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Acht Stunden für sechs Stahlbeton-Teile

Geschafft: Die Basis der künftigen Heemsteder Brücke liegt

BAD PYRMONT. Am Donnerstag um kurz vor 12 Uhr war es vollbracht: Mit dem sechsten Segment wurde die letzte Lücke in der künftigen Heemsteder Brücke geschlossen. Falls das Wetter mitspielt, folgen nächste Woche weitere Betonarbeiten.

veröffentlicht am 17.01.2019 um 22:04 Uhr

Fertig: Die sechs Betonstege überbrücken die rund 50 Meter Distanz zwischen den beiden Widerlagern. Befahrbar ist die Heemsteder Brücke damit aber noch lange nicht. Einstweilen bleibt es bei der April-Prognose. Fotos: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Wer behauptet, der Einbau der Stahlbeton-Fertigteile hätte am Mittwoch und Donnerstag wie am Schnürchen geklappt, der untertreibt. Denn hier wurden an zwei Vormittagen, an armdicken Nylonseilen hängend, Hunderte von Tonnen bewegt und treffsicher positioniert. Um genau zu sein: Die sechs von Armierungen und Leerrohren zum späteren Spannen der Stahlseile durchzogenen Betonteile, die nun die Basis für den weiteren Aufbau der Brücke bilden, bringen zusammen 378 Tonnen auf die Waage. Ein Vielfaches dessen also, was die fertige Emmerquerung später an zeitgleichem Fahrzeugverkehr wird tragen müssen.

Mit der Anmietung des weithin sichtbar aufragenden blauen Liebherr-Krans (LTM 1750) gingen die Baustellenverantwortlichen kein Risiko ein. In ganz geringer Höhe hätte das imposante Gerät Lasten von bis zu 750 Tonnen heben und durch die Luft befördern können, also quasi alle sechs Pyrmonter Brückenstege auf einmal. Das allerdings nur in sehr geringer Höhe und auf ganz kurze Distanz. Reine Theorie also.

Zum Transport und dem Einpassen der Teile an der Bahnhofstraße musste das Kran-Teleskop ein gutes Stück ausgefahren werden, inklusive dem zusätzlich stabilisierenden Ypsilon-förmigen „Superlift“ an der Seite. Zusätzliche 164 Tonnen Ballast-Aufbauten hielten den 108 Tonnen wiegenden Kran stabil.

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Menschliche Zugkraft korrigiert die Route der 63-Tonnen-Last.

Gegen das gigantische Baugerät nahm sich das Transportgut – zumal in der Luft – regelrecht zierlich aus. Beeindruckt zeigten sich die Zuschauer ein ums andere Mal bei der Platzierung der grauen Stege auf Widerlager und Mittelpfeiler. Bei der passgenauen Positionierung schien sich die Konzentration der Monteure auf die Zaungäste zu übertragen. Zurufe zwischen den behelmten Männern wie „Bisschen rechts“, „Ein Zentimeter“ oder „Passt“ blieben die einzigen Worte im Grundrauschen der Maschinen.

Amüsant erschien den Laien dagegen das Befestigen kleiner Holzkeile oder Bretter zwischen den Betonteilen. Dass bei derart massigen Bauten so leichte Utensilien zum Einsatz kamen, irritierte so manchen – wirkte es doch, als wolle jemand eine Autobatterie auf ‘nem Schaschlikstab balancieren. Aber echtes Gewicht müssen wohl weder die Holzbretter noch die Keile tragen.



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