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Kantorei der Christuskirche singt „Magnificat“ von Bach und „Dettinger Te Deum“ von Händel

Genuss mit Pauken und Trompeten

Bad Pyrmont. Selten ist die Stadtkirche derart gut besetzt gewesen wie am Sonntagabend. Mehr als 300 Besucherinnen und Besucher hatten sich zum „Magnificat“ von Johann Sebastian Bach und dem „Dettinger Te Deum“ von Georg Friedrich Händel eingefunden, und ihre Erwartungen wurden sicherlich übertroffen.

veröffentlicht am 11.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Unter der stringenten und sensiblen Leitung von Kantor Dirk Brödling entwickelte die Kantorei der Christuskirche ein Klangerlebnis, das unter der Mitwirkung des 1990 gegründeten Orchesters „La Réjouissance“ sowie der Gesangsinterpreten Alena-Maria Stolle (Sopran), Salome Leßmann (Sopran II), Janina Hollich (Alt), Johann Penner (Tenor) und Fabian Kuhnen (Bass) unter die Haut ging. Gleich der erste und namensgebende Satz „Magnificat“ ließ den Chor mit Macht einsetzen, sehr emphatisch aufgefangen vom dunklen Sopran Alena-Maria Stolles im „Et exsultavit spiritus meus“.

Hervorragend aufeinander eingehende Stimmen, von denen beispielsweise Fabian Kuhnen bei der Arie „Quia fecit mihi magna“ mit seinem Bass den Kirchenraum grandios füllte, oder Johann Penner, dessen Tenor über alle Zuhörer hinweg brillant strahlte. Und die Stadtkantorei konnte ihre ganze Routine und hohe Kompetenz ausspielen. Präzise Artikulation, große Aufmerksamkeit gegenüber dem Dirigat und eine enorme Modulationsfähigkeit waren deutlich zu verfolgen, man sah den Mitgliedern des Klangkörpers die Freude an der Aufführung an und spürte förmlich die Übertragung der Kraft des „Magnificat“ aufs Publikum.

Fast wie eine Pause in der rauschenden Darbietung wirkte dann das Orgelkonzert F-Dur, op. 4, Nr. 5 von Georg Friedrich Händel, das von Friedemann Engelbert interpretiert wurde, bevor das „Dettinger Te Deum“ HWV 283, ebenfalls von Händel, den zweiten Teil und einen weiteren Höhepunkt des Abends bildete. Dieses im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges nach dem Sieg der des österreichisch-britischen Militärs über die französischen Truppen nach der Schlacht bei Dettingen 1743 von Händel komponierte „Te Deum“ ist neben dem „Utrechter Te Deum“ sein bekanntestes Werk und unterstrich eindrucksvoll den Titel des Abends „Mit Pauken und Trompeten“. Das Orchester zeigte ein Klangvolumen, das besonders im 10. Satz „We therefore pray Thee“ mit Fanfare und Chor eindrucksvoll sowohl Gott als auch den britischen Monarchen lobte. Dieser Georg II. war übrigens der letzte König in der britischen Geschichte, der bei einer Schlacht persönlich anwesend war, und die Uraufführung des „Te Deum“ fand am 27. November 1743 in seiner Gegenwart statt, also fast vor genau 271 Jahren.

Wie damals war auch jetzt das Publikum in der Stadtkirche restlos begeistert und entließ die Mitwirkenden nur nach einer Zugabe.

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