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Bad Pyrmonts Ortsbrandmeister beklagt sich über mangelnde Anerkennung

Gerätewart gefordert

BAD PYRMONT. Mit Unterstützung von Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke fordert Ortsbrandmeister Michael Kuhn für die Feuerwehr Bad Pyrmont einen hauptamtlichen Gerätewart. Eine Tätigkeit, die immer mehr Zeit und technisches Wissen erfordere. Mit einem Ehrenamt ließe sich das nicht mehr vereinbaren, so das Argument.

veröffentlicht am 14.01.2019 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 14.01.2019 um 20:30 Uhr

Für sein besonderes Engagement wurde Jörg Bläske (Mitte) von Stadtbrandmeister Maik Gödeke (re.) und dem stellvertretenden Stadtbrandmeister Patrick Biermann geehrt. Doch allein durch eine ehrenamtliche Tätigkeit sind die umfangreichen Arbeiten in be
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Klaus Titze Reporter
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Wöbbecke hatte unter anderem Bad Münder als diejenige Stadt erwähnt, die mit einer halben Stelle einen hauptamtlichen Gerätewart beschäftigt. „Die haben auch erkannt, dass die mannigfaltigen Aufgaben in dieser Funktion nicht im Ehrenamt erledigt werden können“, so die beiden Führungskräfte übereinstimmend.

„Die von den derzeit ehrenamtlich neben den Einsatz- und Übungstätigkeiten geleisteten Stunden, die von unseren Gerätewarten erledigt werden müssen, werden immer umfangreicher. In ihrer Verantwortung liegt es zudem, dass unsere Einsätze vom technischen Gerät bis zur Einsatzbekleidung reibungslos und die Kameraden schützend funktionieren“, argumentiert Kuhn. Dabei werde auch die Technik komplizierter und damit in der Wartung entsprechend aufwendiger. Hinzu kommen Transporte von Einsatzmitteln, Sorge um die Reinigung der Einsatzbekleidung inklusive das Bringen und Holen, das Erledigen engmaschiger Prüfungen, neue Vorschriften im Umgang mit den Geräten, die beachtet werden müssen.

„Solche Arbeiten können überwiegend nur zur Tageszeit, also zur üblichen Arbeitszeit der Feuerwehrkameraden, durchgeführt werden, was sich kaum mit einem Ehrenamt zu vereinbaren lässt“, erläutert Kuhn das Problem. Kein Wunder also, dass gleich zwei Gerätewarte ihre Aufgaben zugunsten ihrer Familien aufgaben und in der Versammlung zwei neue gewählt werden mussten. Hierfür fanden sich Phillipp Ohm und Dominik Nagel.

Die Feuerwehren leisteten zwar ihre Arbeit ehrenamtlich, so Kuhn, doch mit dem Eintritt beginne eine Dienstpflicht. Hierfür müssen die Verwaltung und die Politik in der Rolle des Auftrag- oder auch Arbeitgebers die notwendigen arbeitsrechtlichen Bedingungen schaffen. Dazu gehören Arbeitsplatzsicherheit, Gesundheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz, Vermeidung von gesundheitlichen Schäden, Unfallschutz bis hin zur Fortbildung und Nachsorge, um posttraumatische Ereignisse verarbeiten zu können, so umriss es der Chef der Pyrmonter Brandschützer. Bezogen auf die Fahrzeuge, die Technik und die Schutzbekleidung, gelinge dabei schon eine ganze Menge, doch mit Blick auf die maroden Feuerwehrhäuser stehe noch erhebliches Engagement aus. Und in Richtung des für die Feuerwehren zuständigen Ausschussvorsitzenden Paul von der Heide und dem in Vertretung des Bürgermeisters anwesenden Kämmerers Eberhard Weber forderte Kuhn: „Handeln Sie, damit das System Feuerwehr nicht ins Stocken gerät!“

Zudem bemängelte der Ortsbrandmeister eine schwindende Anerkennung der Hilfskräfte in der Bevölkerung. „Wir setzen unsere Kraft, unsere Gesundheit und oft genug auch unser Leben für die Gesellschaft ein, entfremden uns durch die neben dem Beruf aufgewendeten Zeiten für die Feuerwehr von unseren Familien und werden dafür behindert, beschimpft oder gar angegriffen.“

Darüber hinaus ärgere nicht nur unfaire oder kleingeistige Kritik Unwissender; sie sei bei allem Engagement insbesondere junger Menschen in den Wehren auch verletzend. „Hier muss unbedingt ein Wandel in der Gesellschaft eintreten“, wünscht sich der Ortsbrandmeister.



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