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Bad Pyrmonts Stadtverwaltung hofft auf genügend freiwillige Volkszähler für den Zensus 2011

Gestatten, ich bin Ihr Erhebungsbeauftragter

Bad Pyrmont. Wenn der freundliche Herr oder die Dame mit dem Fragebogen an der Tür klingeln, dann wird es ziemlich schnell persönlich. Denn er oder sie sind Volkszähler. Ab 9. Mai sollen – wie in ganz Deutschland – auch in der Kurstadt bis zu drei Dutzend „Erhebungsbeauftragte“ – so heißt der Job im Bürokratendeutsch – ausschwärmen und bei ihren Haushaltsbefragungen allerlei für den Staat Wissenswertes über knapp 7000 nach dem Zufallsprinzip bestimmte Einwohner der Kurstadt ermitteln. Die so gewonnenen Daten sollen die Register aktualisieren und komplettieren, die den Behörden bereits vorliegen.

veröffentlicht am 12.01.2011 um 22:21 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:24 Uhr

Knapp drei Dutzend Interviewer sollen in Bad Pyrmont zur Verfügung stehen, wenn der Zensus startet.
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Wieviel einer verdient, wollen die Interviewer zwar nicht wissen. Wohl aber wird nach der Schulbildung und dem Beruf gefragt sowie nach den persönlichen Lebensumständen. Hinterher könnte sich dann im Einzelfall zum Beispiel erweisen, dass ein gelegentlich als Florist arbeitender Mann sunnitischen Glaubens mit Doktortitel in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt – wobei die Frage nach dem Glauben die einzige ist, die nicht beantwortet werden muss.

46 Fragen enthält der zehnseitige Zensus-Bogen. „Für die Beantwortung sind ungefähr 15 Minuten kalkuliert“, sagt Landkreis-Sprecherin Anja Hegener. „Aber das kann natürlich etwas variieren.“

Gerade wirbt die Pyrmonter Stadtverwaltung im Auftrag des Kreises um Bürger, die als Interviewer losziehen wollen. „Gesucht werden zuverlässige, flexible, volljährige Personen mit guten Deutschkenntnissen, die sich durch Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie ein sympathisches und freundliches Auftreten auszeichnen“, umreißt Sabine Spiegel aus dem Rathaus das Anforderungsprofil. Und hofft, dass sich genügend Freiwillige zur Datenerhebung finden. Denn: „Unsere Wahlhelfer wollen wir in diesem Jahr nicht über Gebühr strapazieren, weil wir für die Kommunalwahl im September viele Ehrenamtliche brauchen“, erklärt die Ordnungsamtsleiterin.

Bis zum Stichtag am 31. Juli hat jeder Erhebungsbeauftragte Zeit, die Daten von jeweils etwa 100 Menschen einzuholen. Das allerdings nicht in direkter Nachbarschaft. „Es wird schon darauf geachtet, dass zum Beispiel ein Löwenser nicht in Löwensen losgeht“, sagt Sabine Spiegel.

Die Volkszählung dürfte Bund und Länder schätzungsweise bis zu 700 Millionen Euro kosten. Bei den Interviewern landen allerdings nicht einmal zehn Prozent dieser Summe. Denn pro ausgefülltem Fragebogen erhält jeder der bundesweit etwa 80 000 Beauftragtem 7,50 Euro. Gibt er den Bogen nur an der Tür ab, weil die Bewohner ihn selbst ausfüllen wollen, bekommt er 2,50 Euro. Mit der Aufwandsentschädigung sind seine Fahrtkosten abgegolten. Ebenso das mehrfache Aufsuchen von Adressen, bei denen niemand zu Hause ist.

Übrigens: Alle Bürger, die für die Stichprobenbefragung ausgelost worden sind, müssen die Fragen beantworten. Wer sich weigert, dem drohen im Extremfall laut Gesetz bis zu 5000 Euro Bußgeld; realistisch dürften allerdings niedrigere Summen sein. Und die Zahl der Verweigerer ist derzeit noch gar nicht abzuschätzen. Denn der Widerstand formiert sich – anders als bei der letzten Volkszählung 1987 – eher im Stillen: im Internet.

Nennenswerten Ärger mit Verweigerern dürften die Interviewer 2011 ohnehin nicht befürchten müssen. Denn mit der schriftlichen Abwicklung der Auseinandersetzungen haben sie nichts zu tun.

Obendrein treten die Volkszähler ihr Amt nicht unvorbereitet an: Im März werden sie eine etwa dreistündige Schulung erhalten, vermutlich vor Ort in Bad Pyrmont.

Wer an der Tätigkeit eines Erhebungsbeauftragten Interesse hat, kann sich bis Montag, 24. Januar bei Sabine Spiegel im Rathaus (Telefon 05281/949-132, E-Mail: s.spiegel@stadt-pyrmont.de) melden.



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