr. Horst-Peter Hille zur Begrüßung der gut 100 Mitglieder. Doch damit alleine ist es nach Auffassung von Karsten Stahlhut, Geschäftsführer der Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT), nicht getan. „Gesundheit alleine reicht nicht aus, um Gäste nach Bad Pyrmont zu locken“, stellte er fest. „Auch wenn die Gesundheit der Kern der Marke Kur ist und bleibt.“

Um Innovation und die Zukunft der 43 niedersächsischen Heil- und Kurorte in Niedersachsen, von denen 28 dem Verband angehören, ging es bei Tagung. Und dazu gehört nach Auffassung von Verbandspräsident Hille auch, dass die Kurorte „modernisiert und hübsch gemacht“ werden müssen. In Niedersachsen gebe es in diese Hinsicht einen Investitionsstau von 5 Milliarden Euro. Daraus folge ein dringender Handlungsbedarf aber auch die Erkenntnis, dass die Kurorte selber aktiv werden müssen.

Was bedeutet das? Die Kur, einst durch den Spruch „Morgens Fango, abends Tango“ diskreditiert, so Hille, sei und bleibe die Marke der Kurorte. Aber das alleine reiche nicht mehr aus. „Dazu gehört auch, dass der Kurgast in seinem Ort Shoppen, Tanzen und vieles mehr kann.“ Das ist Wasser auf die Mühlen von BPT-Chef Karsten Stahlhut, der über ein „Gesundheits-All-Inklusive-Resort“ nachdenkt. Ihm schwebe vor, eine „ganzheitliche, multioptionale Erlebniswelt“ mit Gesundheit als Kern zu schaffen. „Kurorte werden gezwungen, touristischer zu denken und zu handeln“, lautete eine seiner Kernaussagen.

„Gesundheitstourismus 2.0“ lautet das Stichwort. Gemeinsam mit der Leiterin des Gesundheitsmanagements beim Staatsbad Pyrmont, Maria Bialas, stellte Stahlhut einen der Bausteine vor, bei dem es darum geht, Gesundheit ganzheitlich zu betrachten, Themen- und Angebotsvielfalt zu entwickeln und dabei den Eventcharakter nicht zu vernachlässig. „Gesund & Glücklich“ heißt das neue unter dem Begriff „Kurlaub“ definierte ganzheitliche Gesundheitsprogramm, mit dem Bad Pyrmont ab kommendem Jahr eine neue Klientel ansprechen will. Unter anderem umfasst dieses zusätzlich zur Kurkarte aufgelegte Angebot bis zu vier Kurse täglich an sechs Tagen in der Woche draußen und drinnen unter der Anleitung von lizenzierten Trainern des Staatsbades. Komplettiert wird dieses Angebot mit Workshops zum Thema“ Gesunder Lebensstil“. Für den Gast ist das Programm kostenlos. Die veranschlagten Kosten in Höhe von 34000 Euro jährlich werden mit einer Umlage durch die Gastgeber finanziert. Laut Fischer nehmen 70 Prozent der Vermieter aus dem Pool der „Pyrmont Plus Betriebe“ an dem Programm teil. „Das ist ein sehr guter Anteil“, so der Kurdirektor, der zu erkennen gab, dass man dafür aber auch viele Klinken habe putzen müssen.

„Doch wo bleiben dabei die ortsgebundenen Heilmittel?“, wollte ein Tagungsteilnehmer wissen. „Sie kommen mit rein – unterschwellig und erklärt“, so Fischer. Will heißen: Ein Schluck aus der Trampelquelle oder der Friedrichsquelle ist eingeplant. „Unsere Heilmittel sind unsere größten Schätze“, versicherte der Kurdirektor.

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