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Liberale jüdische Gemeinde stellt neue Chronik von Manfred Willeke vor

„Geschichte der Juden wird erlebbar“

Bad Pyrmont. Der Chor der Liberalen jüdischen Gemeinde sagte es am Mittwochabend eindrucksvoll mit dem Lied „Hevenu Shalom Alechem“: „Wir wollen Frieden für alle“. Die Gemeinde selbst zeigt mit vielen Veranstaltungen, wie ihre 72 Mitglieder sich in das heutige Stadtgeschehen integriert haben. Über die bewegte Geschichte jüdischen Lebens in Bad Pyrmont, dessen erste Spuren bis ins Mittelalter zurück reichen, gibt es jetzt eine von der Gemeinde herausgegebene Chronik, die der Vorsitzende des Heimatbundes, Manfred Willeke, verfasst hat. Im Quäkerhaus begrüßte die Vorsitzende der Liberalen jüdischen Gemeinde, Klara Behnke, gemeinsam mit dem Autor viele Gäste zur Vorstellung der Chronik.

veröffentlicht am 13.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Als Titel der 340 Seiten starken Chronik wählte Willeke mit Blick auf die Bedeutung der Pyrmonter Quellen einen Satz aus dem Psalm 36 „...bei dir ist die Quelle des Lebens“ mit dem Untertitel „Jüdisches Leben in der Grafschaft und dem Fürstenbad Pyrmont“. In einer Kurzfassung des Buches blätterte Willeke jetzt vor seinen Zuhörern die Geschichte der jüdischen Bürger auf, von der Gründung der ersten eigenen Gemeinde um 1720 bis zum bitteren Kapitel der Verfolgung durch die Nazis. Er berichtete von der Einrichtung einer Synagoge im ehemaligen Schafstall des Landwirts Heinrich Schaper (heute Bathildisstraße 27), von der gelungenen Integration in das Pyrmonter Geschäftsleben mit Handwerksbetrieben und mit Boutiquen auf der Hauptallee, von der Einrichtung des jüdischen Friedhofs und vor allem von der wichtigen Rolle, die jüdische Kurgäste, darunter berühmte Künstler und jüdische Pensionsinhaber, in der „weißen Industrie“ spielten. Und auch die Neugründung der Liberalen Jüdischen Gemeinde seit 1997 wird in der Chronik behandelt.

Manfred Willeke, der vor drei Jahren durch den Archiv-Stammtisch den Kontakt zur Gemeinde fand und gemeinsam mit Klara Behnke die Idee der Chronik entwickelte, dankte allen Sponsoren für ihre Unterstützung. „Ganz wichtig war es mir, neben der Historie auch Alltagsgeschichten zu erzählen“, betonte der Autor. Die Präsentation der Chronik wurde vom Chor der Gemeinde unter Leitung von Faina Pelts mit hebräischen, russischen, jiddischen und deutschsprachigen Liedern umrahmt, auch mit dem bekannten Lied „Halleluja“. Ein musikalischer Beitrag, der viel Beifall fand. Beeindruckt zeigte sich auch Bürgermeisterin Elke Christina Roeder von dem Projekt: „Hier wird Geschichte erlebbar gemacht auch für die folgenden Generationen.“ Landrat Tjark Bartels betonte, dass es ganz wichtig sei, die „Verstrickungen der Geschichte“ aufzuarbeiten und die Dinge beim Namen zu nennen. Die Chronik vom jüdischen Leben in der Grafschaft und dem Fürstenbad Pyrmont ist im Buchhandel zum Preis von 28 Euro erhältlich.

In einem ehemaligen Stallgebäude des Landwirts Schaper wurde um 1820 die erste jüdische Synagoge in der Bathildis-

2 Bilder
„Halleluja“ für die neue Chronik: Mit einigen mehrsprachig gesungenen Liedern beeindruckte der Chor im Quäkerhaus. Hei

straße 27 eingerichtet.

Stadtarchiv



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